Keine Verantwortung und Macht abgeben – MIE#02

Keine Verantwortung und Macht abgeben MIE#02 | AMOR FATI

von: Sascha

von: Sascha

Da man auf einem Bein bekanntlich nicht stehen kann, hier nun Artikel zwei aus der Artikelreihe “Mindset is everything: Wie Du einen starken und stabilen Geist für ein erfülltes, glückliches und erfolgreiches Leben entwickelst”. Da dieser Artikel sich stark an den ersten “Kein Selbstmitleid – MIE#01” anlehnt, solltest Du sicherstellen, dass Du diesen vorher gelesen hast.
 

“WENN DER BAUER NICHT SCHWIMMEN KANN IS DIE BADEHOSE SCHULD”

“When we hate our enemies, we are giving them power over us: power over our sleep, our appetites, our blood pressure, our health, and our happiness.” – Dale Carnegie

Stichwort Opferperspektive. Habe ich im vorherigen Artikel “Kein Selbstmitleid – MIE#01” drüber geschrieben und erwähnt, dass diese immer beim Selbstbemitleiden eingenommen wird. Dadurch wird das Problem fokussiert, erhärtet und aufgebläht. Die eigene Ohnmächtigkeit und Hilflosigkeit wird vergrößert und alles scheint ausweglos. Energielosigkeit, Sinnlosigkeit und Einsamkeit reichen sich dann oft gegenseitig die Hand und lassen sich in Depression, Burn-out oder Panikattacken nieder. Alles wie gehabt und oft gesehen. Klingt nach einem ganz normalen Sonntag. So weit, so schlecht.

Dabei ist es ratsam, hier mal die Perspektive zu wechseln und zu sehen, dass immer wenn Du mit dem Finger auf die Umstände oder jemand anderen zeigst, zeigen mindestens drei auf Dich zurück. Ist hart, aber ehrlich. Deine Worte sagen somit mehr über Dich selbst und Dein Verhalten als über das da draußen. Um es mit den Worten meiner Oma zu sagen: “Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, is die Badehose schuld.”

Klar, manchmal vielleicht zu einfach oder etwas zu kurz gesprungen, aber irgendwie auch simpel und was dran. Du hast die komplette Verantwortung für Deine Situation und das bringt den Saft, die Power und die Macht in Dich und Dein Leben zurück. Denn wenn Du die Verantwortung hast, dann kannst Du auch alles ändern. Aber solange Du noch an Deiner Depression, Deinen Umständen und dem da draußen klebst, gibst Du Deine Verantwortung und Deine Macht ab. Und damit auch die Kontrolle über Dich. Die Kontrolle darüber, wie Du denkst, fühlst und Dich verhältst und das macht es unmöglich, ein stabiles Mindset und einen stabilen Charakter zu entwickeln.
 

DIE KLASSIKER DER MACHT

Irgendwas Bekanntes dabei?

  • Du fühlst dich zutiefst beleidigt durch jegliche Kritik oder negatives Feedback, das Du erhältst (unabhängig von der Quelle).
  • Andere Menschen haben die Fähigkeit, Dich so wütend zu machen, dass Du Dinge sagst und tust, die Du später bereust.
  • Du hast Deine Ziele, basierend auf dem, was andere Leute gesagt haben, geändert.
  • Wie Dein Tag ist, hängt davon ab, wie sich andere Menschen Dir gegenüber verhalten.
  • Ein großer Teil Deines Selbstwertes hängt davon ab, was andere über Dich sagen.
  • Du verbringst viel Zeit damit, Dich über Menschen und Umstände zu beschweren.
  • Du beschwerst Dich oft über all die Dinge, die Du tun „musst“.
  • Du hegst Groll und Zorn, wenn Dich jemand beleidigt oder verletzt hat.
  • Du hast Schwierigkeiten Nein zu sagen und Grenzen zu setzen.

 

WHO ARE YOU?

Noch vor einigen Monaten in Dubai war ich zu Besuch auf der Kunstausstellung World Art Dubai. In meinem Artikel “Philosophie und Kunst” habe ich darüber geschrieben. Und auf dieser Ausstellung prangten in fetten, pinken Lettern auf einer Leinwand die Worte “I am artwork. Who are you?”. Alle fandens scheiße, hat sich keiner angeguckt. Ich fands geil und habs gefeiert. Mein Highlight. Dabei ist das doch eine der wenigen wirklich wichtigen Fragen die es sich überhaupt zu stellen lohnt im Leben, da sich so viel aus ihr ableiten und lernen lässt. Insbesondere ein glückliches, freies und erfülltes Leben.

Warum ich das jetzt wieder auspacke? Damit klar wird, dass Du und niemand sonst an dieser Frage im Leben vorbei kommt. Ich machs mal knackig: keine Antwort, kein geiles Leben. Deshalb lehne ich mich gleich noch mal mehr aus dem Fenster und behaupte, dass eine Vielzahl der Menschen, die in der Opferperspektive sind, die Verantwortung abgeben, den Umständen die Schuld geben, die Macht abgeben oder dem sekundären Krankheitsgewinn unterliegen, nicht wirklich wissen, wer sie sind. Hier fängt alles an. Und ja richtig, das schließt somit auch massiv unsere Wohlstandskrankheiten Nummer eins Depression, Burn-out und Panikattacken mit ein. Zumindest ist das meine Erfahrung mit meinen Klienten. Sollte also irgendwas aus diesem Artikel und aus dem vorherigen “Kein Selbstmitleid” mit Dir in Resonanz gegangen sein, dann rate ich Dir, Dich dringend mit dieser wunderschönen philosophischen Frage zu beschäftigen.

Du kannst somit nur dauerhaft die Macht und Verantwortung bei Dir behalten (und auch die Opferperspektive oder z. B. Depression ablegen), wenn Du selbstbewusst weißt, wer Du bist und was Du willst. Und genau hier liegt der Hase ja nun mal meterdick im Pfeffer würd ich sagen. Warum? Na ja, weil genau dadurch, dass Du diese Frage nicht beantworten kannst, Du viel zu oft ja sagst, obwohl Du nein meinst oder nein sagst, obwohl Du ja meint. Und damit verlässt Du Dich selbst. Du versäumst dadurch gesunde Grenzen zwischen den Umständen, den Menschen um Dich herum und Dir selbst zu ziehen.

Wenn Du Dich aber nicht um Dich und das, was Du willst kümmerst, dann macht das niemand. Nicht Deine Mama, nicht der liebe Gott und auch nicht der Heilige Geist. Dein Leben wird einer Achterbahn gleichen und Deine Emotionen und Gedanken werden kotzen. Dein Selbstwert wird selbstverständlich von äußeren Umständen oder Personen bestimmt sein. Oder ist er das vielleicht schon? Likes auf Instagram zählen auch dazu, denk dran. Viele Blockaden, Selbstwert- und Selbstbewusstseinsprobleme, die mir bisher mit Klienten untergekommen sind, rühren aus der ungeklärten Frage “Wer bin ich?”. Stabil und entspannt ist anders. Also musst Du aufstehen, für Dich kämpfen und Dir darüber im Klaren sein, dass, wenn Du das nicht tust, Du automatisch anderen Menschen oder den Umständen Macht über Dich gibst. Das gute Leben ist daher immer Kampf und Kunst zugleich. Sagen zumindest meine Bizepse und die werden ja wohl recht haben, oder?
 

LET GO, JUST LET GO

Wir haben also geklärt, wenn Du mal wieder über Deinen bescheuerten Chef oder Kollegen abkotzt, dass sich das dann zwar kurzfristig gut anfühlt, aber Du ihm mehr Macht über Dich gibst. Gehen wir nun aber eine Stufe weiter, dann sind wir bei tiefen emotionalen Verletzungen, die in Dir Wut, Hass, Groll und Rachegefühle auslösen können. Auch diese haben Macht über Dich, selbst wenn diese lange zurückliegen. Das Ideal wäre jetzt mein Freund Tyler Durden: “Let Go”.Einfach loslassen. Aber dafür muss aber neben einem guten Selbstbewusstsein und Selbstwert zeitgleich auch noch das eigene Ego entkoppelt sein. Und das ist noch mal ne ganz ander Hausnummer, über die ich an anderer Stelle noch mal schreiben werde. Sicher ist aber, dass Du Dein Ego niemals überwinden und ablegen kannst (und damit auch nicht die ganze aufgestaute negative Energie), wenn Du nicht weißt, wer Du bist und nicht bei kleineren, belanglosen Dingen loslassen kannst.

Auch hast keine Kontrolle darüber, ob sich jemand bei Dir entschuldigen wird. Wenn Du damit wartest, Menschen zu vergeben, bis sie sich entschuldigen, gibst Du ihnen nicht nur die Kontrolle über Dein Leben, sondern vielleicht sogar über Deinen Tod. Deshalb solltest Du Dich immer für Loslassen entscheiden und die Vergangenheit akzeptieren und nicht in ihr leben. Das macht krank.

Wir halten mal fest, dass loslassen Können die neue Superpower auf diesem Planeten ist, welche für Dich alles ändern und viel einfacher machen würde. Ich bin dafür, dass Marvel einen Superhelden mit dieser Fähigkeit rausbringt. Gottgleich stelle ich mir den vor. Vielleicht baut man dem dann auch mal so nen fetten Kirchen-Tempel wie auf dem Artikelbild und klatscht für 4 Millionen Euro Mosaik in eine Kuppel mit 30 Metern Durchmesser. Da würd ich dann wohl auch mal mitkommen, wenns anständiges Freibier gibt. Aber so geben mir die da alle zu viel Verantwortung und Macht ab. Schließlich wird der Lattenjupp schon wissen, ob ich in die Hölle komme oder mir im Himmel alles vergeben wird und ich bei den 27 Jungfrauen lande. Ah ne, das war ja bei dem anderen Kollegen. Jedem das seine, sag ich mal. Meins ist: Macht behalten und loslassen können!
 

HAUSAUFGABEN

Du solltest viel selektiver mit Deiner Zeit und Energie sein. Schreib mal auf, was oder wer Dir Energie gibt bzw. was oder wer Dir Energie zieht. Wo zeigst Du oft mit dem Finger auf andere oder Umstände und gibst damit Deine Macht ab bzw. begibst Dich in die Opferperspektive.

Achte zudem auf Deine Sprache. Sie verrät wo Du Deine Macht abgibst:

  • „Mein Chef macht mich so wütend.“
  • „Mein Freund hat mich verlassen, weil ich nicht gut genug bin.“
  • „Meine Mutter macht mir ein wirklich schlechtes Gewissen, weil sie immer so kritisch mit mir ist.“
  • „Ich muss meine Schwiegereltern jeden Sonntag zum Essen einladen.“
  • “Ich kann am Samstag Abend nicht mitkommen.”

Klar, Du siehst es schon. Ein stabiles und starkes Mindset kannst Du nur bekommen, wenn Du anderen Menschen und Umständen nicht erlaubst zu definieren, wer Du bist. Es ist nicht dein Chef, der Dich anpisst, sondern vermutlich Du selbst. Du hast die Wahl und für diese Wahl die Verantwortung. Vielleicht musst Du aber auch nicht Deine Schwiegereltern einladen, sondern Du willst es, weil Dir Familie wichtig ist. Und am Samstagabend kannst Du nicht mitkommen oder willst Du nicht?

Wenn Du das nächste Mal kritisiert wirst und Du Dich aufregst, dann frag Dich stattdessen lieber diese Fragen:

  • Welche Beweise gibt es, dass dies wahr ist?
  • Welche Beweise habe ich, dass dies nicht wahr ist?
  • Warum könnte diese Person mir dieses Feedback geben?
  • Möchte ich etwas an meinem Verhalten ändern?

Jetzt bist Du wieder bei Dir und Du selbst kannst entscheiden, ob Du etwas verändern willst und nicht, weil Du es “musst”.

Soviel für heute.

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Geschrieben von: Sascha

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