Kein Selbstmitleid – MIE#01

Kein Selbstmitleid MIE#01 | AMOR FATI

von: Sascha

von: Sascha

So, dann wollen wa ma, wonnich. Erster Teil der Artikelreihe “Mindset is everything: Wie Du einen starken und stabilen Geist für ein erfülltes, glückliches und erfolgreiches Leben entwickelst”, steht auf dem Plan. Fall Du den Einleitungsteil noch nicht gelesen hast dann aber noch mal schnell ran da – und zwar hier: Einleitung Artikelreihe Mindset is everything. Alle anderen haben ja schon auf dem Schirm, worum es geht und das wir uns bei der Entwicklung eines starken und stabilen Geistes nur mit den Dingen beschäftigen wollen, die Du zukünftig NICHT mehr machen solltest, da diese einen erheblich größeren Hebel auf Dein Leben haben werden. Ab gehts mit MIE#01 – kein Selbstmitleid. 

 

SELBSTMITLEIDS-PARTY

“Self-pity is easily the most destructive of the nonpharmaceutical narcotics; it is addictive, gives momentary pleasure and separates the victim from reality.” – John Gardner

Jaja so is das mit guten Zitaten, eigentlich könnte ich jetzt schon wieder den Artikel beenden. All done. Everything said. Überschrift und Zitat von Herrn Gardner sagen mehr als nur das Nötige. Zur Sicherheit noch mal übersetzt:

“Selbstmitleid ist mit Abstand das zerstörerischste aller nicht-pharmazeutischen Narkotika; es macht süchtig, verschafft momentane Freude und trennt das Opfer von der Realität.”

Wir fassen also schon mal an einer frühen Stelle zum Thema Selbstmitleid zusammen:

  • s,Selbstzerstörerisch = destruktive Energie gegen sich selbst gerichtet
  • Narkotika = Betäubungsmittel = sich nicht selbst fühlen müssen
  • Sucht = immer wieder haben wollen, nicht kontrollierbar = abhängig = unfrei
  • Momentane Freude = fühlt sich kurzfristig gut an = scheint eine schnelle Lösung
  • Opfer = Opferperspektive = “es wird mit mir gemacht” = Problemfokussierung = Verantwortung abgeben = keinerlei Chance auf Änderung mit dieser Sichtweise
  • Trennung von Realität = Verzerrte Wahrnehmung = eingesperrt in eigener destruktiven Welt = Selbsterfüllende Prophezeiung

 

Zusatz 1: sekundärer Krankheitszugewinn

Obwohl sich Selbstmitleid erst mal scheiße und zerstörerisch anhört, insbesondere mit meinen Anmerkungen in den Aufzählungen, sollte man doch meinen, dass niemand auf eine Selbstmitleids-Party gehen will, oder? Dem ist aber nicht so. Es gibt da sogar ganze Festivals von. Da gehts dann darum, wer das größere Opfer, das härteste Schicksal oder das beschissenste Leben hat. Da fragste Dich doch, warum so ein Scheiß überhaupt aufgeführt wird oder nicht?

Ganz einfach: Weil die Betroffenen aus dem Selbstmitleid einen Gewinn ziehen! Oftmals Aufmerksamkeit, Zuwendung, Hilfe bekommen, jemand hört zu, Bestätigung, Betäubung des Tieferligenden etc. Dadurch wird es zu einem selbstverstärkenden, unfassbar negativen Prozess und das eigene negative Selbstbild, die Problemfokussierung und Opferperspektive wird einzementiert. Das machen wir dann alle den ganzen lieben langen Tag im Chor für die nächsten Jahre und fertig ist ein Leben fürn Arsch. Garantiere ich Dir. Und solange wir als Gesellschaft immer schön weiter Dutzi-Dutzi machen bei den depressiv Erkrankten wird das auch nix. Meiner Meinung nach sollten wir Hoffnung geben und in einer lösungsorientierten Weise unterstützen, sodass Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen erfahren werden kann. Aber Antidepressivum geht halt schneller und versteht auch jeder. 

 

Zusatz 2: Loslassen

Ein großes Ideal und eine große Aufgabe. Es spielt keine Rolle, was für ein Paket Du zu tragen hast, was in Deiner Vergangenheit passiert ist und warum Du an welcher Stelle ungerecht behandelt wurdest. Wer Dich verletzt hat oder was auch immer Du in Deiner Vergangenheit versuchst, rückgängig oder ungeschehen zu machen. Nicht dagegen ankämpfen, sondern erkennen, dass Du versuchst zu ändern, was nicht mehr zu ändern ist. Annehmen, ja sagen und aufhören in der Vergangenheit zu leben und das dort Vorhandene in die Gegenwart zu ziehen, um darunter zu leiden. Du kannst entscheiden, die Kontrolle zu übernehmen. Auch wenn Du Deine Umstände oder Deine Vergangenheit nicht ändern kannst, kannst Du Deine Reaktion darauf und Deine Einstellung dazu ändern. Deshalb gehe ich so gerne mit meinem Freund Fritz, ich bin Dynamit und der Philosoph mit dem Hammer, Nietzsche:

“Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man. Auf, laßt uns den Geist der Schwere töten!” – Friedrich Nietzsche

Spätestens Jetzt, nach diesem zweiten Zitat bin ich wirklich durch mit dem Artikel. Deswegen liebe ich pragmatische Philosophie und Aphorismen. Da steckt mehr drin als in vielen Büchern.

Der Geist der Schwere, welcher in Dir aufgrund der Umstände und Deines Lebens in der Vergangenheit lastet, ist das Problem. Dein Selbstmitleid, der Versuch, diese Schwere loszuwerden, das Symptom bzw. der Abwehrmechanismus. Aber so wie Fritz schon sagt: ne scheiß Idee, wenn dabei auf Zorn, Groll, Wut, Hass, Opferperspektive oder Ähnliches zurückgegriffen wird. Schon mal ernsthaft drüber nachgedacht, darüber zu lachen? Super befreiend. Oder zumindest mal über die Frage nachgedacht, was Du tun kannst, um alles lockerer und mit mehr Humor zu nehmen? Oftmals fehlt genau das leider, denn dann wäre ja der Krankheitszugewinn auch passé. Denn wenn Du lachst, bist Du stark, in Kontrolle, lösungsorientiert und bereit loszulassen.

Deshalb musst Du Dir im Klaren darüber sein, solange Dein Abwehrmechanismus aktiv ist und Du Selbstmitleid hast, wirst Du niemals das darunterliegende Problem beheben, da Du so weiterhin eine lösungsorientierte Sichtweise aufschiebst und niemals in Handlung kommen wirst. Und ohne Handlung auch keine relevante Veränderung. Deshalb kann sich mit Selbstmitleid ja auch so wunderbar Zeit erkauft werden, um eine Handlung oder Entscheidung zu verzögern, aber auch, um das tieferliegende Problem nicht sehen und angehen zu müssen. Stichwort Betäubung. 

 

Zusatz 3: Denken ändern

Es geht darum, eine bewusste Entscheidung zu treffen, die Geschenke des Lebens zu feiern und Dich zu weigern, Dich auf mitleidige Weise zu verhalten. Anstatt Dich für das, was Du verloren hast, zu bemitleiden, entscheidest Du Dich dafür, dankbar für das zu sein, was Du hast. Völlig andere Perspektive. Ich kann empfehlen, ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben. Falls Du Kinder hast, dann bringst Du es direkt auch Deinen Kindern bei und ihr macht es gemeinsam. Eine Klientin von mir hat es mal als unverzichtbares Abendritual mit Ihren Kindern beschrieben, bei dem sie immer mit einem Lachen ins Bett geht. Und wie wir gelernt haben, brauchen wir mehr Lachen.

Schreib einfach auf, wofür Du heute dankbar bist, was Gut geklappt hat, wobei Du erfolgreich warst. Wichtig ist, dass Du Dich daran gewöhnst, oft die Perspektive zu wechseln. Frage Dich, wie kannst Du die Situation anders betrachten. Wusstest Du, das ca. ⅔ der Weltbevölkerung von 2-5 Dollar am Tag leben? Wie scheiße ist Dein Leben jetzt?

Wenn Deine Gedanken wieder mal im Kreis rennen, dann nimm den Körper mit rein. Geh spazieren, lies ein Buch, kauf Dir einen Boxsack oder mein Favorit: Stell Dich unter eine eiskalte Dusche. So schaltet sich der Kopf einfacher aus. Raus aus dem Teufelskreis Selbstmitleid. Erinnern Dich an Zeiten, in denen Du in der Vergangenheit Probleme gelöst und Tragödien gemeistert hast.
Jetzt aber abschließend meine zwei Zerstörerfragen, wenn Dein Selbstmitleid-Kopf mal wieder im Kreis rennt und alles komplett schwarz und scheiße aussieht:

  • Welche Beweise hast Du, dass Du das durchstehen kannst / dafür eine Lösung finden kannst?
  • Was würdest Du einer geliebten Person raten, wenn diese in Deiner Situation wäre.

 

SELBSTMITLEID CHECKLISTE

Der Vollständigkeit halber hier mal ein paar Klassiker Gedanken / Handlungen die oft bei Selbstmitleid auftauchen:

  • Deine Probleme sind schlimmer als die der anderen
  • Probleme tauchen in Deinem Leben schneller auf als bei anderen
  • Du bist Dir sicher, dass so ziemlich niemand versteht, wie hart Dein Leben ist
  • Du ziehst Dich aus Sozialen- oder Freizeitaktivitäten zurück
  • Du hast wenig bis keine Energie
  • Du erzählst häufiger, was schlecht gelaufen ist, als das was gut war
  • Du findest nichts, wofür Du dankbar sein kannst
  • Du beschwerst Dich oft darüber, das etwas nicht fair ist
  • Du denkst, andere Menschen haben das Geschenk eines leichteren Lebens
  • Du denkst manchmal, dass Du die Scheiße magisch anziehst und die Welt es auf Dich angesehen hat.

So viel zu Teil eins, nächste Woche gehts weiter mit Teil zwei.

P.S.: Feedback, Kritik, Wünsche, Anregungen und Hate gerne unten in die Kommentare oder per Mail an [email protected]. Wenn Mail zu Old School ist: Dann einfach per WhatsApp rüber damit.

COACHING & FEEDBACK

Cochinganfragen, Feedback, Kritik und Wünsche bitte per WhatsApp oder per Mail an [email protected]. Einfach auf den Link klicken.
 

NEWS & UPDATES

Du willst mehr? Jeden Montag veröffentlichen wir einen Artikel im deutschen oder englischen AF-Blog. Klicke hier und trag Dich ein, um eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn ein deutscher Blog-Post oder andere News veröffentlicht werden: Get AF News

Thematisch passende Artikel:

Keine Verantwortung und Macht abgeben – MIE#02

“Self-pity is easily the most destructive of the nonpharmaceutical narcotics; it is addictive, gives momentary pleasure and separates the victim from reality.”

John Gardner

Geschrieben von: Sascha

Hallo, ich bin Sascha von AMOR FATI. Ich lebe seit 12/2019 ohne Wohnsitz. Ich habe einfach losgelassen und das System verlassen, um mich auf eine freie und abenteuerliche Reise zu begeben. Eine Reise ins wirkliche Leben und durch die Welt. Eine Reise mit der Aufgabe: Werde, wer du bist! und der Frage: Was schafft ein erfülltes Leben? Mein Ziel ist es, AMOR FATI durch meine eigenen Inhalte und Impulse zu fördern und zu verbreiten. Ich möchte eine starke Gemeinschaft aufbauen, die auf den Werten und der Struktur von AMOR FATI basiert, und dadurch eine außergewöhnliche Gemeinschaft mit großartigen Menschen aufbauen.

1 Kommentar

  1. Leander

    Hallo Sascha, eine wichtige und hilfreiche Artikelreihe. Du verbindest die Theorie -die Darstellung des Problems- mit praktischen Anleitungen -die finde ich sehr wichtig; wie geht man die Überlegungen/Veränderungen Schritt für Schritt an. Hierzu Übungen/Hausaufgaben runden den Veränderungsprozess ab. Freue mich auf eine spannende Reise durch Deine Artikel, die einen hohen Mehrwert haben und dem Leser Anregungen und Hilfen zur positiven Veränderung an die Hand geben. Freue mich sehr auf den nächsten Artikel.

    Danke für Deine wertvolle Arbeit!

    Dir eine schöne Zeit.

    Gruß

    Leander

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Weitere Beiträge

Erkenne Dich selbst & lebe Deine Werte – MIE#16

Erkenne Dich selbst & lebe Deine Werte – MIE#16

Artikel Nummer sechzehn aus der Artikelreihe “Mindset is everything”.

in dem Artikel geht es um:

– Warum Du Dich selbst erkennen und gemäß Deiner Natur leben solltest, wenn Du ein spielerisches und leichtes Leben haben willst.

– Warum Du bewusst ein Leben auf der Grundlage von Werten führen solltest, wenn Du ein authentisches und erfülltes Leben anstrebst.

– Warum Lebenswerte und Selbsterkenntnis Dir und Deinem Leben Ziele, Orientierung, Motivation, Stabilität, Fortschritt und Sinn geben.

mehr lesen
Stelle Dich Deinen Ängsten & entwickle Dich stetig weiter – MIE#15

Stelle Dich Deinen Ängsten & entwickle Dich stetig weiter – MIE#15

Artikel Nummer fünfzehn aus der Artikelreihe “Mindset is everything”.

In dem heutigen Artikel geht es um:

– Warum Du Dich aus philosophischer Sicht ständig weiterentwickeln solltest.

– Warum und wie Dir dieses persönliche Wachstum im pragmatischen Alltag/Leben helfen wird.

– Warum Weiterentwicklung Dir mehr Zufriedenheit und Sicherheit für eine leichtere Zukunft geben wird.

– Warum Du Dich Deinen Ängsten stellen solltest.
Warum Du für Deine Ängste dankbar sein solltest.

mehr lesen
Gesundheit und Fitness nicht vernachlässigen – MIE#14

Gesundheit und Fitness nicht vernachlässigen – MIE#14

Artikel Nummer vierzehn aus der Artikelreihe “Mindset is everything”.

In dem heutigen Artikel geht es um folgende Punkte:

– Warum ist es für die geistige Gesundheit wichtig, auch körperlich gesund und fit zu sein?

– Welche Maßnahmen der körperlichen Gesundheit und Fitness wirken sich positiv auf die Psyche aus?

– Welche Maßnahmen kannst Du sofort in Deinen Alltag einbauen, um über Deinen Körper positiven Einfluss auf Deine Psyche zu nehmen?

mehr lesen

Willst Du über neue Artikel informiert werden?

Trag Dich ein und erhalte eine Benachrichtigung, wenn ein neuer Blog-Post oder andere News veröffentlicht werden. Wähle Deinen favorisierten Benachrichtigungsweg.

WhatsApp

Erhalte News & Updates per Whatsapp. Klicke dafür auf den Button und sende mir Deine Nachricht. Ich füge Dich dem Broadcast hinzu.

E-Mail

Erhalte eine News & Update Benachrichtigung per E-Mail. Trage einfach Deinen Namen und Deine E-Mail ein und bestätige diese im nächsten Schritt.

Telegram

Erhalte eine News & Update Benachrichtigung per Telegram-Channel. Klicke dafür auf den Button und trete automatisch dem deutschen Channel bei.

Copy link