Nicht in der Vergangenheit leben – MIE#07

von | 23.08.2021 | Artikel

Nicht in der Vergangenheit leben - MIE#07 | AMOR FATI
Artikel Nummer sieben aus der Artikelreihe “Mindset is everything: Wie Du einen starken und stabilen Geist für ein erfülltes, glückliches und erfolgreiches Leben entwickelst”. Heute geht es um Zurückspulen, die Zeit zurückdrehen und Gedanken wie: “Früher war alles besser”, “Ich würde vieles anders machen, wenn ich nur könnte” und “Ich kann die Ereignisse meiner Vergangenheit einfach nicht akzeptieren und loslassen”. Du siehst schon, es geht im Kern um Bedauern und Bereuen von Ereignissen in Deiner Vergangenheit. Quicky – Let’s go.
 

NUNQUAM RETRORSUM – BANDSALAT

Als ich Kind war, kannte man noch anständige Kassetten. Der dicke, sprechende Elefant und die Abenteuerbande TKKG waren Kult im Kinderzimmer – jeden Abend bis zum Sandmännchen. Klar hatte ich an meinem Kassettenrekorder auch eine Taste “Zurückspulen”, aber die wollte doch niemand ernsthaft drücken. Viel zu spannend, wie es wohl weitergeht und was als Nächstes geschieht. Play war mein Button und mein Ding. Hier steckt schon Spielen, Abenteuer und Neugier drin – wundervoll. Wenn mich dann aber doch die Müdigkeit überkam, schlief der kleine Sascha ein und der Elefant quatsche einfach weiter.

Und am nächsten Tag startete dann die Sucherei nach der letzten bekannten Stelle in der Geschichte von vorherigen Abend. Jeder, der das hier liest und jetzt nicht fragt: “Häääää, was sind denn Kassetten, ich kenn nur Kroketten”, der weiß ziemlich genau, was passiert, wenn man zu häufig Hin- und Her-gespult hat. Exakt: Bandsalat.

Und so sehe ich mich noch heute mit meinen Fingern oder einem Bleistift die scheiß Kassette manuell auffädeln und alles nur, weil der kack Elefant zwar sprechen kann, aber es angeblich nicht rafft, wenn niemand mehr da ist, der ihm zuhört? Habe ich damals nicht wirklich verstanden. Was aber hängen geblieben ist: Nunquam Retrorsum – Niemals zurück(spulen).

Selbiges gilt auch für Dein Leben, wenn Du kein Bock hast, unter Deiner Vergangenheit und den Ereignissen zu leiden. Nicht in der Vergangenheit leben, nicht an ihr kleben und immer schön nach vorne zum Licht streben. (Junge kann ich Reimen).

„We do not heal the past by dwelling there; we heal the past by living fully in the present.“ – Marianne Williamson

 

WANN DU IN DER VERGANGENHEIT LEBST

  • Du bedauerst Dinge aus Deiner Vergangenheit und leidest darunter.
  • Du fragst Dich oft, wie Dein Leben wohl gelaufen wäre, wenn Du an der ein oder anderen Stelle eine andere Entscheidung getroffen hättest.
  • Du schwelgst oft in Erinnerungen an etwas oder jemanden, sodass es Dich in Deinem Alltag beeinflusst.
  • Du schämst Dich für Dinge in Deiner Vergangenheit.
  • Übermäßig häufige Gedanken wie “was hätte besser/anders laufen können”, fesseln Dich.

Ne, ich will damit nicht sagen, dass Selbstreflexion sinnlos ist. Das Gegenteil ist der Fall. Reflektieren ist gut, solange Du aus der Vergangenheit lernst und sie wieder loslassen kannst. Steckst Du aber in ihr fest, dann wird es schnell selbstzerstörerisch. Also reflektieren, daraus lernen, nach vorne schauen und immer schön zum Licht streben.
 

WARUM DU IN DER VERGANGENHEIT LEBST

Sicherlich nicht, weil dort pauschal alles besser war. Sondern weil Du sie nicht akzeptieren oder loslassen kannst bzw. willst. “Mehr” ist es nicht. Unverarbeitet, unterdrückte und verdrängte Emotionen wie Schuldgefühle, Scham, Trauer und Wut können oft ein Hauptgrund sein. Sie reißen Dich immer wieder zurück und damit nicht nur in die Erinnerungen, sondern auch in die Emotionen, die damit verbunden sind. Hier gilt es dann, genau diese aufzuarbeiten, zu kanalisieren und aufzulösen.

Tja, und jetzt wirds wild: Evtl. denkst Du auch unterbewusst, dass Du es nicht verdienst, glücklich zu sein und daher in Deiner Vergangenheit klebst. Insbesondere in Fällen, wo Du Dir vielleicht selbst nicht vergeben kannst, ist vielleicht Deine Taktik, dass es Dir erst mal lange genug scheiße gehen muss und nur dann kannst Du Dir selbst vielleicht verzeihen. Selbstzerstörung, Selbstbestrafung und geringer Selbstwert lassen grüßen. Ein Himmelfahrtskommando und ein Garant für Leid.

Mach Dir bewusst, dass, wenn Du in der Vergangenheit klebst, sich nix ändert. Im Gegenteil, es geht Dir nur beschissener. Lerne aus der Vergangenheit und akzeptiere sie, egal wie schwer das sein mag. Das braucht manchmal einiges an Zeit, aber es ist der einzige Weg, den es sich lohnt zu gehen, denn die Vergangenheit ist nicht manipulierbar, nicht veränderbar. Egal, wie sehr Du Dir das wünscht und was Du auch versuchst. Diese Einsicht kann hart sein, aber ist auch die Einzige zurück in Deine Freiheit.
 

DIE OPFERPERSPEKTIVE SCHAUT AUCH MAL KURZ VORBEI

Häufig ist das Leben in der Vergangenheit auch mit der Opferperspektive gekoppelt. Wenn Du gerne ein Ereignis in Deiner Vergangenheit ungeschehen machen willst, weil es für Dich nicht erträglich ist und es Dich in Deinem Alltag belastet, dann bist Du vermutlich schon mitten drin. Fokus weg vom Problem und der Vergangenheit und hingerichtet zur Lösung und Zukunft. Für weitere Infos zur Opferperspektive einfach noch mal den Artikel “Kein Selbstmitleid – MIE#01” lesen.

Weiterhin geht auch mit einem Fokus auf Deine Vergangenheit und dem Feststecken darin ein externer “locus of control” einher. Du versucht also Dinge außerhalb Deines Einflussbereiches und Deiner Kontrolle zu verändern. Hierzu habe ich einen separaten Artikel geschrieben, den ich an dieser Stelle noch mal empfehle zu lesen: “Kein Fokus auf Dinge außerhalb Deiner Kontrolle – MIE#04”.
 

FRIEDEN MIT DER VERGANGENHEIT SCHLIEßEN

Hier bin ich jetzt mit dem Fokus auf dem Allvater und unser aller bestem Freund: dem Tod. Man stelle sich mal ein Leben ohne ihn vor. Nichts hätte mehr Wert, niemand müsste mehr seinen Arsch bewegen. Alles wäre “komm ich heut nicht, komm ich morgen” und wertlos. Einheitsbrei und Pampe. Der Tod ist ein Muss und macht das Leben erst schön und lebenswert. In so einem Szenario wäre vielleicht dem Tod nachtrauern angebracht, so unabdingbar essenziell ist er für uns. Denn ohne ihn bräuchten wir uns auch für nichts ins Zeug legen, Sex könnten wir komplett abschaffen und das aller Schlimmste: Philosophie wäre höchstens noch ein gut gemeinter Spruch beim nächsten Suff an der Kneipentheke. Es klingt absurd, aber der Tod bringt und alles, wofür es sich zu leben lohnt. Aber das ist ein anderer Artikel.

Wenn Du jemanden Geliebten verloren hast, dann sitzt die Trauer tief und ich denke, dass eine angebrachte Trauerzeit sinnvoll ist, um zukünftig wieder ein lachendes und leichteres Leben zu führen. Dann ist es aber wichtig, dass Du Dir auch wieder erlaubst, schöne Dinge zu machen und zu fühlen. Ja, ich habe erlauben gesagt, dann viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass wenn sie jemanden viel und lange geliebt haben, dass sie dann auch extra lange trauern müssen. Länger als gewöhnlich, da es sich um einen Ausdruck ihrer weiterhin vorhandenen Liebe handelt.

Ich bin auch schon mehrfach durch den Prozess der Trauer gegangen. Vermutlich am härtesten, als vor vielen Jahren eines Tages plötzlich meine Mutter aus nach wie vor ungeklärten Gründen verstorben ist. Zack, einfach weg – Memento Mori. Aus meiner Erfahrung kann ich Dir sagen, es gibt keine richtige Zeitspanne, um zu trauern. Ab einem gewissen Punkt musst Du Dich wieder für das Leben entscheiden und Dir die Erlaubnis dafür geben. Wie gesagt: Weitergehen und immer zum Licht.
 

HAUSAUFGABEN

Durchlebe die Emotionen der Vergangenheit, wenn diese bisher unverarbeitet sind. Räume Dir Platz für die Trauer ein. Erinnere Dich, schreibe alles raus in Form von Briefen oder Tagebüchern. Verarbeitet mit Musik, Kunst oder Tieren. Geh raus ins Leben und schaffe Dir neue positive Emotionen. Ich will in diesem Artikel aber keinen ausführlichen Trauerratgeber schreiben, gerne kann ich in einem anderen Artikel mal über die Verarbeitung und Auflösung von Emotionen aus meiner Erfahrung berichten.

Beste Grüße und immer vom Schatten ins Licht!

NEWS & UPDATES

Du willst mehr? Dann trage Dich für AMOR FATI News & Updates ein, um eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn ein neuer Artikel, Podcast oder andere News veröffentlicht werden: Get AF News

 

COACHING & FEEDBACK

Cochinganfragen, Feedbacks und Wünsche kannst Du per WhatsApp oder per Telegram direkt an mich (Sascha) richten. Klicke einfach auf den bevorzugten Link und schreibe mir.

„We do not heal the past by dwelling there; we heal the past by living fully in the present.“

Marianne Williamson

1 Kommentar

  1. Christin

    Du hast mich letztes Jahr gefragt: „Was bereust du?“, ich gab dir eine Antwort und nach dem Gespräch wusste ich, ich bereue es doch nicht, denn ohne dieses Ereignis/diese Entscheidungen wäre einiges, das positiv war, nicht geschehen. An einem Punkt muss ich dennoch noch arbeiten 😉
    Guter Tipp: Schreiben! Mache ich schon immer und hilft, die Gedanken und Gefühle zu ordnen, da man es einfach ausformulieren muss.
    Zweiter guter Tipp: Musik!
    Für mich am besten beides in Kombination 🙂

    Liebe Grüße

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Willst Du über neue Artikel & Podcasts informiert werden?

Trag Dich ein und erhalte eine Benachrichtigung, wenn ein neuer Blog-Artikel, Podcast oder andere News veröffentlicht werden. Wähle Deinen favorisierten Benachrichtigungsweg.

WhatsApp

Erhalte News & Updates per WhatsApp. Klicke dafür auf den Button und sende mir eine Nachricht. Ich füge Dich dem Broadcast hinzu.

E-Mail

Erhalte News & Update per E-Mail. Trage einfach Deinen Namen und Deine E-Mail ein und bestätige diese im nächsten Schritt.

Telegram

Erhalte News & Update per Telegram. Klicke dafür auf den Button und trete automatisch der deutschen AF Telegram-Gruppe bei.

Weitere Artikel

Nimm Dich selbst nicht zu ernst & Memento Mori – MIE#18

Artikel Nummer achtzehn aus der Artikelreihe „Mindset is everything„.

in diesem Artikel geht es um:

  • Warum Du Dich selbst nicht so ernst nehmen solltest, wenn Du ein leichtes und erfülltes Leben anstrebst.
  • Warum und wie man mit Lachen töten kann.
  • Wie wir trotz unserer Sterblichkeit und schwieriger Lebensumstände ein wertvolles und starkes Leben führen können.
  • Warum der Tod ein Muss ist und Du lernen solltest, zu sterben.
  • Was Friedrich Nietzsche mit AMOR FATI gemeint hat.
mehr lesen

Erschaffe keine Probleme & Drama – MIE#17

Artikel Nummer siebzehn aus der Artikelreihe “Mindset is everything”.

in diesem Artikel geht es um:

  • Warum „Probleme“ aus philosophischer Sicht eigentlich Pillepalle sind.
  • Warum oft Probleme und Drama erschaffen werden und darunter gelitten wird.
  • Wie Du Deinen Problemen entgegentreten solltest, wenn Du nicht übermäßig unter ihnen leiden willst.
  • Warum Probleme die größte Drogen auf diesem Planeten sind.
  • Wie Du Menschen erkennst, die Probleme erschaffen und Drama kreieren wollen.
mehr lesen

Erkenne Dich selbst & lebe Deine Werte – MIE#16

Artikel Nummer sechzehn aus der Artikelreihe “Mindset is everything”.

in diesem Artikel geht es um:

  • Warum Du Dich selbst erkennen und gemäß Deiner Natur leben solltest, wenn Du ein spielerisches und leichtes Leben haben willst.
  • Warum Du bewusst ein Leben auf der Grundlage von Werten führen solltest, wenn Du ein authentisches und erfülltes Leben anstrebst.
  • Warum Lebenswerte und Selbsterkenntnis Dir und Deinem Leben Ziele, Orientierung, Motivation, Stabilität, Fortschritt und Sinn geben.
mehr lesen
Copy link