Drogen, Dämonen & Leitplanken: Mein Kampf und der Weg zur Selbstüberwindung

Drogen, Dämonen & Leitplanken | AMOR FATI

von: Sascha

von: Sascha

In diesem Artikel möchte ich aus dem Nähkästchen plaudern. Ich möchte über das schreiben, was sonst nicht mal ausgesprochen, geschweige denn gedacht wird. Wir wollen an meiner persönlichen Geschichte einmal einen Blick hinter die “Fassade” bekommen. Ich werde Dir meinen Kampf vorstellen und herausarbeiten, was Du für Dich daraus mitnehmen kannst.

Auf diesem Weg werde ich die folgenden mir häufig gestellten Fragen beantworten:

  1. Was war bei mir bislang das Wichtigste auf meinem Weg zu einem freien, erfüllten und glücklichen Leben und was kannst Du daraus lernen?
  2. Was sind die Hausaufgaben, die meiner Meinung nach zweifelsohne gemacht werden müssen, um dieses zu erreichen?
  3. Was ist meine konkrete Strategie, die ich zur erfolgreichen Selbstüberwindung eingesetzt habe (und noch immer einsetze) und welche Rolle spielt hierbei eine starke wertebasierte Lebensphilosophie?

Glaub mir, hierfür werde ich die Hosen runterlassen und Dir mal nackt meinen Keller zeigen. Denn bekanntlich geht man doch genau dort zum Lachen hin, oder nicht? Alles unverblümt und raw. Alles echt, authentisch und mit einer Prise Humor und natürlich Philosophie.

Na, dann machen wir uns mal auf den Weg. Vorab will ich mich bei Dir als Dein Tourguide vorstellen.
 

HEUTE HIER, MORGEN DORT: EUTHYMIA & AMOR FATI

Sehr geehrte Leserin,
Sehr geehrter Leser,

Darf ich mich vorstellen?
Nein?
Okay, dann mal los:

Ich bin Sascha. 1,78 m, 33 Jahre, keine Haare, dafür ein paar lustige Punkte und Striche auf der Haut. Ich habe einen ironischen Humor und lache gerne. In meiner Freizeit reise, meditiere, trainiere, lese und schreibe ich. Ich liebe es, das Leben zu genießen, es zu verstehen und darüber zu philosophieren. Derzeit habe ich viel “Freizeit“ und reise in Vollzeit durch die Welt (natürlich insofern Corona nix dagegen hat). Die Erfahrungen auf dieser wundervollen Reise prägen mich. Sie zeigen mir, was Euthymia – “Das schöne, gelassene und heitere Leben“ für mich bedeutet. Sie schenken mir Freude, Glück und ein riesiges Grinsen. Allerdings auch Selbstkonfrontation, Einkehr und Selbstüberwindung. All das ist Druck, Feinschliff, innere Klärung und Reinigung bis zum eigenen: “Es nicht mehr anders haben wollen“. AMOR FATI eben.

Die AF-Philosophie ist hiermit untrennbar verflochten, so wie sie untrennbar mit mir verflochten ist. Sie gibt Freiheit, Gelassenheit und Orientierung. Zudem Struktur und stellt letztendlich sicher, dass sich mein Leben genau in die Richtung entwickelt, wie es mir entspricht und damit, dass ich ein glückliches und bombastisches Leben habe (und auch zukünftig haben werde). Denn genau darum geht es doch am Ende, oder?
 

„ICH MACHE, WAS ICH WILL. ICH TUE DAS, WORAN ICH GLAUBE.”

Geld verdiene ich, wenn ich meinen Laptop aufklappe. Dezentrale und digitale Arbeit von überall auf der Welt schenken mir einen hohen Grad an Freiheit. Ich kann hingehen, wo ich will, wann ich will, mit wem ich will, wie ich will …

Zudem bekomme ich keine Post, leide unter keiner Bürokratie, niemanden der meine Zeit klaut und Energie raubt. Keine typischen deutschen Ämter oder Steuerberater. Kein Plan zum Schneeschippen, niemanden, der von Außen reinredet oder nach dessen Nase ich tanzen soll. Keine verschwendete Zeit im Büro für Arbeit, welche auch in 3-4 Stunden hätte erledigt werden können (anstatt in 8-10 Stunden).

Nun ist stundenlange Zeit für die Dinge, die ich machen will: Kaffee in der Sonne trinken, gutes Essen, Spaziergänge, Strand, gute Gespräche, Bücher, Coachings, Meditation, Training, Yoga, Schreiben, Sightseeing, whatever. Fokus auf die eigene Entwicklung und ein geiles Leben. Dazu noch im Einklang mit meinem Wesen und meinen Werten. Dadurch kommt alles in den Flow, wird spielerisch ohne Krampf und Zwang. Dieser Lifestyle ist die bisher beste Entscheidung meines Lebens. Niemals war ich freier, unabhängiger, erfüllter und dankbarer. AMOR FATI eben.

Witziges Schicksal. Im Hintergrund shuffelt gerade Spotify die Onkelz rein:

„Ich mache, was ich will
Ich tue das, woran ich glaube
Ich lebe meine Wahrheit
Ich traue meinen Augen
Ich gehöre meinen Worten
Und mir selbst
Ich mache, was ich will
Ich mache das, was mir gefällt”
 

„DEINEN LIFESTYLE HÄTTE ICH AUCH GERNE – ABER…”

Oftmals höre ich: „Das klingt ja zu schön, um wahr zu sein. Sascha, wie hast Du das gemacht. Ich würde das ja auch gerne machen, aber …
Oder meinst Du ich kann das auch? Was sind denn die wichtigsten Schritte? Das ich von überall Geld verdienen kann oder? Ist doch sicher ziemlich teuer!? Geld, Geld, Geld … Bla, bla, bla …”

Und wie bereits zu Beginn erwähnt, soll es genau um diese Fragen und einige viel tiefere Einblicke gehen.
 

MEIN START: INNERER KRIEG

Kurz gesagt begann es bei mir 2009. Durch mehrere Schicksalsschläge sowie einige riesige Disruptionen im engsten Familien- und Freundeskreis wurde über 4-5 Jahre ein massives Scheiße-Domino in meinem Leben ausgelöst. Zumindest habe ich es damals so gesehen und empfunden. Die Details sollen an dieser Stelle eine untergeordnete Rolle spielen.

Das Ergebnis war: Viele Freunde und Familienangehörige wandten sich konsequent ab, Sinn- und Energielosigkeit bestimmten meinen Alltag, Chaos und Krieg formten sich in mir. Hinzu kamen im Zeitverlauf deutliche finanzielle Probleme (z. B. ohne Dispo kein Essen). Ich wurde von meinem Job freigestellt, weil ich monatelang nicht zur Arbeit ging und meine körperliche Verfassung ließ zu wünschen übrig (locker 10 kg zu viel). Ich hatte keine Orientierung, keine Ahnung was mir helfen würde und noch viel weniger wusste ich, was ich überhaupt wirklich wollte. Aber selbst wenn ich das gewusst hätte, stellte sich mir die Frage, wie ich das stemmen sollte. Panikattacken, innere Unruhe und Schlaflosigkeit reihten sich wie selbstverständlich ein. Die Ärzte diagnostizierten eine Depression und Burn-out, gaben mir Psychopharmaka, angstlösende Medikamente und legten mir eine Therapie nahe. So lief das dann einige Jahre: Unklarheit, Hoffnungslosigkeit, Ohnmächtigkeit.

Über die Jahre hatte ich mich schon damit abgefunden, dass so mein Leben nun mal läuft. Das ich in diesem Film lebe und alles zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt völlig normal ist. Das ich in der eine Woche kein Bock auf gar nix habe und in der anderen ein Arbeitstier bin. Das einmal alles gut ist und ich lachen kann und ein anderes Mal ich niemanden sehen will und nur heulen könnte. Klang alles nach bipolarer Störung für die Ärzte und Therapeuten.
 

VERSUCHTE HILFE: DIE KLASSIKER

Drei Therapien bei drei verschiedenen Therapeuten und mehr als 160 Einzelstunden gingen über mehrere Jahre ins Land. Mehrere Kurse zum autogenen Training, progressive Muskelrelaxation, Hypnose, Affirmationen, mehr Selbstliebe, “auch mal was für sich tun” und was sonst im Allgemeinen so geraten wird, um mehr “Balance und Ruhe” in sein Leben zu bekommen. Klar auch mit von der Partie: Sport. Aber bitte nicht zu viel und zu leistungsorientiert. Habe ich mich erfolgreich nicht dran gehalten: Wettkampf-Bodybuilding, Steroide und Kompensation sind die Stichworte, die in diesem Zusammenhang zu erwähnen sind. Mehr Details hierzu gibts in meinem Artikel: “Steroide absetzen und das “Leben” danach”.

„Wie geht’s Dir?”, war wohl die Frage, die ich in diesen Jahren am häufigsten gehört habe. Oftmals war sie auch ehrlich gemeint und die in meinem Leben verbliebenen Menschen wollten wirklich helfen – wussten aber nicht wie. Ihnen ging es also nicht anders als mir, sodass ich nur die Möglichkeit sah, die oben beschriebenen gängigen Empfehlungen meiner Ärzte und Therapeuten brav zu befolgen.
 

ERGEBNIS: ALLTAGSTAUGLICH

„Mir geht es besser.”, antworte ich dann oft und alle waren erleichtert. Ich war das auch, zumindest teilweise. Aber irgendwas oder irgendwem in mir ging es nach wie vor nicht gut. Was ich damit meine ist: Es hatte sich im Grunde nicht viel Wesentliches verändert, nur alles weniger intensiv oder häufig. „Teilerfolg!” und „Super Ergebnis!” wurde dies oft genannt. Klar, ich fühlte mich besser. Ich konnte besser mit mir und meinem inneren Krieg im Alltag umgehen, aber er war alles andere als weg. Ich empfand es eher als abgestumpft, betäubend und ignorierend. Ich war im Grunde nur wieder “alltagstauglich” aber regelmäßige, durch meinen inneren Krieg bedingte Ups- und Downs waren weiterhin vorhanden.
 

ERKENNTNIS: STOP FUCKING LYING TO YOURSELF

Eines Tages erkannte ich, dass ich mich jahrelang selbst als “krank” und “Patient” bezeichnete. Das ich zur Therapie, zum Sport und zu Kursen mit dem Selbstbild ging, das mit mir irgendwas nicht stimmt. Das, wenn mir ernsthaft daran gelegen sei, wieder “gesund” oder “normal” zu werden ich das alles halt machen müsse. Ich sah mich also in einem “kaputten” und “mangelhaftem” Zustand. Die Krankheit war gegen mich.

Mir kam der Gedanke, dass meine Situation und die Symptome aber vielleicht ja auch mir zuträglich sein könnten. Das dies der Weg meiner Seele, meines Geistes oder meines Unterbewusstseins (nenn es wie Du willst) ist, um mir zu sagen: „Sascha, hör mir doch bitte endlich mal zu. Hier läuft n richtiger Film und das ist nicht Deiner! Also sieh schnellstmöglich zu das Du was änderst. Wie lange soll das noch so gehen? Ich spiele mit Dir und für Dich, nicht gegen Dich, aber Du ignorierst mich. Hör zu!”

Einige Wochen gingen ins Land, mich mit diesem Gedanken anzufreunden, insbesondere weil ich der Meinung war, das ich alles andere tat, als meine Symptome und Situation zu ignorieren. Therapie, Medikamente, Sport war doch alles am Start und ich war auf einem guten Weg oder nicht?
 

PROBLEM: SELBST-PROSTITUTION IST NICHT SELBST-ERKENNTNIS

Die Wahrheit war: Ich war halt nur alltagsfähig und hatte Strategien und Methoden gelernt, mit meiner “Krankheit” umzugehen. Irgendwann so gut, dass ich “stabil” war, einem Job nachgehen konnte, eine Beziehung hatte und ein “normales” Leben führen konnte. Nur das normal eben immer noch bedeutete, heftige emotionale Schwankungen zu haben, Streit und Stress in der Beziehung, Perfektionismus, Leistungsdrang und innerliche Mindfucks. Dazu Zerrissenheit, Selbstzerstörung und Psychopharmaka.

Nüchtern betrachtet: Ich hatte mich der Selbst-Prostitution verschrieben und selbst wenn mein Leben nun stabiler und besser lief, war es ein Ritt auf Messersscheide. Überwunden war da nichts. Es war da nur auf tieferen Ebenen weniger präsent und machte mir periodisch die Hölle heiß und ich fühlte mich wieder scheiße, hoffnungslos und ohnmächtig (vor allem im Winter). Wie ein Vulkan, der brodelt und man nicht weiß, ob und wann er noch mal ausbrechen wird. An der Wurzel hatte sich gar nichts geändert, ich hatte Sie nicht mal gesehen, sollte ich später feststellen. Sie war immer noch verborgen und ich war beschäftigt mit Kleinscheiß, welcher sich dennoch gut anfühlte.
 

LÖSUNG: AMOR FATI – BECOME WHO YOU ARE

Aber sollte das so mein ganzes Leben weitergehen? War das das Leben, was ich mir für mich vorgestellt habe? Ich musste eine Entscheidung treffen: Entweder alles so akzeptieren, weil es “nun mal so ist” oder weitere Lösungswege inklusive weiterer Selbstkonfrontation suchen. Ich entschied mich für Letzteres, da ich Ersteres für kein wirkliches “Leben” hielt.

Die Konfrontation und Lösung meines beschriebenen Kernproblems, was trotz aller jahrelangen Bemühungen und Einhaltung aller Empfehlungen immer noch da war, ist gleichzeitig der wohl wichtigste Schritt zu meinem heutigen Leben gewesen. Es hat mich rückblickend am massivsten daran gehindert, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Ich denke, dass es ziemlich weit verbreitet ist und womöglich sogar auch Dich betrifft.

Daher springen wir nun noch tiefer rein und schauen auf:

  1. Mächtige Drogen (gekocht von)
  2. Mächtigeren Dämonen (ohne jegliche)
  3. Leitplanken


 

STATUS: FAST NACKT VOR DER KELLERTÜR

So, dann habe ich mich schon mal bis auf die Unterhose entkleidet und wir befinden und vor meiner Kellertür. Nice! Der Rest kommt auch noch – versprochen! Na, dann wollen wir mal die knarrenden Stufen runter und schauen, was wir dort in den ersten Räumen so finden. Wichtig ist: Hinschauen wollen, Ruhe bewahren und Lachen nicht vergessen. Let’s Go!
 

MEINE DROGE: PROBLEME, OPFER & MITLEID

Ich war abhängig und diese Abhängigkeit zu erkennen, sie erkennen zu wollen und weiter zu hinterfragen, ist der erste Schritt. Damit meine ich nicht Alkohol, Tabak, Medikamente, chemische Drogen, Glücksspiel, Sex oder gar dieses krasse Zeug: Instagram. Ich meine die vielleicht am häufigsten verbreitete Droge auf diesem Planeten.

Meine Droge war: Probleme kreieren, diese aufblasen, darüber jammern und unter ihnen leiden. Dadurch mich unbewusst in eine Opferperspektive begeben und damit Mitleid erzeugen.

Wie schon kurz angesprochen habe ich mich als “Patient” und “krank” gesehen. Ich habe im Außen nach Hilfe und Möglichkeiten gesucht, meinen “Mangel” zu beheben. Diese Sichtweise enthält bereits einen Opferstatus, welchen ich stillschweigend akzeptiert hatte. Meines Erachtens nach ist hierbei aber das Hauptproblem, welches implizit damit einhergeht, dass ich der Meinung war, dass es nicht mehr in meiner Macht stünde, irgendetwas an dieser Situation zu ändern (bzw. ändern zu wollen). Sogar noch krasser: ”Mir können nur andere helfen, ich selbst bin hilflos ausgeliefert, ohnmächtig”. Zudem manifestiert sich damit immer weiter dieser Status – selbsterfüllende Prophezeiung. Es geht so weit, dass wir uns vollends mit der Position als Opfer identifizieren und es uns dort gemütlich machen, selbst wenn es vermeintlich nicht so aussieht und wir es vehement dementieren. Dr. Z hat in seinem Artikel “Sei kein Patient” hierzu schon alles Detaillierte gesagt.

Die sechs wichtigsten Punkte hierzu zusammengefasst:

  1. Wenn du mit dem Finger auf andere oder Umstände zeigst, zeigen in Wirklichkeit mindestens drei auf Dich zurück
  2. Mitleid bedeutet miteinander zu leiden. Dies vergrößert das Leid allerdings zusätzlich und künstlich. Besser: zusammen proaktive Lösungen suchen und umsetzen
  3. Wenn Du wirklich etwas verändern willst, dann gilt es um jeden Preis die Opferperspektive zu verlassen
  4. Raus aus der Opferperspektive
  5. Raus aus der Opferperspektive
  6. Raus aus der Opferperspektive

 

WARUM ENTSTEHEN OPFERPERSPEKTIVEN?

Ich würde sagen: „Na ja, weil es so schön einfach ist und alles beim Alten bleibt. Du musst Dich nicht verändern, nachdenken oder reflektieren. Du behältst die Sicherheit, die Du darin findet, weil Du die Situation bereits kennst und mit dieser umgehen kannst. Du hast Dich mit ihr bereits abgefunden, sodass Du Dir hier eine vermeintliche Kontrolle suggerierst. Unabhängig davon, wie schlimm Du die Situation beschreibst. Und Kontrolle und Stabilität ist die Mutter der “Porzellankiste Leben”.

Jetzt stell Dir mal vor, Du würdest es einfach machen und dann klappt es nicht auf Anhieb. Dann wärest Du vielleicht mit Dir, Deinen Fähigkeiten, Ängsten und Emotionen konfrontiert. Angst vorm Scheitern und Zurückweisung spielen hier groß auf. All das lässt sich durch die Opferperspektive vermeiden.

Selbiges auf der anderen Seite. Du würdest es machen und es würde einfacher und besser klappen als gedacht. Du würdest erkennen, dass das ganze Drama gar nicht notwendig war. Sicherlich würdest Du denken: “Was für eine Scheiße habe ich mir denn da erzählt und geglaubt? Eine riesige Lebenslüge, auf der ich alles aufgebaut habe.” Klingt erst mal gut, kann aber soweit gehen, dass Du Dich, Dein Leben und alles infrage stellst. Auch nicht stabil und klar.”

Opferperspektiven helfen also dabei stabil zu bleiben und eine Form der Sicherheit zu erfahren, selbst wenn der/die Betroffene im Außen klagt. Der Status quo wird erhalten. Außerdem bedarf es so weniger Energie, Gehirnschmalz und Power, da es zu keiner Auseinandersetzung mit der Situation und sich selbst kommt. Oftmals entstehen sie im Zusammenhang mit dem subjektiven Gefühl von Hilflosigkeit, Ohnmächtigkeit und Abhängigkeit – häufig auch in der Kindheit (aber dazu später mehr). Um hiermit umgehen zu können, diese Emotionen verkraften zu können und nicht daran zu zerbrechen, dafür ist eine Opferperspektive perfekt. Sie entschuldigt Dich, entzieht Dir die Verantwortung, manifestiert sich selbst und stabilisiert Dich dadurch weiter. Außerdem stößt Sie nahezu immer auf Zuspruch und Verständnis in Deinem Umfeld, gibt Dir Mitleid, Zuwendung und Aufmerksamkeit durch andere Menschen – aber verändert eben auch nichts an Deiner Situation.

Merke: Stabilität und Arterhaltung sind evolutionär wichtiger als Selbstüberwindung und Selbsterfüllung.
 

INNEN VS. AUSSEN

Ich sehe die Opferperspektive auch als eine Art äußere Realität. Eine Geschichte, die wir uns so erzählen, dass wir sie selbst toll finden und glauben. Eine Art Schmerzmittel, mit dem wir die eigene Welt ertragen können. Im Gegensatz dazu steht aber unser innerer Wesenskern. Der Teil der Dich als Menschen ausmacht, der Du quasi “wirklich” bist. Dieser rebelliert dagegen, will je nach Persönlichkeit z. B. Unabhängigkeit, Authentizität, Integrität, Freude, Freiheit, Spaß. Er will Dein Selbst kompromisslos verkörpern, erforschen und leben. Auch wenn Du noch nicht genau weißt, wie das aussehen und funktionieren soll. Faule Kompromisse sind Probleme in spe und je einschneidender die Kompromisse, desto größer die zukünftigen Probleme.

Hieraus entstehen Rebellion, innerer Krieg und Dämonen. Heißt dann nur sozialverträglich Depression, bipolare Störung oder Burn-out. Für mich oftmals alles eine Suppe. Der innere Wesenskern wird nicht gelebt und dann geht die Talfahrt erst richtig los: Kompensationen zur Flucht, Vermeidung und Betäubung – Opium fürs Volk. Teilweise geht das Jahre so oder eben ein ganzes Leben. Je nachdem, wie lange wir es aushalten können. Es muss uns erst schlecht genug gehen, damit wir uns bewegen und etwas verändern, aber die Betäubung nimmt den Schmerz.

Glaubst Du, so ist ein freies, glückliches und erfülltes “sich selbst” Leben wirklich möglich? Was soll das mit “echtem Leben” zutun haben?

Passend hierzu meinte Dr. Z mal deutlich zu mir: „Sascha, wenn Du nicht jetzt Deinen Arsch bewegst und Dich und Dein Potenzial verwirklichst und auslebst, wann soll das denn dann passieren? Dann können wir nur hoffen, dass Du mit dem Rauchen anfängst und Dir Lungenkrebs einfängst. Dann machst Du wenigstens als Opfer Fortschritte. Das feiern wir dann. Ansonsten und von allein bewegt sich sonst gar nix mehr – und erst recht nicht in die richtige Richtung. Dann ist hier jetzt Ende Gelände!”
 

FLUCHTWEG: VERDRÄNGUNG & KOMPENSATION

Um durch all diesen inneren Krieg nicht zu zerreißen und weiterhin die Drogensucht zu befriedigen, lässt sich die Natur, Psyche und Unterbewusstsein ganz schön was einfallen: Verdrängung, Kompensation und Ablenkung. Alles, damit es ertragbar wird und wir nicht wieder die Angst, Abhängigkeit, Hilflosigkeit, Unklarheit und Ohnmächtigkeit spüren müssen, die tief dahinter liegt. Durch diese Fluchtwege fühlen wir uns gut, alles bleibt stabil und wir sind high. So müssen wir uns nicht mit der tief dahinterliegenden Drogenabhängigkeit (der Ursache) konfrontieren oder uns diese gar eingestehen. Ein genialer Schachzug der gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt: psychisch stabil bleiben, sich gut fühlen und gleichzeitig die Drogensucht befriedigen.

Das kann so weit gehen, dass es zur Aufspaltung von Persönlichkeiten kommt. Die eine Persönlichkeit ist insulinpflichtiger Diabetiker und die andere kerngesund. Die Augenfarbe ändert sich oder eine Persönlichkeit ist Asthmatiker und die andere Kettenraucher.

Meine Fluchtwege der Kompensation waren destruktive, selbstschädigende Extreme, in denen ich teilweise jahrelang lebte. Bei einigen davon fing es mit einem großen Interesse und Leidenschaft für die Sache an, aber mit der Zeit driftete ich immer mehr und mehr ins Extrem und die Selbstschädigung ab, ohne dass ich diese erkannte oder wusste, weshalb das passierte.

Kompensationen und Fluchtwege durch destruktive Extreme in meinem Leben waren:

  • Ultra Fußball-Fan & Gewalttäter Sport
  • Bodybuilding & Steroide
  • Hustler-Mentalität & viel Arbeiten
  • Depression & Burn-out

 

WORAN ERKENNE ICH DAS VERDRÄNGE & KOMPENSIERE?

Immer wenn etwas in ein zu krasses Extrem läuft, gibt es diese Gefahr. Die Übergänge sind fließend und daher auch so schwierig zu erkennen. Ein Paradies für den, der zwischen Ihnen zu tanzen weiß, ohne sich darin zu ver-wickeln und durch sie zu ver-drängen.

Es findet sich oftmals auch Drang und Zwang in ihnen wieder oder ein sehr schlechtes Gefühl, wenn wir ihnen nicht nachgekommen sind. Identitäten können mächtig sein und genau hier liegt die Krux: Wenn Deine Identität ganz oder teilweise auf einer Kompensation aufgebaut ist, (so wie es bei mir z. B. massiv im Bodybuilding der Fall war), dann kann das ganz schön nach hinten losgehen mit dem erfüllten, glücklichen und leichten Leben. Es kommt zur Abhängigkeit und Blockade. Das wichtige Ausleben des eigenen Wesenkerns ist somit ausgeschlossen und wird über kurz oder lang unweigerlich in den inneren Krieg führen und zu mehr Kompensation.

Selbstsabotage, Minderwertigkeitsgefühle, Selbstverurteilung und Mindfucks a la Couleur sind auch gute Indikatoren, dass irgendwo Kompensationen und Blockaden im Spiel sein könnten. Auch ein Nachfragen zur Einschätzung von Partnern, Freunden oder Familie kann hilfreich sein. Wenn Du selbst weißt, dass du zu oft Ja sagst, obwohl Du eigentlich Nein meinst (und/oder umgekehrt), dann ist das oftmals ein Garant für eine Kompensation.

Vermutlich ist aber die pragmatischste Herangehensweise diese hier:

Das Problem ist nicht, dass wir nicht grundsätzlich wissen, was gut für unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele ist. Das Problem ist, dass wir es nicht umsetzen.

Wenn Du also weißt, was das Richtige wäre und was Du eigentlich tun solltest, aber es einfach nicht machst oder nicht regelmäßig machen kannst (Stichwort: Prokrastination), dann lohnt es sich besonders, nach Verdrängungen und Kompensationen Ausschau zu halten.

Merke: Der Mensch, der frei von Blockaden ist, wird glücklich und erfüllt das Leben ausleben, welches ihm entspricht.
 

DROGEN-SPIEL: ERKENNEN, REFLEKTIEREN & TIEFER GEHEN

Kennst Du Deine Blockaden und Kompensationen? Um ein glückliches, erfülltes und geiles Leben führen zu können, welches Dir als Person entspricht, ist diese Erkenntnis ein unfassbar wichtiger Schritt. Du musst hinsehen wollen und den Mut haben, trotz der möglichen Unsicherheiten und Ängste nicht davor wegzulaufen.

Nach dem Erkennen, dass sich Blockaden und Kompensationen in Dein Leben eingeschlichen haben, solltest Du darüber reflektieren und tiefer gehen:

  • Warum könnten sie da sein?
  • Nach welchem Muster tauchen sie auf?
  • Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen ihnen?

Nimm Abstand aus dem Alltag, verurteile Dich nicht und versuche, die hochkommenden Gefühle nicht wegzuschieben. Mach auf für alle Emotionen, durchlebe sie und lass sie zu. Das gehört zu Selbstüberwindung und zum Loslassen dazu.

Für alle, die jetzt denken: “Puh, Glück gehabt, bei mir ist das keine Kompensation, keine Blockade. Ich mache das einfach gerne. Ne wirklich, das entspricht mir total. Ist quasi meine Berufung.”
Genau hier liegt die Kunst. So eine Aussage mit innerer Sicherheit treffen zu können und zu wissen, dass man nicht wieder einer seiner Stories auf den Leim gegangen ist. Ärgerlich wird es, wenn man nach einigen Jahren erst erkennt, dass man sich auf einer Überholspur wähnte, aber in Wirklichkeit schon lange von der Straße abgekommen war. Also hierbei lieber genauer hinschauen und nicht vorschnell und leichtfertig abtun.
 

STATUS: WELCHER WALTER WHITE KOCHT DA EIGENTLICH?

Nun sind wir durch den ersten großen Keller durch. Du hast meine Drogenhöhle gesehen und erfahren, womit ich kompensierend geflüchtet bin. Wie ich die tatsächlich tief liegende Ursache (meine Droge) verdrängt und alles “schmerzfrei” und “ertragbar” gemacht habe. Jetzt bin ich nackt, aber das “Unaussprechliche” haben wir bisher noch nicht ausgesprochen. Keine Angst, mein Keller hat mehr als einen Raum und nun besuchen wir mal meine besten Freunde. Die gehen nicht nur zum Lachen hier herunter, nein die wohnen sogar freiwillig hier. Also locker durch die nicht mehr vorhandene Hose atmen und weiter gehts …
 

“SASCHA?”… “JA… JA… HIER… WAS? KOMME… JAP… GLEICH… MOMENT… JA…” – WIR SIND VIELE

Meine Lieblingsüberschrift. Heute kann ich drüber lachen. Eine lange Zeit war das ein Problem: Wir sind viele. Viele Persönlichkeiten, Strömungen, Energien und neuronale Verknüpfungen in unserem Gehirn. Je nach Erfahrungen, Prägungen und Genetik variieren diese. Sie sind unterschiedlich stark ausgeprägt und können sich an Deinem innerlichen Steuer abwechseln. Sie ergreifen es einfach je nachdem, was Sie für gut erachten. Zumindest solange wie Du sie lässt und keinen Schimmer hast, was hier vor sich geht.

Ich nenne sie meine Dämonen. Es gibt “gute” und “schlechte”. Wobei, wenn man genau hinschaut, man eigentlich festgestellt, dass sie alle für die gleiche Sache angetreten sind: Um mir/Dir zu helfen. Manchmal beurteilen wir ihre Hilfe als “gut”, manchmal als “schlecht”. Wie ein Betriebssystem, das zwischendurch Chaos verursacht, abstürzt und neu gestartet werden muss, um wieder Ordnung herzustellen. Je häufiger das passiert, desto nerviger und blockierender.

Gefühlt kreierten sie mehrere Herzen / Seelen in unserer Brust. Sie können uns Angst oder Hoffnung geben und der Tanz zwischen Emotio und Ratio sein. Sie verursachen inneres Chaos, können uns zerfetzen, bestrafen, an den Pranger stellen, hoffnungslos und wahnsinnig werden lassen oder sogar suizidieren. Wollten sie mich auch zweimal, zumindest in meinen Gedanken. Also habe ich ein Problem daraus gemacht und ihnen gesagt, warum das nicht einfach so möglich ist, wie sie sich das vorstellen. Offensichtlich stimmten sie mir zu… #nicestjokeinthetext

Dämonen sind die Entsandten eines inneren Krieges und erschaffen die Kompensationen und Verdrängung, damit alles so läuft, wie es zu laufen hat. Zumindest wie sie meinten, dass es zu laufen hat. Aber das kann auch quälen, blockieren und das Leben versauen.
 

WURZEL: INNEREN KRIEG & DÄMONEN VERSTEHEN

Einen tiefen inneren Krieg zu haben, also z. B. blockiert, depressiv und ausgebrannt zu sein, heißt, dass die falsche Wahrheit über sich selbst und das Leben im Kampf gegen den eigenen Wesenskern steht.

Lösung: Blockaden auflösen und werden, der du bist.

Soweit so gut. Aber warum lassen die Dämonen das denn gar nicht erst zu? Es scheint so, als boykottieren sie geradezu unsere Versuche, hier Fortschritte zu machen, indem sie uns immer neue Steine in den Weg legen.

Das Spannendste dabei ist, dass wir es eigentlich selbst sind. Schließlich können wir unsere Dämonen nicht wegsperren, sie sind immer da, kennen alle Tricks und haben für jeden Käfig einen Schlüssel. Es ist genau so wie Imagine Dragon in ihren Hit “Deamons” besingen: „But with the beast inside, there’s nowhere we can hide.”
Um hier Frieden im eigenen brennenden Haus zu finden, müssen wir uns ihnen öffnen und mit ihnen verbünden. Selbst wenn dafür erst mal Schmerz und Angst auf den Tisch kommen. Genau das, wovor sie eigentlich beschützen möchten.


 

“THAT’S IT – NEVER EVER AGAIN – FUCK YOU!”

“Was nicht noch mal?”, frage ich. “Die gleiche Ohnmacht, die gleiche Abhängigkeit, den gleichen Schmerz, die gleiche Hilflosigkeit, das gleiche Getrenntsein von Liebe”, antworten Sie.
Ah! Sie spielen auf meine Kindheit an. Jetzt wird ein Schuh draus. Eine ganze Schuhfabrik. Sie meinen die frühkindlichen Prägungen, die mit einem Mangelgefühl einhergegangen sind, von nicht gut genug sein, wertlos sein, keine Liebe bekommen, keine Zuwendung und keine Aufmerksamkeit bekommen etc. (Achtung: Jetzt nicht in die Opferperspektive und Mitleid verfallen.)

Das geschieht meist im Zuge eines großen Gefühls von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Abhängigkeit von unseren Eltern. Sie haben gelernt: “Du bist ablehnenswert! Deshalb solltest Du Dich selbst ablehnen. Du hast es nicht verdient, glücklich und erfolgreich zu sein!” Dies scheint meine lieben Dämonen so geprägt zu haben, dass sie alles daran setzen, dies nicht noch mal zu fühlen bzw. mich fühlen zu lassen. Emotionale Firewall. Eigentlich ganz sorgsam und nett, oder? Ich sag ja, die meinen es nur gut.

Deshalb kreieren sie nun einen undurchsichtigen Selbstschutz im Außen, um diese Stabilität zu gewährleisten. Hierfür erschaffen sie die ganzen Kompensationen im Außen. Wenn diese Kompensationen aber zu krass werden, Probleme im alltäglichen Leben bereiten und uns blockieren, dann sind diese Schutzmechanismen alles andere als sinnvoll.

Daher hatten sie sich für mich bereits in frühen Kinderjahren schon eine wundervolle Lösung hierfür ausgedacht, bei der sie gleichzeitig das von meinen Eltern bekommen würden, was sie als gut erachteten: Rumschreien für Aufmerksamkeit, Anerkennung und Liebe. Ein “Du bist gut so, wie du bist. Ich bin da für Dich.” Schließlich sind wir als Kleinkinder abhängig von unseren Eltern. Das ist alternativlos für das Überleben.
 

AUFMERKSAMKEIT, WERTSCHÄTZUNG & LIEBE DURCH …

Whatever… Spielt eigentlich keine große Rolle. Da geht so allerhand, die lassen sich schon etwas einfallen. Kommt drauf an, was gut funktioniert hat und worauf Deine Eltern (oder eines Deiner Elternteile) gut angesprungen sind. Bei mir war es außergewöhnliche Leistung für meinen Vater. Da die in der Schule nie vorhanden war (fast Schule nicht abgeschlossen), habe ich alles bereits früh in den Sport verlegt. Fußball, Tischtennis, Schwimmen, alles gleichzeitig. Später habe ich Perfektionismus in meinem beruflichen und privaten Leben wiedergefunden. Ziemlich blockierend und nervig. Dann war “viel Geld verdienen” mal wieder ein Thema, gepaart mit einer großen Hustler-Mentalität. 12-14 Stunden Arbeiten an sechs Tage die Woche. Erfolgreich sein um jeden Preis. Na ja und über meinen Abstecher ins Bodybuilding muss ich nicht weiter reden, denke ich. Dopamin, Gruppendynamik und Umfeld kommen grundsätzlich als Turbo noch hinzu und beschleunigen alles.

Et voilà: ein Drang nach Leistung, nach krass sein, nach außergewöhnlich sein über ein “normales” Maß hinaus. Mit dem einzigen Ziel die Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Anerkennung zu befriedigen, auf welche ich aus der Kindheit gepolt war. Deshalb war es ja auch so sinnvoll, von meinen Dämonen die entsprechenden Kompensationen zu erschaffen, um genau dies zu erreichen. Wie sollte ich sonst meinen goldenen Schuss bekommen? Schließlich war dies von meinen Eltern nicht mehr möglich.
 

APROPOS GOLDENER SCHUSS: MASTER-BACK-UP IN PETTO?

So wie ich als Säugling bereits gelernt hatte, dass es zwei Brüste gibt, falls eine mal defekt ist und man mit Plan B niemals “verhungern” muss, so gab es auch hier ein Master-Back-up. Leistungsdrang, Perfektionismus, Muskeln, Geld ist ja alles schön und gut, aber was ist denn, wenn das mal mit meiner Version von “erfolgreich sein” nicht so hinhaut? Dann bin ich ja auf Entzug. „Fuck: Besser ein sicheres Back-up in petto haben.” müssen sich meine lustigen Keller-Freunde da gedacht haben. Gesagt, getan.

Die Back-up-Lösung: Probleme kreieren, aufblasen, jammern, Drama machen, Mitleid erzeugen. Hatte sich ja bereits in der Kindheit (insbesondere gegenüber meiner Mutter) bewährt. Welcome back!

Wenn es also mal mit dem erfolgreich sein nicht so hinhaut, dann wird wenigstens noch erfolgreich gescheitert. Und ein anständiger Scheiterer, der plant das selbstverständlich, sonst kommt er auf den Scheiterhaufen und dann ist vorbei mit Jammern. Hier wird mit Sinn und Verstand gescheitert, denn ein bisschen Ernsthaftigkeit wird ja wohl noch vorhanden sein, schließlich wollen wir uns anständig empor-scheitern.

Jetzt lache ich.
Aber so war es.
Klingt absurd oder?

Der innere Krieg und die dämonischen Kämpfe kennzeichnen sich besonders durch:
Das Mögliche wird verhindert, und das Unmögliche wird versucht.
 

KEINE LÖSUNG = INSTANT HIGH & DAUER BREIT

Probleme kreieren, ermöglicht nämlich sofortige Aufmerksamkeit, Mitleid und Opferperspektive. Damit eben auch alle bereits genannten Vorteile, die daraus resultieren. Und da es gesellschaftlich völlig gängig ist, ist welche Reaktion Deines Umfeldes die Regel?
Genau: „Ach, was nein, ehrlich? Krass erzähl mal. Ne, das ist ja heftig.” Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Mitleid. Jemand interessiert sich für Dich und hört Dir zu. Hierdurch erfährst Du auch einen gewissen Wert, warum sollte Dir sonst jemand zuhören?

Da wir aber in der “geteiltes Leid ist halbes Leid – Gesellschaft” leben, haben wir uns ans Leiden gewöhnt und es uns darin bequem gemacht. Es scheint so, als brauchen wir sogar Mitleid, Drama und Probleme, damit wir “gut” leben können. Solange aber das eigene Leiden und gewünschte Mitleid “missbraucht” wird, damit wir uns “gut” fühlen, werden wir niemals davon loskommen. Auch dann nicht, wenn wir als guter Freund/in oder Partner/in eigentlich nur die Intention haben, für den anderen da zu sein und zuzuhören. Wenn es nur um die Ausdehnung des Leidens geht, aber nicht um Lösungsorientierung und das Verlassen dieser Position, dann sind selbst alle gut gemeinten Ambitionen zwecklos.

Natürlich kann man das Dauer-High nicht nur mit Problemen und Drama um die eigenen Person hervorrufen. Wunderbar sind auch die aufgebauschten Gossip-Talk-Stories über andere Menschen, Nachbarn, den Chef oder die Kollegen. Achtung: Das kann zum Scheiße-Ping-Pong mutieren. Dann werden ganze Meisterschaften im “Mir geht es noch schlechter als Dir!” oder “Guck mal was hier schon wieder passiert ist!” abgehalten.

Wichtig ist auch: Es darf keine Lösung geben. Selbst wenn jemand einen Vorschlag macht, dann am besten instantan 10 neue Probleme kreieren und massive Zweifel haben. Alles sofort abschmettern. Das ermöglicht Dir ein ultimatives Dauer-High. Ist zwar auch ein Teufelskreis und eine riesige Lebenslüge, aber who cares? Jammern hilft hier bombe!

Mein persönlicher Geheimtipp, um wirklich alles rauszuholen:

Besorg Dir ein Umfeld, welches Dich nicht kritisiert, sondern streichelt. Das Deine Opferperspektive verstärkt, indem es Dir beim “mit dem Finger auf andere zeigen” noch hilft. Schließlich sollen es Dich auffangen, Du willst auf den Arm genommen werden und fühlen “Du bist gut so, wie Du bist.” Am besten besorgst Du Dir gleich eine Partnerin, die immer um das Wohlergehen anderer mehr besorgt ist als um ihr eigenes. Eine, die sich gerne mal hinten anstellt und sich dann um Dich kümmern kann. Dann könnt Ihr euch gegenseitig in die perfideste Drogen-Abhängigkeit und Kompensationen erziehen und zusehen, wie das “Leben” an euch vorbeizieht. Mal abgesehen davon, dass das mit Liebe und Partnerschaft nix zutun hat. Du meinst so was gibt es nicht?
Millionenfach!
Zwei Dealer und zeitgleich auch zwei Junkies in einem Haushalt, die ohne einander nicht mehr können. “Klappt halt auch richtig gut mit uns, wir lieben uns und sind füreinander da!” stimmt dann auf ganz vielen verschiedenen Ebenen.
 

MEIN ERGEBNIS: SELBSTSABOTAGE & MINDFUCK

Solange ich in etwas erfolgreich war, alles so lief, wie ich mir das vorgestellt habe, war ich in größter kriegerischer Verfassung. Ich hätte die Burg komplett alleine eingenommen – Whatever the fuck it takes. Dies ist die dominante Strömung des Kriegers in mir.

Dann gab es aber noch die andere Strömung: Mitleid, Aufmerksamkeit, Wertschätzung. Je nachdem, welche Karte erfolgversprechender schien, wurde ausgespielt. Das hatte aber auch zur Folge, dass ich oft zwei Schritte nach vorne gemacht habe und einen, zwei oder drei wieder zurück. Wie ein Ping-Pong-Ball der Gefühle, Energien und Stimmungen.
Selbstsabotage und innerliche Mindfucks waren die Regel. Hieraus resultieren dann Selbstbestrafungen und weitere Mindfucks. Ein von Wut und Energielosigkeit bestimmter, oszillierender, chaotischer kreativer Prozess, der so bis in alle Ewigkeit weitergelaufen wäre.

Die Selbstbestrafungen resultierten im Wesentlichen daraus, das ich mit jedem Mal, bei dem ich mich selbst ausbremste, erneut bestätigte: “Siehst Du, sag ich doch. Du kannst nichts und kannst auch nicht erfolgreich sein. Du bist ablehnenswert und das muss bestraft werden.” Da ich aber dadurch gleichzeitig wieder darauf hingewiesen wurde, dass ich im Außen kompensierte und meinen Wesenskern nicht auslebte, entstand auch eine Menge Wut und Hass gegen mich selbst. Dies kann in einer heftigen selbstzerfleischenden Spirale enden.

Auch wenn es so insgesamt für meine Dämonen-Freunde “gut” lief, fühlte ich mich dadurch scheiße. Warum? Ich hatte keine Ahnung, wie man das innere Kind überwinden konnte und aus dieser Spirale aussteigen. Ich wusste aber, dass das für mich mit “Leben” nichts zu tun hatte.

Exkurs: Ein wunderbares Beispiel für meine destruktiven Dämonen ist meine Tätowierung auf dem Unterarm. Als ich diese habe machen lassen, waren meine Dämonen besonders aktiv und einfallsreich. In der Regel sind die es immer dann, wenn der Geist schwach oder erschöpft ist. Dann kommen gerne Zweifel und Unklarheit hoch. So war es auch bei mir und ich war ernsthaft der Meinung, ich müsse mir die Tätowierung in vielen Monaten Laserbehandlung entfernen lassen. Are you serious, Sascha?
Ja im damaligen Moment definitiv. Da ich aber wusste, mit dieser “Attacke”, diesem “Mindfuck” umzugehen und alle “Leitplanken” bestens funktionierten, lief alles super. Zum Thema Leitplanken später mehr. Keine Angst, Tattoo ist noch drauf.
 

DAS KIND IN DIR MUSS HEIMAT FINDEN

Die Arbeit am und mit dem inneren Kind ist in aller Munde. Finde ich grundsätzlich auch gut. Ich möchte hierzu aus meiner Erfahrung nur sagen, dass diese immer unter folgenden Voraussetzungen zu machen ist:

  • Niemals die Opferperspektive einnehmen oder manifestieren
  • Niemals Beschuldigungen und Groll gegen die Eltern
  • Immer pragmatischen Lösungen an der Wurzel finden
  • Niemals in Selbstmitleid versinken

Wenn Du also nur eine Bestätigung dafür suchst, warum alles so ist, wie es ist und dass Du in Deiner Situation entschuldigt bist Verantwortung zu übernehmen, dann wirst Du Dir auch mit der “inneren Kind Arbeit” nicht helfen. Glaub mir!
 

STATUS: DU WILLST ES DOCH NICHT ANDERS!

Auf meinem Weg in ein freies, entspanntes, erfülltes Leben war es am wichtigsten, diese Hausaufgaben zu machen und diese große Kompensation zu erkennen, dahinter zu sehen und aufzulösen. Das genaue Hinsehen und das Verstehen der Zusammenhänge von Drogen, Dämonen und deren Zielen. Solange Du hier nicht die Zügel selbst in der Hand hast und weißt, was in Dir abgeht, wird es schwierig bis unmöglich. Wie willst Du Dir ein schönes und erfülltes Leben erschaffen, wenn Du nicht mal in Dir selbst den Ton angibst?
Deshalb wachen so viele Menschen ja auch erst nach Jahren der Betäubung auf und verstehen, um was es eigentlich hinter der ganzen Fassade und Maskerade wirklich geht. Manche wachen nie mehr auf. Andere meinen, sie seien bereits aufgewacht, sind es aber nicht.

Als ich das erste Mal hier runter in diesen Teil meines Kellers ging und sah, was mich erwartete, war ich aufgewühlt und verstört. War ich doch der vermeintlich maskuline Sascha mit den Muskeln, der schon lange kein Kind mehr war. Und so gab es auch eine Zeit, in der ich das alles nicht sehen und zulassen wollte. Ich habe mich dagegen gewehrt, es verdrängt und abgeblockt. Es war das Unaussprechliche und ich wollte nicht mal daran denken, das da was dran sein konnte.

Warum?: Weil ich es nicht anders wollte! #haternichtgesagt

Der Mitleids- und Aufmerksamkeits-Gewinn aus Problemen, Krankheiten und dem ganzen Brimborium mit Muskeln, Erfolg, Geld und Co. war um ein Vielfaches größer als der Schmerz, der daraus erwuchs. Sekundärer Krankheitsgewinn nennt man das in der Psychologie. Dass das nicht nur mit Krankheiten geht, sondern auch mit der Opferperspektive, Mitleid und anderen Kompensationen haben wir gesehen.

Deshalb merke mit Nietzsche: “Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie.”

Frage Dich selbst:

  • Wo gewinnst Du mit Deinen Drogen / Kompensationen / Blockaden / Krankheiten / Problemen im Außen eigentlich nur dazu?
  • Was sind die dahinterliegenden Gründe / konkret: Was gewinnst Du wann und wie?
  • Was kannst Du daraus über Dich und die tieferen Gründe lernen?
  • Willst Du überhaupt etwas ändern? / wenn ja: warum willst Du was ändern?

 

DIE ÜBERWINDUNG MEINER DÄMONEN: DER START

Bevor wir mit den konkreten Maßnahmen starten, die ich umgesetzt habe (und immer noch umsetze), um mich von meinen inneren Dämonen, Blockaden und Drogen zu befreien, sei an dieser Stelle noch mal eine Sache ganz deutlich gemacht:

Die Auflösung meiner Blockaden und das Überwinden meiner Dämonen (inneren Kriege) ist das Essentiellste, was ich bisher erlebt habe, wenn es um ein freies, entspanntes und erfülltes Leben geht. Alles andere wie z. B. Glück, Geld, Freundschaft, Partnerschaft, Familie, Erfolg etc. gehen dann viel leichter von der Hand. Dafür musst Du aber wissen, wer Du hinter der Maskerade bist, was Du willst und es auch ändern wollen.

Die wichtigsten Mindsets als Voraussetzungen zur Überwindung des inneren Krieges, der inneren Dämonen und Blockaden hier in aller Kürze:

  • Verstehe die Symptomatik Deiner Kompensationen im Außen und nimm ihnen ihre Wirkung, indem Du Deinen inneren Krieg verstehst und überwindest
  • Nicht an Problemen kleben, sondern auf die Lösung fokussieren
  • Leg Deinen (ggf. unausgesprochenen) Anspruch auf Wiedergutmachung ab und lasse das innere Kind los
  • Vergib, wem zu vergeben ist (Eltern, Freunden, Partner etc.)
  • Lebe nicht in mehr in der Vergangenheit und werde erwachsen
  • Erhebe kein Anspruch auf Mitleid (durch Familie, Freunde, Partner und Bekannte)
  • Erkenne, dass Deine Vergangenheit in keiner Weise Deine Zukunft bestimmen muss
  • Sag nicht mehr Ja, obwohl Du sicher Nein meinst
  • Sag nicht mehr Nein, obwohl du sicher Ja meinst
  • Lerne über Dich selbst zu lachen und alles nicht so ernst zu nehmen
  • Verstehe das alles vergänglich ist und das ist wundervoll

Die häufigsten Gründe, warum innere Kriege und innere Realitäten nicht aufgelöst werden können:

  • Vermeidung von Schmerz
  • Fehlender Umgang mit Emotionen
  • Wunsch nach Wiedergutmachung
  • Verharren in der Opferrolle
  • Unfähigkeit zu verzichten und zu verzeihen (kein Loslassen)

 

LÖSUNG & PRÄVENTION: LEITPLANKEN

Wenn Du das alles erkannt und verstanden hast, dann musst Du Leitplanken installieren. Leitplanken, die sicherstellen, dass Du Dich weiterhin dorthin entwickelst, wohin Du willst und unterdessen nicht von Deinem Weg abkommst. Dann ist es egal, wie schnell Du unterwegs bist, wichtig ist: Du kommst voran und hast kein unsanftes Erwachen im Seitengraben. Leitplanken können akut als auch präventiv eingesetzt werden. Sie können wie ein Entwicklungs-, Warn- und Sicherheitssystem verstanden werden.
 

AKUTE LEITPLANKEN

Wenn Deine Welt im Chaos versinkt, Du Abstand brauchst und wieder etwas Boden unter den Füßen im Geplänkel des inneren Krieges bekommen willst, dann eignen sich z. B.:

  • Sport
  • Meditation
  • Yoga
  • In die Natur gehen / Spazieren
  • Kalt Duschen
  • Lesen
  • Kunst / Malen

Aber Vorsicht: Das sind keine Maßnahmen, die einfach so irgendetwas wie von Geisterhand lösen würden. Sie sind nichts Weiteres als das, was wir allgemein unter “Ausgleich” oder “Work-Life-Balance” bezeichnen. In meiner Welt ist es besser, wenn ich nichts ausgleichen oder ausbalancieren muss. Hier muss auch nicht zwischen “Work” und “Life” unterschieden werden, oder gegeneinander aufgewogen werden. Alles ist eins, eine Welt, ein Leben. Diese Ausgleichsmechanismen implizieren jedoch schon: “Ich bin aus dem Gleichgewicht und das ist schlecht.”

Merke: Im freien, geschmeidigen und erfüllten Leben wird nichts ausgeglichen oder in Balance gehalten, weil es dafür keinen Anlass mehr gibt.

Deshalb gibt es auch haufenweise Menschen, die in irgendwelche Kurse rennen, sich mit Affirmationen gut zureden, sich sogenannte Me-time nehmen, oder was weiß ich noch alles. Aber es bleibt alles nur oberflächlich. Es ändert sich im Wesentlichen nichts, außer dass es sich damit vielleicht etwas besser er-tragen lässt. Hier steckt schon wortwörtlich “eine Last tragen” drin. Denk da mal nicht drüber nach.
Daher immer den Fokus auf langfristige Entwicklung, in ein tolles Leben und die Installation von stabilen, präventiven Leitplanken.
 

STABILE & DAUERHAFTE LEITPLANKEN ETABLIEREN

Die ersten Hausaufgaben, die hierzu gemacht werden müssen, ist herauszufinden, welche Straßen auf Deinem Lebensweg denn überhaupt die Richtigen sind und Dir entsprechen. Welche Straßen müssen vielleicht erst noch gebaut werden und welche können weg.

Die wichtigsten “Leitplanken-Fragen” zusammengefasst:

  • Wer bist Du?
  • Was willst Du?
  • Was blockiert und belastet Dich?
  • Nach welchen Werten und Weltanschauungen willst Du leben (und lebst Du derzeit)?
  • Wie soll Dein Lifestyle aussehen?
  • Wie soll Dein Umfeld aussehen?
  • Warum konntest Du das bisher nicht umsetzen?

Dies ist gleichzeitig der wohl wichtigste Unterschied zu den akuten Leitplanken und macht den kompletten und wichtigsten Unterschied aus: Es ist ein komplett anderes Wurzelwerk und Fundament. Daher ist eine passende und fundamentale Lebensphilosophie auch von so elementarer Bedeutung.

Wenn Du hier angekommen bist, dann rührst Du alles mit einer großen Portion Humor und Vorfreude um und leitest hieraus ab, was Dir helfen würde, diese Fragen zu beantworten bzw. was Dir helfen würde, dieses Leben entsprechend zu leben. Und dann setzt Du das (hoffentlich unblockiert) einfach um.

Für mich sind die wichtigsten Punkte:

  • Frei sein (vor allem von Bürokratie)
  • Herr meiner Zeit sein
  • Vollzeit Reisen und die Welt kennenlernen
  • Meditieren
  • Trainieren
  • Yoga
  • Lesen
  • Schreiben
  • Philosophieren
  • In der Natur sein
  • Tolle Menschen kennenlernen
  • Gutes Essen
  • Entspannt & im Flow sein
  • Humor, Ironie & Lachen
  • Sich selbst nicht ernst nehmen

AMOR FATI eben.
Denn die aufgezählten Punkte sind die vier fundamentalen AMOR FATI Prinzipien (in den Bereichen Körper, Mind, Seele, Sozial), welche wir auf der Seite “Unsere Struktur” für all diejenigen empfehlen, die diesen Lifestyle selbst leben oder teilweise in ihr Leben integrieren wollen.

Fühlt sich bombastisch an. Rückblickend betrachtet kann ich sagen, dass insbesondere das dauerhafte Reisen und die Selbstkonfrontation in Einkehr und Isolation allem einen starken Entwicklungsschub gegeben hat. Ich würde jedem Menschen raten, sich einmal mindestens zwei Monate am Stück mit sich selbst zu beschäftigen und dabei bewusst auf Einkehr/Isolation und die Abwendung von allem gesellschaftlichen Leben und Störfaktoren zu setzen. Die Erkenntnisse in dieser Zeit über Dich selbst können Dich revolutionieren, neu erschaffen und näher zu Dir selbst bringen als Du jemals warst.
 

MEIN GEHEIMNIS: ABKÜRZUNGEN SCHAFFEN

Ich persönlich habe mir noch eine zusätzliche Absicherung und Abkürzung eingebaut, welche sicherstellt, dass ich nicht wieder von der Straße abkomme und in alte Muster verfalle. Dies war und ist der absolute Turbo auf meinem Weg. Sowohl in der Entstehung meines Lifestyles als auch in der Erhaltung dieser Unblockiertheit. Folgender Turbo spielt neben den oben genannten Maßnahmen eine entscheidende Rolle:

Abkürzung: Leitplanken-Coaching

Ich kenne nichts, was dermaßen krass und schnell funktioniert. Es ist das ertragreichste Invest in sich selbst und sein Leben. Teilweise mit unbezahlbarer Rendite. Es geht darum, einen vertrauensvollen Sparringspartner zu haben, der als Katalysator und Korrektiv dienen kann und einen kritisch hinterfragt. Der Dir in den Arsch tritt und gleichzeitig sich in Dich emotional hineinversetzen kann.

Das Problem ist, einen solchen unblockierten Coach zu finden, der Dir dabei wirklich helfen kann. Denn es gilt, alle Lebensbereiche möglichst umfassend zu betrachten und nicht nur einen speziellen. Es geht auch darum, eine starke Lebensphilosophie auszuprägen und vor allem darum, in möglichst vielen (am besten allen) Lebensbereichen alles aus einer Hand zu bekommen. So ist es am leichtesten vermeidbar, dass Du Dich wieder in etwas verrennst. Was bringt es Dir denn, wenn Du plötzlich viel Geld hast, aber keine Zeit mehr zum Reisen? Wenn Du den ganzen Tag Zeit hast, aber nicht weißt, wie Du Deine Handyrechnung bezahlen sollst? Wenn Du eine glückliche Beziehung hast, aber im Beruf unglücklich bist?

Der Punkt ist: Alles beeinflusst sich gegenseitig und am besten ist, Du lernst mit all Deinen Bällen zu jonglieren, anstatt nur mit einem. Alles, ohne dabei faule Kompromisse einzugehen. Das bedeutet für mich, sein Leben auf die Reihe zu bekommen.

Ich habe es geschafft, mir so ein Leitplanken-Coaching aufzubauen und Dr. Z dafür zu gewinnen. Er begleitet mich nun seit Längerem kontinuierlich und hat mich schon mehrfach davon abgehalten, in den Seitengraben zu rasen und dort im Schlamm der Opferperspektive und alten Mustern festzufahren. Das hat mir bereits viele Monate gerettet, in denen ich mich nicht mehr verschlossen und überdramatisiert, sondern mich auf die Lösung fokussiert und gleich wieder zurück auf die Spur gefunden habe.

Ich möchte Dich bestärken. Es lohnt sich und es ist möglich. Der riesige Vorteil ist, dass man so intensiv und wesentlich an sich selbst und einem tollen Leben arbeitet, wie es sonst einfach nicht möglich ist.
Dies ist auch einer meiner größten Kritikpunkte an Psychotherapie, welche in der Regel die klassische Umgangsweise mit solchen Problemen darstellt. Wie willst Du Dein Problem angehen, welches sich teilweise über Jahre eingefahren hat und Dein Leben wirkungsvoll verändern, wenn dafür ein bis zwei Therapiestunden in der Woche zur Verfügung stehen? Dem entgegen stehen die restlichen 166 Wochenstunden, Deine Dämonen und Dein gewohntes Umfeld. #nochance
 

ZUSAMMENFASSUNG DES LEITPLANKEN-ZIELS:

  • Dich selbst finden, definieren und zum Leben erwecken. (Eigene Lebensphilosophie & Werte etablieren)
  • Kompensationen und Blockaden auflösen (Selbstüberwindung & frei machen)
  • Klarheit über Deine Hausaufgaben und nächsten Schritte haben und diese dauerhaft umsetzen (Den Weg sehen und gehen)
  • Schnellere und spürbare Fortschritte erzielen und Dich dauerhaft weiterentwickeln (Massiv Zeit sparen, Kompetenzen aufbauen, Flow & Spaß sicherstellen, Leben genießen)
  • Sicherstellen, dass Du On-Track bleibst und Dämonen nicht wieder die Oberhand gewinnen und Du in alte Muster verfällst (Stabilisierung, Selbstbewusstsein & Selbstwirksamkeit)
  • Dich selbst regelmäßig reflektieren und kritisch hinterfragen (Eigenkontrolle & eigene Sicherungssysteme etablieren)

 

STATUS: SIMPLE AS THAT

Mehr ist es nicht – keine Raketenwissenschaft, kein Hexenwerk. Ich denke, jeder, der den Willen hat, kann es schaffen. Du hast nun meinen gesamten Keller gesehen und die Hausaufgaben sind klar. Wir haben uns allerlei Drogen und deren Kompensationen im Außen angeguckt und mit Dämonen gesprochen, die heftige innere Kriege verursachen. Wir haben uns die wirklich wichtigen Fragen des Lebens gestellt und angesehen, was helfen kann, diese zu beantworten und dauerhaft On-Track zu bleiben. Damit hast Du auch gelernt, dass meine Selbstüberwindung der größte Boost in mein derzeitiges Leben war.

Ich habe Dir gezeigt, warum ich untrennbar mit AMOR FATI verbunden bin und es liebe. Ich habe Dir damit auch gezeigt, warum ich unfassbar dankbar dafür bin, diese Philosophie als wichtigsten Pfeiler in meinem Leben haben zu dürfen. Ich habe Dir gezeigt, das alles, worüber ich geschrieben habe, für mich der Inbegriff von AMOR FATI ist. Die Konsequenz daraus bin ich und ein geiles, erfülltes Leben.
 

AMOR FATI

Heißt für mich: Werde der du bist.
Und dies führt für mich zu einem wesentlichen, erfüllten und glücklichen Leben.
Es bedeutet aber auch, anzuerkennen was ist, herauszufinden wer Du bist, Dich selbst zu überwinden, loslassen zu können und das beste aktiv aus jeder gegenwärtigen Situation zu machen. Mit dem Ziel, das eigene Wesen mutig und kontinuierlich zu entwickeln und auszuleben.
 

PRIVATES P.S.

Weder bin ich der angemessenen Worte mächtig, noch glaube ich, dass es überhaupt die passenden gibt, mit denen ich beschreiben könnte, was ich hier sagen will. Ich werde mich wohl dem bedienen müssen, dessen ich mächtig bin, auch wenn ich weiß, dass es nicht ausreichen wird um das, was ich in mir fühle, zu sagen. Mitnichten wäre ich alleine dorthin gekommen, wo ich heute bin, auch wenn es manchmal so anmaßen könnte. Es sind wenige, die mich unterstützt haben, aber sie haben mir damit ihren Einsatz, Loyalität, Authentizität, den Glauben an mich und ihr riesiges gutes Herz bewiesen. Seltene Pflänzchen in den Setzkästen der heutigen Zeit. Aber in meinem Garten sind mir diese Blüten von hoher Tugend und dementsprechend wertvoll. Zwei Namen seien im Zusammenhang mit diesem Artikel im speziellen erwähnt, denen ich aus tiefstem Herzen folgendes sagen will:

Danke Fanny!
Danke Dr.!
Danke für alles!

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„Im freien, geschmeidigen und erfüllten Leben wird nichts ausgeglichen oder in Balance gehalten, weil es dafür keinen Anlass mehr gibt.

Sascha

59 Shares

Geschrieben von: Sascha

Hallo, ich bin Sascha von AMOR FATI. Ich lebe seit 12/2019 ohne Wohnsitz. Ich habe einfach losgelassen und das System verlassen, um mich auf eine freie und abenteuerliche Reise zu begeben. Eine Reise ins wirkliche Leben und durch die Welt. Eine Reise mit der Aufgabe: Werde, wer du bist! und der Frage: Was schafft ein erfülltes Leben? Mein Ziel ist es, AMOR FATI durch meine eigenen Inhalte und Impulse zu fördern und zu verbreiten. Ich möchte eine starke Gemeinschaft aufbauen, die auf den Werten und der Struktur von AMOR FATI basiert, und dadurch eine außergewöhnliche Gemeinschaft mit großartigen Menschen aufbauen.

3 Kommentare

  1. Avatar

    Nimm die ganzen Glückskeks-Weisheiten Deines Gurus nicht zu ernst. Es wird Dich auf die Dauer nicht weiterbringen, als Zippel-Clon durchs Leben zu gehen. Teuer wird es für Dich auch. Dieser ganze Devotee-Style in Eurer Community berührt einen unangenehm. Du wirst sicher verstehen, wie ich das meine. #machmalwaseigenes

    Antworten
  2. Avatar

    Toller Text Sascha. In vielen hab ich mich wiedererkannt und konnte in auch in den letzten Jahren schon einige Änderungen bei mir bewirken. Jetzt glaube ich hab ich meine Leitplanken gefunden. Deine und Christians Texte haben einen nicht kleinen Anteil daran. Bin froh Amor Fati für mich entdeckt und in mein Leben integriert zu haben. Danke.

    Antworten
  3. Avatar

    Danke für diese Einblicke. Konnte nicht immer ganz folgen. Viele hin und her, aber das zeigt wohl gerade die innere Zerrissenheit.

    Alles Gute weiterhin auf Deiner Reise Sascha. Halt uns auf dem Laufenden.

    Antworten

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