Weit verbreitete Irrtümer zum Thema Krafttraining

von | 12. Mrz 2019 | Der Wille zur Kraft (Archiv) | 0 Kommentare

Krafttraining sei eine einseitige Sportart und nur von nebensächlicher Bedeutung

Das Gegenteil ist jedoch der Fall.
Ohne Kraft kann man sich nicht bewegen. Mit durchschnittlicher Kraft kann man durchschnittliche Leistungen erbringen. Je mehr Kraft man nun aufbaut, desto stärker wird man und desto besser werden auch die körperlichen Leistungen ausfallen.
Kraft und ihr Training sind somit keine Nebensache, sondern vielmehr die Grundlage jeglicher körperlichen Betätigung!

Krafttraining sei gefährlich und schlecht für die Gelenke

Dies stimmt keineswegs.
Das Training der Kraft ist eines der Sichersten. Alle Bewegungen werden kontrolliert und bedacht ausgeführt. Vorausgesetzt, dass man ebenso die richtige Technik, wie die korrekte Atmung beherrscht. Auf diese Weise werden alle Gelenke und das Herz-Kreislaufsystem Ihres Körpers nicht nur geschützt, sondern zusätzlich auch noch gestärkt.

Indem sich der Widerstand jeder Übung kontrolliert steigern lässt, werden nicht nur die Muskeln, sondern auch alle Knochen, Sehnen und Bänder schrittweise auf die Bewältigung höherer Lasten geschult.
Auf diese Weise wird man viel sicherer mit den alltäglichen Belastungen des Lebens und anderer Sportarten umgehen können. Insbesondere ungewohnte und unvorhergesehene Überlastungen durch Fehltritte, zu hohe Lasten und falsche Technik können so viel besser in Ihrer schädlichen Auswirkung abgemildert werden.
Krafttraining ist somit nicht gefährlich, sondern fast gänzlich risikolos. Vielmehr schützt es den Körper sogar, indem es Verletzungen bei anderen Disziplinen und Tätigkeiten vorbeugt!

Krafttraining mache langsam

Dies ist ein weit verbreitetes Gerücht, welches jedoch überhaupt nicht stimmt.
Starke Muskeln machen nicht langsam. Vielmehr haben diverse Studien erwiesen, dass sich ein Zusammenhang zwischen der Höhe der individuellen Maximalkraft und der Bewegungsgeschwindigkeit eines Sportlers festmachen lässt. Insbesondere die Sportarten oder Situationen des Lebens, in denen man seinen Körper oder irgendeinen Gegenstand möglichst schnell und explosiv bewegen muss, profitieren von Krafttraining.
Je stärker man somit wird, desto schneller kann man sich und andere Dinge auch bewegen!

Krafttraining mache unbeweglich

Dies ist ebenfalls ein gängiges Vorurteil, welches keineswegs zutrifft.
Krafttraining erhöht vielmehr die Beweglichkeit, da mit steigenden Lasten über den gesamten Bewegungsradius und in alle möglichen Bewegungsrichtungen trainiert wird.
Jedesmal, wenn man somit einen Muskel über den vollständigen Bewegungsumfang kontrahiert, dehnt man seinen jeweiligen Gegenspieler, den Antagonisten, in ebensolchem Maße.
Auf diese Weise vergrößert man schrittweise seinen Bewegungsumfang und wirkt bestehenden Muskelverkürzungen entgegen.
Krafttraining verringert somit die Beweglichkeit keineswegs. Vielmehr verhilft es einem dazu, den vollständigen Bewegungsumfang wiederzuerlangen!

Krafttraining sei schlecht für die Technik einzelner Sportarten

Krafttraining wirkt einer guten Technik keineswegs entgegen.
Vielmehr verhilft es dem Athleten erst zu einem kräftigen Fundament, auf dem er seine Technik sicher aufbauen kann.
Wenn die entsprechende Kraft nämlich nicht vorhanden ist, führt dies zu Abfälschungen und unkorrekten Bewegungsabläufen, da der Körper überhaupt nicht die Kraft dazu hat, die richtige Technik zu befolgen. Auf diese Weise prägen sich falsche Bewegungsabläufe ein, die sich nur sehr schwer wieder korrigieren lassen.
Krafttraining wirkt Ihrer Technik somit nicht entgegen. Es ist vielmehr die notwendige Grundlage für das Erlernen und Perfektionieren jeglicher Technik!

Krafttraining führe zu zuviel Muskelmasse

Viele Sportler und insbesondere viele Frauen legen überhaupt keinen Wert darauf, übermäßige Muskelmasse aufzubauen.
Dies ist jedoch überhaupt kein Problem. Es lässt sich nämlich auch Muskelkraft trainieren, ohne dabei direkt den Aufbau von zu viel Muskelmasse zu provozieren.
Auf diese Weise lässt sich auch ein durchtrainierter Körper mit seinen Auswirkungen auf eine Straffung der Haut und der gesamten Figur, sowie eine Verbesserung der Haltung erarbeiten, was auch für viele Frauen sicherlich als erstrebenswert gilt.
Mit dem richtigen Hintergrundwissen lässt sich nämlich steuern, ob man primär Muskelkraft oder Muskelmasse aufbauen wird.
Ein ‚zu viel‘ an Muskelmasse aufzubauen ist sowieso ein äußerst schwieriges Unterfangen. Millionen von Sportlern trainieren jahrelang hart für den Aufbau von Muskelmasse. Da sollte man sich keine Sorgen darüber machen, dass man plötzlich zu viel davon hat.
Dennoch lassen sich aus diesem irrtümlichen Grund viele Frauen vom Krafttraining abhalten. Sie ziehen es vor, stundenlang auf Steppern oder ähnlichen Geräten zu trainieren, dabei könnten Sie einen viel besseren Effekt, durch ein intelligent dosiertes Krafttraining, in viel kürzerer Zeit erreichen.
Es mangelt ihnen nämlich nicht an Bewegung, sondern an Widerstand!

Krafttraining führe zu noch mehr Anspannung in einer bereits zu stressigen Welt

Auf den ersten Blick scheint es wenig glaubwürdig zu sein, aber ganzheitliches Krafttraining verhilft zu vollständiger Entspannung.
Entspannung kann nämlich nicht aktiv betrieben werden. Es ist eine Reaktion, die umso intensiver ausfällt, je größer die vorherige Anspannung gewesen ist.
Ohne Anspannung kann es somit überhaupt keine Entspannung geben. Man kennt dieses Gefühl vielleicht, wenn man nach dem Besuch eines Schwimmbades absolut entspannt, ja fast fertig ist, nachdem man dieses verlassen hat und zu Hause nur noch ins Bett fallen will.
Erst die Anspannung des gesamten Körpers während des Schwimmens führt zu einem absoluten Entspannungszustand des Körpers danach.
Nur regelmäßige Anspannung erlaubt es somit, morgens gelassen in die Hektik des Berufsalltages zu starten oder abends mit dem Tagesgeschehen abschließen und entspannt in den Feierabend gehen zu können.
Den meisten Menschen unserer Gesellschaft mangelt es jedoch an regelmäßiger körperlicher Anspannung, so dass sie auch niemals wirklich den Zustand der Entspannung erreichen können.
Auf diese Weise verurteilen sie sich selbst zu einem Leben in beständiger Verspannung, die sie niemals vollständig abschalten können.
Krafttraining führt jedoch nicht zu noch schlimmerer Verspannung. Vielmehr ermöglicht es, aus dem Zustand der Verspannung auszubrechen und auf Grund dieser vorhergehenden Anspannung endlich wieder vollständige Entspannung erleben zu können!

Krafttraining sei ab einem bestimmten Alter nicht mehr sinnvoll

Es verhält sich genau andersherum. Je älter man wird, desto weniger kann man es sich erlauben, auf Krafttraining zu verzichten.
Mit dem fortschreitenden Alter baut der Körper nämlich immer mehr Muskelmasse ab. Dadurch gerät man in eine Abwärtsspirale: Aufgrund der höheren Belastung auf Knochen, Bänder und Sehnen beginnen diese immer mehr zu schmerzen. Wegen dieser Schmerzen bewegt man sich immer weniger, worauf noch mehr Muskelmasse abgebaut wird und der unsägliche Kreislauf von vorne beginnt, bis man schlussendlich an Bett und Rollstuhl gefesselt ist.
Krafttraining ist somit nicht nur etwas für jüngere Menschen. Vielmehr ist es für ältere Menschen nicht nur ebenso sinnvoll, sondern vielmehr sogar die Voraussetzung für ein beschwerdefreieres Leben, da es einsetzende körperliche Abbauprozesse nicht nur bremst, sondern durch die eintretenden Aufbauprozesse sogar umkehrt!
Schließlich werden dadurch nicht nur die Muskeln, sondern auch Knochen, Bänder und Sehnen gestärkt, wodurch sich z.B. Osteoporose vorbeugen und therapieren lässt.
Nur eine aktive Behandlung durch dosierte Belastung führt nämlich zu einer Verstärkung des Knochengerüsts; wohingegen jede Schonung Gift ist, da der Körper jegliches Gewebe, welches nicht beansprucht wird, immer schneller abbaut.
Krafttraining ist somit keine kurzfristige Aktivität für Jungspunde, sondern vielmehr eine lebenslange Notwendigkeit, um möglichst stark, gesund und unabhängig durch das hohe Alter schreiten zu können.

Viele Studien und Erfahrungen belegen, dass intelligent eingesetztes Krafttraining mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird. Leider ist in der gängigen Praxis heutzutage – wider besseren Wissens – immer noch das Gegenteil der Fall, da in unserer Gesellschaft unsere älteren Mitbürger immer noch sprichwörtlich zu Tode geschont werden, anstatt ihren Körper und seine Belastbarkeit durch entsprechende Forderung zu fördern.

Wie man sieht, sind die weitverbreiteten Urteile über die scheinbar schädlichen Auswirkungen des Krafttrainings vor Allem eines: Vor-Urteile.

Wer weiterhin an derartige Irrtümer zu glauben bereit ist und sich auf deren Grundlage von einem regelmäßigen Krafttraining abhalten lässt, ist selbst schuld.

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