Was ist eigentlich ‚Der Wille zur Kraft‘ ?

von | 16. Dez 2018 | Der Wille zur Kraft (Archiv) | 1 Kommentar

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.“
Antoine de Saint-Exupéry

Dieser bekannte Spruch hat eine tiefgreifende Bedeutung.
Nichtsdestotrotz findet er in unserem Leben kaum Beachtung. Insbesondere in der Erziehung junger Menschen werden fast ausschließlich Aufgaben verteilt und Vorhaltungen gemacht: ‚Ernähre Dich gesund.‘ ‚Pass auf Dich auf.‘ ‚Trink nicht soviel.‘
Die Begründungen fallen zumeist ebenfalls sehr spärlich aus: ‚Das macht man so.‘ ‚Das ist wichtig.‘

Da ist es nicht gerade verwunderlich, dass sich so gut wie niemand daran hält. Schließlich scheint diesen Grundsätzen der tiefere Sinn zu fehlen und niemand, der für sich einen freien Willen beansprucht, wird sich an derartige Anweisungen halten, nur weil Sie von jemand anders gepredigt werden.

Wer zudem auf Grund seines jungen Alters noch keine feste Orientierung in unserer Welt gefunden hat, wird sich auch dementsprechend orientierungslos verhalten.

Wer nämlich noch kein festes Ziel für das eigene Leben vor Augen hat, dem ist das eigene Leben auch relativ egal. Entsprechend respektlos wird dann auch mit der eigenen Gesundheit und der eigenen Lebenszeit umgegangen. Daran können Vorhaltungen und Ermahnungen anderer Menschen auch nichts ändern.

Sobald in einem Menschen jedoch einmal der geistige Funke zu einem festen Ziel gezündet hat, der das Potential in sich trägt, zu einem brennenden Feuer anzuwachsen, wird dieser Mensch sein gesamtes Leben nach diesem Ziel ausrichten.

Für einen Jugendlichen z.B., der in sich den Drang verspürt, das Potential seiner körperlichen Entwicklung nicht mehr brach liegen zu lassen, wird sich sein gesamte Leben verändern, weil sich sein Denken verändert hat.

Sobald er in seinem Geist die Sehnsucht nach einem durchtrainierten, starken und muskulösen Körper entfacht hat, hat er ein festes Ziel vor Augen.

Ganz plötzlich wird er anfangen, sich für Anatomie und Ernährung zu interessieren. Er wird sich bei den verschiedenen Themen der Sportwissenschaften einlesen und versuchen möglichst viel von diesem Wissen umzusetzen. Außerdem wird er beginnen, sich um seine Gesundheit zu sorgen und seine Zeit sinnvoller zu nutzen. Selbst am Wochenende wird er nicht mehr feiern, sondern trainieren gehen. Sein einziger Kater ist von nun an der seiner Muskeln und es geht ihm nicht mehr darum, möglichst viel zu trinken, sondern möglichst viel zu trainieren.

Der Schlüssel zu langfristigem Erfolg ist nun jedoch nicht von einem ganz speziellen Trainings- oder Ernährungsplan abhängig, sondern von seiner mentalen Stärke.
Die Stärke seines Willens entscheidet, ob es ihm auch langfristig möglich sein wird, sich beständig, auf die Erreichung seines Zieles konzentrieren zu können.
Wege gibt es nämlich viele und fast alle führen zum Ziel. Die meisten Menschen scheitern jedoch nicht in ihren Bestrebungen, weil sie sich auf dem falschen Weg befinden, sondern weil sie ihr Ziel aus den Augen verloren haben.

Über die Notwendigkeit mentaler Stärke wird heutzutage kaum nachgedacht und noch weniger geredet. Überall geht es nur um Trainings- sowie Ernährungspläne und -systeme. Und wenn die Fortschritte auf sich warten lassen, dann wird die Schuld dem jeweiligen Plan oder System zugeschrieben.
Damit ist man zwar oberflächlich betrachtet fein raus, doch in Wirklichkeit liegt das Scheitern in einem selbst begründet und zwar in grundlegenden mentalen Schwächen:

Derjenige nämlich, der keinen starken Willen, kein mentales Fundament, kein festes Ziel hat, der wird auf jedem Weg, bei jedem System und bei jedem Plan scheitern.

Wie am Laufband werden dann verschiedene Systeme und Pläne durchprobiert. Zusätzlich werden Unsummen für Nahrungsergänzungsmittel – sog. Supplements – verpulvert.

Wenn die Fortschritte dann weiterhin ausbleiben, gibt es für viele nur drei Auswege:
Entweder wird die Hantel endgültig in die Ecke geschmissen und nie wieder angerührt, oder es erfolgt der Griff zu diversen biochemischen, teilweise illegalen, Hilfsmitteln, oder man findet sich damit ab, einfach nur mittelmäßig zu bleiben.

Erstens sind all diese Wege es nicht wert beschritten zu werden und zweitens sind sie alle nur eine Folge des Herumdokterns an Symptomen und der Verkennung der wahren Ursachen:

Die wahren Ursachen des Scheiterns liegen nämlich nicht in der Schwäche der Sache, sondern in der Schwäche des Geistes.

Nur weil wir ab und an daran denken, dass es schön wäre, einen durchtrainierten Körper zu haben, wird sich in der Konstitution desselben nichts verändern.
Selbst regelmäßiges Training und eine bedachte Ernährung helfen da nicht viel weiter, wenn der eigene Wille nicht ausreichend geschult wird.

Bisher sind all diese Gedanken nämlich nur kurzfristig aufflammende Momente unseres Bewusstseins. Um jedoch wirklich Einfluss auf die Entwicklung unseres Körpers nehmen zu können, müssen wir nicht nur ab und zu an unsere Ziele denken. Wir müssen fest an sie glauben, um sie auch im Keller unseres Geistes – unserem Unterbewusstsein – fest verwurzeln zu können.
Durch wissenschaftliche Untersuchungen wurde nämlich herausgefunden, dass unser Wille nur dann stark ist und sein Potential entfalten kann, wenn er nicht nur an der Spitze unseres Geistes – unseres Bewusstseins – erscheint, sondern, wenn auch inständig an seine Verwirklichung geglaubt wird. Erst dann wird der Körper in seiner Entwicklung auch seinem geistigen Ziel folgen.

Wenn man es schafft, diesen starken Willen zu erschaffen und in den Tiefen des Geistes zu verankern, dann sind Pläne und Systeme sekundär.
Sehr schnell wird man gewisse Prinzipien entdecken auf die es wirklich ankommt und wenn man diese beachtet und beständig weiterentwickelt, dann wird der Fortschritt auch nicht lange auf sich warten lassen. – Über genau diese Prinzipien schreibe ich derzeit in meinem Buch.

Die meisten Menschen leben als Fremde in ihrem Körper. Sie haben zwar das ein oder andere Ziel, aber ihr Körper gehorcht ihnen nicht.
Was bei ihnen absolut verkümmert ist, ist der sogenannte Mind-Body-Link.
Erst wenn man an der Stärke des eigenen Willens arbeitet und diesen auch auf das Unterbewusstsein zu übertragen weiß, wird sich diese Brücke zwischen dem bewusstem Geist und seinem Körper verstärken und weiter entwickeln.
Erst dann, wenn wir nämlich auch unser Unterbewusstsein im Griff haben, haben wir auch unseren Körper und seine Entwicklung im Griff. Das ist wahre Körperbeherrschung und ‚Der Wille zur Kraft‘ ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Schlussendlich und in Anlehnung an das einleitende Zitat von Antoine de Saint-Exupéry können wir nun folgendes Fazit ziehen:

Wenn Du einen durchtrainierten Körper aufbauen willst, so halte Dich nicht mit hochkomplizierten Systemen, chemischen Hilfsmitteln und pedantischem Kalorienzählen auf, sondern stärke vor allem Deinen Willen und glaube an ihn. Dann wird Dein Körper auch Deinen Zielen folgen.

Der Wille zur Kraft Blog – 50.000 Leser pro Woche…

In über 20 Jahren Kraftsport, Muskelaufbau, Diät und Sixpack verfasst Dr. Christian Zippel mehrere Bücher zu diesen Themen. Das wohl bekannteste ist „Der Wille zur Kraft – Die 10 Gebote kompromissloser Leistungssteigerung in Bodybuilding & Kraftsport“. Ich selbst nenne es immer das erste philosophische Kraftsport-Buch. Parallel ruft Christian den “Der Wille zur Kraft“-Blog ins Leben. Hier schreibt er regelmäßig philosophische Artikel zu den Themen Kraftsport, Bodybuilding und Entwicklung. Mit seiner radikalen, direkten Einzigartigkeit begeistert er bis zu 50.000 Blogleser pro Woche. Irgendwann hat er den Blog einfach gelöscht, da er mit dem Schwerpunkt “Muskelaufbau“ abgeschlossen hatte und sich mehr auf die geistig-seelische Entwicklung konzentrieren wollte. Zippel ist kompromisslos. Hier veröffentliche ich allerdings nach und nach die besten Der Wille zur Kraft Blogartikel. Diese findest du weiter unten.

1 Kommentar

  1. Anonymous

    Ich freue mich sehr auf Dein neues Buch. Gruß – Peter

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