Rezension: „Moderne Tibetische Medizin

BESSER ALS TCM & WESTLICHE MEDIZIN

Tibetische Medizin?
Für die meisten eher unbekannt. Umso schneller bleibt dies unscheinbare Buch hier unter dem Radar. Dabei lohnt es sich. Für alle, die sich für ganzheitliche Heilung interessieren, ist es eine 6/6.

Warum?
TCM ist neben Ayurveda wohl das bekannteste ganzheitliche Heilungssystem und doch erscheint es ab und an kontraintuitiv und komplizierter als nötig. Die Tibetische Medizin geht auch ganzheitlich und individuell an den Patienten heran, aber sie ist deutlich einfacher. Je einfacher eine Erklärung ist (mit umso weniger Unbekannten und Zusatzannahmen), desto besser ist sie.

Warum sie besser als die westliche Medizin ist?
Das Gesundheitssystem unserer Breiten ist das weltbeste, wenn es darum geht, akute Probleme zu behandeln (durch Pharmazie und Chirurgie), doch vom Menschen in seiner Ganzheit und seiner ganzheitlichen Heilung hat sie wenig verstanden und sie ist kommerziell orientiert – behandelt meist nur Symptome (und erhält sich so den Kunden).

Die tibetische Medizin hingegen sieht alle gesundheitlichen Probleme und Blockaden auch als geistig bedingt. „Psychomatisch“ ist das Stichwort, das hier in Deutschland kaum beachtet wird. Stets ist der gesamte Mensch zu hinterfragen: Warum hat sich hier ein Tumor entwickelt? Warum tritt bei jenem Neurodermitis auf und bei jener Multiple Sklerose? Was für ein seelisches Ungleichgewicht führt zu solch einem Lebensstil, der nun Wohlstands-Diabetes ausgelöst hat oder auch klinische Depression?

Auch ich treffe auf genau solche Fälle in meinen Coachings und tatsächlich gehe ich genau so – ganzheitlich und individuell – an meine Schützlinge heran. Tatsächlich ist die tibetische Medizin das Heilungssystem, welches meinem Weltbild und meiner Arbeit am ehesten entspricht. In seiner Weisheit, die sich über Jahrtausende entwickelt hat, herrscht Simplexität: viele komplexe Zusammenhänge werden durch simple Hebelwirkung behoben. Statt mit Pharmazie und Mikrochirurgie an defekten Einzelteilen herumzudoktern wird der gesamte Mensch auf den Prüfstand gestellt und gefragt: Wie konnte es soweit kommen? Warum haben sich welche Dysbalancen und Blockaden in Deinem Leben entwickelt?

Der westliche Ansatz: Wir belassen Dich in Deinen krankmachenden Gewohnheiten (ignorieren Geist, Leben und Seele) und reparieren die defekten Einzelteile.
Der weise Ansatz: Wir analysieren und optimieren Deine Lebens-Gewohnheiten und aktivieren so Deine Selbstheilungskräfte (unterstützt durch körperliche und geistige Therapie).

Dabei gibt es kein Allgemeinrezept. Menschen sind verschieden und müssen auch verschieden behandelt werden. Mitunter brauchen zwei verschiedene Menschen mit dem gleichen Problem völlig gegensätzliche Herangehensweisen.
Die tibetische Medizin unterteilt den Menschen in verschiedene Typen:

– den hyperaktiven schlanken Luft-Menschen (Lung)
– den kräftigen aufbrausenden Feuermenschen (Tripa)
– und den gemächlichen, aufgeschwemmten Schleimmenschen (Badka)

Je nach (Misch-)Typ kommen verschiedene Eigenschaften hinzu, wie heiß, kalt, feucht und trocken. Entsprechend dieser Einstufungen gibt es Menschen, die innerlich vertrocknen (Dehydration, Nierenprobleme, Impotenz …), verbrennen (Entzündung, Autoimmun-Probleme, Burnout …), verschleimen (Diabetes, Adipositas, Arteriosklerose …) oder auch erfrieren (Erkältung, Depression …) und dann gibt es auch Misch-Krankheiten, die heiß und kalt sind wie z.B. Arthritis oder Krebs.
Als verantwortlich werden meist psychisch-energetische Blockaden erkannt, die den Fluss der Lebensenergie ins Stocken bringen und zu Kälte, Hitze, Trockenheit oder Schleim führen (wie wir es auch ähnlich von TCM und Ayurveda kennen).

Tatsächlich liegen westliche und asiatische Medizin gar nicht so weit auseinander, wie viele oft denken. Nehmen wir das Beispiel Krebs.
Die westliche Medizin sagt kurz (engstirnig) und knapp: „Der Tumor ist durch eine Mutation entstanden. Das ist durch Veranlagung und äußere Einflüsse bedingt. Das operieren und bestrahlen wir. Wir rotten den Krebs aus – und wenn wir Dich dabei selbst zerstören.“
Die asiatische Medizin sagt: „Der Tumor ist entstanden, weil Du durch seelische Dysbalance krankmachende Stoffe aufnimmst (Alkohol, Tabak etc.) oder in einer schädlichen, unnatürlichen Umgebung lebst (Plastik, Asbest, Chemie). Vielleicht hast Du die Anfälligkeit dazu auch geerbt, weil Deine Vorfahren sich schon in solch einem seelischen Ungleichgewicht befunden und schädliche Stoffe aufgenommen haben. Schleunigst wird es Zeit, seelische Balance zu erreichen, Blockaden zu lösen, den Energiefluss in Gang zu bringen und für gesunde Lebensgewohnheiten zu sorgen. Wenn es dann noch nicht zu spät ist, wird sich der Tumor wieder auflösen.

Dies soll zur Einführung genügen.

Fazit: Der Autor schafft mit diesem unscheinbaren Buch ein überaus lesenswerten Einstieg in die Tibetische Medizin. Er sollte mehr darüber schreiben. Gern auch ein systematischeres Buch. Dies hier ist eher ein Lesebuch, verflochten mit vielen Einzelfällen aus seiner Praxis. Perfekt als Einstieg!

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