Rezension: „Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde

WELCH GEDANKEN-EXPERIMENT

„In der Welt, die ich sie sehe, jagst du Elche durch die feuchten, bewaldeten Schluchten rund um die Ruinen des Rockefeller Center. Du trägst Ledersachen, die den Rest deines Lebens halten werden. Du kletterst die dicken Kudzu-Ranken empor, die den Sears-Tower umschlingen. Ein Blick hinunter und du siehst winzige Gestalten, die Mais stampfen und Streifen von Wildbret auf der leeren Überholspur eines verlassenen Superhighway auslegen.“

Was Tyler Durden fabuliert, macht sich Alan Weisman zur Maxime – im Extrem: Er beschreibt, was mit all den menschlichen Artefakten geschehen würde/könnte, wenn die gesamte Menschheit per Fingerschnipp ausradiert wäre. Klingt komisch … ist aber eines der besten Sachbücher, dass ich in den letzten Jahren gelesen habe. Die exzellent recherchierten Infos über die Stabilität und Fragilität, aber auch Resilienz der Natur sind ein Genuss zu lesen. Hinzu kommt detaillierte Beschreibungen, wie die Reste unserer Zivilisation zerfallen oder auch überdauern werden – wie die New Yorker Metro schnell volllaufen und die ersten Tiere sich durch den dunklen, 50 km langen Ärmelkanal-Tunnel wagen werden, wie Hochhäuser bröckeln und Straßen aufbrechen werden. Welche Tiere und Pflanzen sich besonders schnell erholen werden, welche ohne Mensch vielleicht aussterben werden. Wie Rückstände aus Kernkraftwerken, irgendwann freigesetzt, für eine strahlende Zukunft sorgen werden usw. usf.

Alles in einer seltenen Kombination: extrem gut recherchiert und spannend formuliert.
Lohnt sich!

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