Nimm Dich selbst nicht zu ernst & Memento Mori – MIE#18

Nimm Dich selbst nicht zu ernst & Memento Mori MIE#18 | AMOR FATI

von: Sascha

von: Sascha

Artikel Nummer achtzehn aus der Artikelreihe “Mindset is everything: Wie Du einen starken und stabilen Geist für ein erfülltes, glückliches und erfolgreiches Leben entwickelst”.

Im heutigen Artikel “Nimm Dich selbst nicht zu ernst & Memento Mori” geht es um:

  • Warum Du Dich selbst nicht so ernst nehmen solltest, wenn Du ein leichtes und erfülltes Leben anstrebst.
  • Warum und wie man mit Lachen töten kann.
  • Wie wir trotz unserer Sterblichkeit und schwieriger Lebensumstände ein wertvolles und starkes Leben führen können.
  • Warum der Tod ein Muss ist und Du lernen solltest zu sterben.
  • Was Friedrich Nietzsche mit AMOR FATI gemeint hat.

“Das Leben ist viel zu wichtig, um es ernst zu nehmen” – Oscar Wild

 

DAS GROßE FINALE = DAS GROßE LACHEN

So meine Freundinnen und Freunde der gepflegten Philosophie und des gelungenen Lebens: Heute geht es um das große Finale. Damit meine ich nicht nur, dass dies der vorerst letzte Artikel der Reihe “Mindset is everything ist” (obwohl ich noch einige weitere Artikelideen hierzu hätte), sondern um unser aller Freund: Gevatter Sensenmann.

Kurze Zwischenfrage: Muss man bei der Personifizierung des Todes eigentlich auch gendern? Wer also lieber eine Gemutter Sensenfrau hätte, ist herzlich eingeladen. Nicht das es hier noch zu Diskriminierung oder whatever kommt. Wenns nach mir geht, kann der Tod auch schöne Brüste haben, kann ich auch mit leben. Ich will nur sicherstellen, dass sich niemand ausgeschlossen fühlt. Denn das ist ja, was der Tod letztlich macht: niemanden ausschließen, niemanden vergessen – vor ihm sind wir alle gleich! So wundervoll rein, pur, raw.
 

DEN KREIS SCHLIEßEN & WAHRE PHILOSOPHIE GENIEßEN

Heute wirds zudem lastig. Nicht lästig. Einige wunderschöne Zitate stehen bevor. Habe mich entschieden, diese weitgehend unverändert aufzunehmen. Ich will Dich auch etwas schmecken lassen von dem Zauber, den wahre Schreibkunst kreieren kann. Die Präzision und Durchschlagskraft, die sie im Satz an sich und zwischen den Zeilen entfalten kann. Die Kombination aus wunderschönen Wortspielen und stählerner Härte, die aufwühlende emotionale Resonanz, die sie beherrscht wie ein Adler die Lüfte. Schauen wir mal, ob sie Dich auch so begeistert wie mich.

Zudem werden wir den Kreis schließen. Wenn Du die letzten Artikel verfolgt hast, dann weißt Du, dass wir uns mit der der Frage nach dem Sinn, dem philosophischen Selbstmord, der Absurdität, dem im Leben immanenten Leid und der Frage nach “Was ist, ein wertvolles Leben” beschäftigt haben.

Du solltest also mindestens die folgenden Artikel kennen:

Heute gehen wir einen Schritt weiter. Fragen uns, wie wir dem unausweichlichen Leid, der Frage nach dem Sinn in einer sinnlosen Welt und der Endlichkeit des Lebens aus philosophischer und existenziell-therapeutischer Sicht begegnen sollten.

Besser noch: Wir fragen uns, wie wir trotz unserer Sterblichkeit und des Leids in einem an sich sinnlosen Leben ein wertvolles und starkes Leben leben können. Wie schaffen wir es im Angesicht solcher “Umstände” ein lebenswertes Leben zu erschaffen?
 

LERNE VON DIR ABZUSEHEN

Letzte Woche hat uns im Artikel “Erschaffe keine Probleme & Drama” Friedrich Nietzsche zum Ende zugeflüstert, dass wir noch einen Grund vergessen haben, weshalb viele Menschen Probleme und Drama kreieren:

“Nur wer lernt, von sich abzusehen, der lernt: viel zu sehen!” – Friedrich Nietzsche

Mit anderen Worten: Wir nehmen uns und unser Leben viel zu ernst.
 

DEINE WAHL

Wir hatten ja bereits schon im Zusammenhang mit Viktor Frankl festgestellt, dass wir immer eine Wahl haben. Und zwar die Wahl, wie wir einer Situation begegnen. Welche innere Einstellung wir ihr gegenüber einnehmen.

Daher möchte ich Dich heute erneut fragen: Welche Wahl triffst Du? Wie begegnest Du der Sinnlosigkeit, der Absurdität des Lebens und dem im Leben immanenten Leid? Wie gehst Du mit schwierigen Lebenssituationen und Lebenskrisen um? Welche Haltung nimmst Du gegenüber unserer unfassbaren Bedeutungslosigkeit für dieses Universum ein?

Wir suchen also nicht nur nach Sinn in einem an sich sinnlosen Universum, sondern wir nehmen uns selbst und das Leben in Anbetracht dieser Umstände und unserer Endlichkeit auch noch viel zu ernst. Wir haben somit die Wahl, ob wir unserer Existenz und ihrer Absurdität mit einem ironischen Lächeln oder mit Verzweiflung und Resignation begegnen. Welche dieser Haltungen eher zu einem erfüllten und erfolgreichen Leben führt, ist eine rhetorische Frage.
 

WÜRDEVOLLER TROTZ & TRAGISCHER OPTIMISMUS

Die philosophisch und therapeutisch wertvolle Lösung, um in einem möglichen Lebens-Chaos stabil zu bleiben, ist: der Absurdität unserer Existenz und den Lebensumständen würdevoll zu trotzen und ihr somit das Menschenmögliche abzuringen. Aufrecht durch das an sich sinnlose Leben zu gehen und dabei das Bestmögliche für sich und andere Menschen zu erreichen.

Dies ist eine Haltung, die trotz des Leidens und anderer Härten, die die Existenz für den Menschen bereithält, an einer positiven Beziehung zur Welt festhält. Eine Haltung, die das Leben radikal bejaht.

Dies wiederum setzt aber bewusste Lebenswerte, Selbsterkenntnis, innere Heilung und Selbstverwirklichung voraus, so wie ich es im Artikel “Erkenne Dich selbst und lebe Deine Werte” beschrieben habe. Woher willst Du sonst wissen, was für Dich das Bestmögliche, Erstrebenswerte und Eertvolle ist? Woher willst Du wissen, für was es sich lohnt, aufrecht zu bleiben und zu kämpfen?

Erst durch Werte, Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung erschaffst Du die Möglichkeit eines authentischen und erfüllten Lebens, eines Lebens entlang eigener Regeln und Werte, zu denen man selbst mit seinem ganzen Wesen zu stehen vermag.
 

AUTHENTISCHES LEBEN = ERFÜLLTES LEBEN

Und genau an dieser Stelle solltest Du spätestens verstanden haben, dass nur ein authentisches Leben (ein Leben, zu dem man mit seinem ganzen Wesen zu stehen vermag) zu einem erfüllten, glücklichen und sinnerfüllten Leben führen kann. Ein Leben, welches Dir als Mensch entspricht. Dann fühlt sich Dein Leben auch geschmeidig, leicht und gesund an. Deine Werte und Prinzipien stellen dann eine Art Leitwerk zu mehr Authentizität und einem bedeutungsvollen Leben dar.
 

DER TOD SCHENKT DIR LEBEN

“Der Tod ist die Bedingung, die es für uns möglich macht, das Leben auf authentische Art und Weise zu leben” – Irvin Yalom

Und dann kommt der wunderschöne Tod noch dazu. Denn er limitiert Deine Zeit und macht damit alles erst überhaupt wertvoll. Ohne Tod wäre ja alles superlangweilig und wertlos. Wir sollten ihn also abfeiern und uns dafür bedanken, dass wir nicht vor Langeweile sterben.

“Nichts ist gewisser als der Tod und nichts ist ungewisser als die Todesstunde. Das ist unser Glück. Sonst liefe das Leben geradewegs auf einen toten Punkt zu.” – (Kein Plan mehr, wer das gesagt hat)

Die entscheidende Frage lautet: Wenn sich in unserem Leben nur die zu verlierenden und seltenen Dinge wirklich wertvoll anfühlen, worin bestünde dann der Wert eines unendlich langen Lebens?

Erst die Bewusstwerdung Deiner Sterblichkeit und Endlichkeit schenkt Dir den Drang und den Wunsch eines authentischen und erfüllten Lebens – schenkt Dir alle Bedeutung. Sonst könntest Du das ja auch noch in 2-3 oder 100 Jahren angehen. Läuft dann ja nicht mehr weg. Somit ist der Tod doch paradoxerweise eher etwas Lebensschenkendes als etwas Lebensfeindliches oder?

Die Welt in ihrer Tiefe verstehen heißt, den Widerspruch verstehen …

Oder Fritz, was meinst Du dazu?

“Der Tod ist nicht der Feind des Lebens überhaupt, sondern das Mittel, durch welches die Bedeutung des Lebens offenbar gemacht wird.” – Friedrich Nietzsche

Ein Brett.
Ein Gott.
Wie zu erwarten.
Wie immer.
 

ONE SHOT ONLY & WEITER LACHEN

Der Tod ist das Ende aller Möglichkeiten. Und mit ihm bleibt alles, was ungelebtes Leben ist, ungelebt. Keinerlei Möglichkeiten verbleiben, um irgendwas nachzuholen. Keine Versöhnungen, keine Entschuldigungen, keine Aussprache, keine Abenteuer, kein “Ich liebe Dich”, kein Spaß, kein Lachen ist mehr möglich. Ende …

Dies kann wunderschön sein oder krass überfordern. Ich appelliere daran, dass Du Verantwortung übernimmst und Dir bewusst machst, dass dieses eine Leben keine Generalprobe ist, in der Du es mal “versuchen” kannst. Du kannst nicht auf “zurückspulen” drücken. Das hier ist bereits die echte Aufführung und für die gilt: One shot only!
 

DIE STERBLICHKEIT MAHT BESTÄNDIG AN, DIE WICHTIGEN DINGE NICHT AUSSER ACHT ZU LASSEN

In einem Fachbuch zur existenziellen Therapie wurde es wunderschön ausgedrückt:

“Denn erst aus der Begrenztheit, aus der Notwendigkeit und Unausweichlichkeit des Auswählens bekommen die Handlungen unseres alltäglichen Lebens ihr Gewicht. So verstanden zwingt uns ein bewusster Umgang mit unserer Sterblichkeit, also dazu, uns immer wieder mit der Frage zu konfrontieren, ob das, was wir gerade zu tun im Begriff sind, wirklich wichtig und unserer Mühe und Zeit wert ist.

Das ist ein radikaler Perspektivenwechsel: Der Tod ist dann nicht mehr das, was unser Leben zerstört und ihm damit den Sinn raubt, sondern er ist genau umgekehrt gerade das, was unsere einzelnen Akte erst wertvoll sein lässt, da wir in unserer Lebensspanne nur eine begrenzte Auswahl von Alternativen in die Wirklichkeit heben können und genau diesem wirklich Gewordenen damit unseren persönlichen Stempel der Bedeutsamkeit aufprägen.

Ein bewusster Umgang mit der persönlichen Sterblichkeit mahnt beständig an, die wichtigen Dinge nicht außer Acht zu lassen, sondern sich ihnen zu widmen, denn das Ende kann jederzeit kommen, und was dann noch nicht getan oder erlebt ist, das wird damit auch nicht gelebtes Leben bleiben.” (Existenzielle Perspektiven in Psychotherapie und Beratung)

Völlig richtig, wenn Du nun denkst, was für eine krasse Verantwortung der Wahl und welch eine unfassbare Freiheit darin steckt. Jean-Paul Sartre meinte dazu: “Wir sind zur Freiheit verdammt.”

Freiheit kann unfassbar überfordern, insbesondere dann, wenn wir uns entscheiden müssen, was wir mit diesem Leben anfangen wollen. Denn wenn wir uns entscheiden, dann entscheiden wir uns auch immer gegen etwas. Prokrastination und die Angst, etwas zu verpassen, lassen hier grüßen. Wäre spannend, das unter dem Gesichtspunkt existenzieller Philosophie und Therapie auseinanderzunehmen. Aber das zu einem anderen Zeitpunkt. Wir machen weiter im Text.
 

TANZEND LEBEN & LACHEND STERBEN

Begegne dem unvermeidbaren Tod, der Absurdität des Lebens, Deiner Vergangenheit und allen Härten und Herausforderungen, die das Leben bereithalten kann, immer mit einem Lachen. Mit einem Lachen über die Welt und vor allem über Dich selbst. Verstehe, dass das Leben ein gewaltiges kosmisches Theater ist und dass das Ziel ein spielerisches, freies und authentisches Leben ist, durch das Du tanzt und lachst – trotz aller Umstände … Gerade wegen aller Umstände …

Nimm Dich und das Leben nicht so ernst. Lass Dein Ego häufiger raus. Lerne von Dir abzusehen. Glaub mir, lebend kommen wir hier eh nicht raus.

In diesem Sinne ist für Nietzsche der “Übermensch” unter anderem als ein Mensch zu verstehen, der sein Potenzial verwirklicht und der sich stabil, stark, radikal und authentisch auslebt. Jemand, der sich selbst überwindet und selbst erkennt. Jemand, der es schafft, in Anbetracht von Leid, Absurdität und Tod geschmeidig zu bleiben. Jemand, der sich von Elend und Leid nicht unterkriegen lässt, sondern stark und würdevoll trotzt. Jemand, der trotz aller Umstände “Ja” zum Leben sagt, von sich selbst absehen kann und sein Lachen sowie seine Leichtigkeit nicht verliert. Ein wahrer Lebenskünstler, der es versteht, Krieg und Kunst des Lebens zu vereinen. Der auf glattem Eis (und damit durch das eigenen Leben) zu tanzen weiß und so sein ganz eigenes Paradies auf Erden schafft.

(Hinweis: Dr. Z hat hierzu mal einen Artikel geschrieben. “Tanzend leben” – Was bedeutet das eigentlich?”. Vielleicht auch für Dich interessant.)

Aber lassen wir Fritz doch selbst mal zu Wort kommen, bzw. zum Lachen ähhh zum Tanzen;

“Und als ich meinen Teufel sah, da fand ich ihn ernst, gründlich, tief, feierlich; es war der Geist der Schwere – durch ihn fallen alle Dinge. Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man. Auf, laßt uns den Geist der Schwere töten! Ich habe gehen gelernt: seitdem lasse ich mich laufen. Ich habe fliegen gelernt: seitdem will ich nicht erst gestoßen sein, um von der Stelle zu kommen. Jetzt bin ich leicht, jetzt fliege ich, jetzt sehe ich mich unter mir, jetzt tanzt ein Gott durch mich.” – Friedrich Nietzsche

Weiter mit:

“Wie vieles ist noch möglich! So lernt doch über euch hinweglachen! Erhebt eure Herzen, ihr guten Tänzer, hoch! höher! Und vergeßt mir auch das gute Lachen nicht!
Diese Krone des Lachenden, diese Rosenkranz-Krone: euch, meinen Brüdern, werfe ich diese Krone zu! Das Lachen sprach ich heilig; ihr höheren Menschen, lernt mir – lachen!” – Friedrich Nietzsche

Kannst Du die Leichtigkeit, die Lebenslust, die Power, die Energie spüren? Spüren, wie Dich das JA zum Leben in seinen Bann zieht und hemmungslos verschlingt? Ich will hier nicht die Zitate analysieren, aber noch mal mit Nachdruck betonen:

“Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man.”

“So lernt doch über euch hinweglachen! Erhebt eure Herzen, ihr guten Tänzer, hoch! höher! Und vergeßt mir auch das gute Lachen nicht!”

“Das Lachen sprach ich heilig; ihr höheren Menschen, lernt mir – lachen!”

Ein hohes Ideal der tanzende, lachende “Übermensch”, gar keine Frage. Aber wir wollen ja durch Sophie – Philo Sophie – nicht weniger als die Liebe zur Weisheit erfahren. Und konkret heißt die Weisheitsfrage: “Wie lebt man?” und “Wie stirbt man?”.

Ich hoffe, es ist klar geworden, dass Leben und Sterben im Grunde ein und dasselbe sind. Leben und Tod sind nicht getrennt. Sie sind nicht Freund und Feind. Sie sind eins. Ein lachendes und tanzendes Liebespaar – göttlich, erhaben und wunderschön.

Deshalb gilt:

“Derjenige, der die Menschen lehren würde zu sterben, würde sie lehren zu leben. “ – Irvin Yalom

 

MEMENTO MORI

Wir haben somit gelernt, dass ein bewusster Umgang mit unserer Sterblichkeit uns mit der Frage konfrontiert, ob das, was wir gerade zu tun im Begriff sind, wirklich wichtig und unserer Mühe und Zeit wert ist. Außerdem konfrontiert Sie uns auch mit der Absurdität des Lebens, mit unserem Ego und mit der Frage: Ist das hier wirklich mein Leben? Oder lebe ich das Leben eines anderen? Wer bin ich überhaupt und was entspricht mir? Was will ich und was ist mir wichtig?

Theodor W. Adorno hat es diesbezüglich auf den Punkt gebracht:

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ – Theodor W. Adorno

Deshalb solltest Du immer im Kopf haben:
Memento Mori – Sei dir der Sterblichkeit bewusst.
 

DAS GRÖSSTE SCHWERGEWICHT & DIE EWIGE WIEDERKUNFT

Auch der AMOR FATI Philosoph Friedrich Nietzsche hat sich mit der Frage beschäftigt, wie wir ein schönes, authentisches und starkes Leben trotz Wahl, Absurdität, Vergänglichkeit führen Können und wie wir darin sogar noch unser Potenzial verwirklichen. Herausgekommen ist der lachende und tanzenden “Übermensch”, der sich ein Paradies auf Erden schaffen kann und das Leben bejaht.

Nietzsche wartet diesbezüglich erstmal mit dem Gedankenexperiment “Der ewigen Wiederkehr” auf. Dies ist (unter anderem) als eine Art Gradmesser, als eine Art Indikator für den tanzenden, lachenden “Übermenschen” zu verstehen:

Das größte Schwergewicht – „Wie, wenn dir eines Tages oder Nachts, ein Dämon in deine einsamste Einsamkeit nachschliche und dir sagte: ,Dieses Leben, wie du es jetzt lebst und gelebt hast, wirst du noch einmal und noch unzählige Male leben müssen; und es wird nichts Neues daran sein, sondern jeder Schmerz und jede Lust und jeder Gedanke und Seufzer und alles unsäglich Kleine und Große deines Lebens muss dir wiederkommen, und Alles in der selben Reihe und Folge – und ebenso diese Spinne und dieses Mondlicht zwischen den Bäumen, und ebenso dieser Augenblick und ich selber. Die ewige Sanduhr des Daseins wird immer wieder umgedreht – und du mit ihr, Stäubchen vom Staube!‘ – Würdest du dich nicht niederwerfen und mit den Zähnen knirschen und den Dämon verfluchen, der so redete? Oder hast du einmal einen ungeheuren Augenblick erlebt, wo du ihm antworten würdest: ,du bist ein Gott und nie hörte ich Göttlicheres!‘ Wenn jener Gedanke über dich Gewalt bekäme, er würde dich, wie du bist, verwandeln und vielleicht zermalmen; die Frage bei Allem und jedem ,willst du dies noch einmal und noch unzählige Male?‘ würde als das grösste Schwergewicht auf deinem Handeln liegen! Oder wie müsstest du dir selber und dem Leben gut werden, um nach Nichts mehr zu verlangen, als nach dieser letzten ewigen Bestätigung und Besiegelung?“ – Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Er rät, dass wir unser Leben nur dann tanzend, lachend und authentisch bestreiten können, wenn wir unsere Handlungen, Gedanken und Entscheidungen an der Frage der ewigen Wiederkunft ausrichten: “die Frage bei Allem und jedem ,willst du dies noch einmal und noch unzählige Male?‘ würde als das grösste Schwergewicht auf deinem Handeln liegen!”.

Damit setzt er (unter anderem) implizit Voraus, dass wir nur ein authentisches Leben, ein voll gelebtes Leben, ein Leben, dass uns wirklich entspricht, ein erfülltes und leichtes Leben derartig bejahen würden. Dass wir nur dann Willens wären, unser Leben noch einmal leben zu wollen.
 

“MEINE FORMEL FÜR DIE GRÖSSE AM MENSCHEN IST AMOR FATI”

Dann gipfelt Nietzsche in einer Art Lebensziel. Einem Ideal für ein erfülltes, authentisches, freies, würdevolles, leichtes Leben, in dem das persönliche Potenzial verwirklicht wird: AMOR FATI. Dies ist für ihn die Formel für ein gelungenes Leben und für die Größe am Menschen.

“Meine Formel für die Grösse am Menschen ist amor fati: dass man Nichts anders haben will, vorwärts nicht, rückwärts nicht, in alle Ewigkeit nicht. Das Nothwendige nicht bloss ertragen, noch weniger verhehlen, sondern es lieben.”

In kurz: Wenn Du ein geiles, Dir entsprechendes Leben mit Stärke, Freiheit, Leichtigkeit und Power haben willst, dann lebe AMOR FATI! Nur so wirst Du es am Ende Deines Lebens sagen können: Ich würde es nicht anders haben wollen.

Klar ist das nicht einfach oder gar der Standard. Ich habe aber für mich vor einigen Jahren eine Entscheidung getroffen. Dass ich trotz der ganzen “Scheiße”, die mir bisher widerfahren ist, (oder gerade deswegen) AMOR FATI leben will.

Ich glaube mit jeder Faser daran, dass das mein Weg ist. Ich denke, AMOR FATI ist nicht für jeden da draußen geeignet. Ich will niemanden bekehren. Aber ich weiß, dass kein Weg an einem authentischen Leben vorbeiführen kann. Dr. Z, Nietzsche und die Philosophie haben mir hier Türen gezeigt, von denen ich nicht mal wusste, das sie existieren. Hoffnungsvolle Türen, die ein Tor zu einer Lebenstransformation sein können. Kein Geld der Welt kann das aufwiegen. Und wenn ich, der kleine, depressive, verschuldete und vom Leben überwältigte Junge, der keinen Sinn mehr im Leben sah, das schaffen kann … Warum solltest Du das dann nicht auch können?

Ich glaube an Dich, aber Du musst verdammte Scheiße bereit sein, Deine Arbeit zu machen. Der Weg ist hart, aber er lohnt sich. Und jeder, der diesen Weg beschreiten will, dem will ich helfen. Ihm oder ihr zur Seite stehen. Gemeinsam in den Kampf ziehen, das kunstvolle Tanzen und starke Lachen lernen.

Denn ich weiß, dass wenn Du am Ende Deines Lebens auf Deinem Bett sitzt, dann kannst Du nur mit einem Lachen sterben, wenn Du vorher tanzend gelebt hast. Dann darf es nur eine Antwort geben:

“War das – das Leben?‹ will ich zum Tode sprechen. ›Wohlan! Noch einmal!” – Friedrich Nietzsche

AMOR FATI – Become who you are!
Dein Sascha
 

NEWS: AMOR FATI PODCAST & DEINE HILFE

So, da war die Artikelreihe. Ich hoffe, es hat Dir gefallen. Ich freue mich über Dein Feedback.

Als ein nächstes kleines Experiment werde ich einen Podcast starten. Dieser löst die Artikel erstmal ab. Ein bis zwei Episoden pro Woche wird es geben. Alles rund um den AMOR FATI Lifestyle und ein erfülltes, freies Leben. Authentizität, Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung sind auch mit von der Party. Und klar: viel mehr private Einblicke aus meinem Leben. Ich überlege auch noch, ob ich nicht noch mal was Privates auf Instagram starte – ich bin so schlecht erreichbar, höre ich oft.

In den nächsten zwei Wochen beginnen wir mit vier Podcast-Interviews, bei denen ich als Gast eingeladen wurde (Eine Episode ist sogar als Video verfügbar) – ein kleiner Vorgeschmack quasi. Keine Angst, sobald ein neuer Artikel, Podcast oder andere News erscheinen, wirst Du natürlich über den Newsletter benachrichtigt. Diesen kannst du hier abonnieren: Get AF News.

Ich möchte Dich in Sachen Podcast mehr einbinden. Wenn es also irgendein Thema oder eine Frage gibt, die Dich besonders interessiert und über die ich eine Episode im Podcast machen soll, dann schreib mir Deine Idee. Du erreichst mich am einfachsten über WhatsApp oder Telegram. Klicke auf einen der folgenden Links, um mir Deine Ideen zu senden:

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Vielen Dank für Deinen Support.

“Meine Formel für die Grösse am Menschen ist amor fati: dass man Nichts anders haben will, vorwärts nicht, rückwärts nicht, in alle Ewigkeit nicht. Das Nothwendige nicht bloss ertragen, noch weniger verhehlen, sondern es lieben.”

Friedrich Nietzsche

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Geschrieben von: Sascha

Hallo, ich bin Sascha von AMOR FATI. Ich lebe seit 12/2019 ohne Wohnsitz. Ich habe einfach losgelassen und das System verlassen, um mich auf eine freie und abenteuerliche Reise zu begeben. Eine Reise ins wirkliche Leben und durch die Welt. Eine Reise mit der Aufgabe: Werde, wer du bist! und der Frage: Was schafft ein erfülltes Leben? Mein Ziel ist es, AMOR FATI durch meine eigenen Inhalte und Impulse zu fördern und zu verbreiten. Ich möchte eine starke Gemeinschaft aufbauen, die auf den Werten und der Struktur von AMOR FATI basiert, und dadurch eine außergewöhnliche Gemeinschaft mit großartigen Menschen aufbauen.

2 Kommentare

  1. Christin

    Liebster Sascha,
    wo fange ich an? Genau über das Thema der Sterblichkeit sprach ich gestern mit einem Freund. Du weißt ja, dass ich ein vermeintlich richtiges Leben im falschen geführt habe, sodass ich jedem nur raten kann, sich mit den EIGENEN Zielen, die seiner Natur entsprechen, wie du sagst, auseinanderzusetzen.

    Nächster Punkt: Als ich letztes Jahr im Flieger saß, nachdem ich in Athen war, dachte ich über die Sterblichkeit nach und ich nahm mir vor: ich will jeden Tag sterben können, ohne denken zu müssen: Hättest du mal. Ob es nun um Handlungen, Wünsche, Ziele oder einfach nur die Tatsache geht, zu sagen: ich mag dich, du bist mir wichtig, etc., ist egal. Ein tolles Gefühl, weil einem nichts auf der Seele lastet!

    Außerdem kenne ich deine Art, lachend durch das Leben zu gehen, die mir hier und da schon in Form von wenigen, direkten Worten oder einfach eines Clowns-Gesichts geholfen hat, ebenso zu lachen (manchmal nachdem ich mich kurz aufgeregt habe und du noch mehr gelacht hast 😂). Ich kann nur sagen: Das Leben nicht zu ernst zu nehmen, ist absolut befreiend.

    Das eine Zitat ist übrigens – glaube ich – von Anselm von Canterbury, ich bin aber unsicher!

    Weiter im Text: Ich freue mich sehr auf den Podcast! Tolle Idee!

    Ich glaube, mehr habe ich nicht an Feedback und Gedanken zu diesem sehr gelungenen letzten Artikel der Reihe!

    Antworten
  2. Ben

    Lieber Sascha,
    Vielen Dank für die Artikelreihe. Ich habe sie mit Begeisterung gelesen und kann einiges mitnehmen für mich. Deine Lebensfreude und Klarheit springt einem ins Gesicht 🙂
    Da ich auch sehr gerne Podcasts höre, freue ich mich schon auf deine nächsten Eindrücke.

    Antworten

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