Depressionen / Burnout verstehen und überwinden

Depressionen und Burnout verstehen und überwinden | AMOR FATI

von: Sascha

von: Sascha

In diesem Artikel erkläre ich die ursächlichen Probleme und Mechanismen, die es zu verstehen und bearbeiten gilt, wenn Du eine Depression, depressive Episode oder Burnout überwunden willst.

Hierbei spreche ich aus meiner eigenen jahrelangen Erfahrung mit diagnostizierter Depression und Burnout, mehreren Psychotherapien inkl. medikamentöser Behandlung, Coachings, vielen gelesenen Büchern, meiner Arbeit und Gesprächen mit Betroffenen und unzähligen Stunden der Selbstreflexion und Meditation. All das habe ich versucht, auf den relevanten Kern herunterzubrechen und ich bin überzeugt davon, dass, wenn Du die folgenden Punkte nicht verstehst und anschließend entscheidend veränderst, dass Du dann gar nichts änderst. Alles bleibt nur oberflächlich.

Folglich kann es hart werden und an der ein oder anderen Stelle sogar verstörend und widersprüchlich wirken. Sicherlich wird das Geschriebene nicht immer der allgemeinen Meinung entsprechen und kann sich wie ein harter Schlag anfühlen. Diese Schläge sind meine Perspektive zu diesen Themen und sollen Dich wachrütteln, so wie sie mich wachgerüttelt haben. Sie sollen Dich ermutigen, in einen hoffnungsvollen Kampf zu ziehen, der ohne Frage nicht immer leicht sein wird, aber den es sich lohnt zu kämpfen.
 

DU WILLST DEPRESSIV SEIN / BURNOUT HABEN – ES NÜTZT DIR

Nicht nur Dir. Vermutlich einer Menge Menschen der knapp 5,3 Millionen jährlichen Fälle von Depressionen allein in Deutschland. Im Zuge von Corona und den Folgen wird das sicherlich nicht weniger werden. Meiner Meinung nach ist ein wichtiger Punkt: Depression und Burnout bereichern oft das Leben. Was auf den ersten Blick so widersprüchlich klingt, nennt sich in der Psychologie und Therapie sekundärer Krankheitsgewinn. Der Schmerz der ausweglosen, häufig sinnlosen und hilflosen Position sitzt tief, wird aber durch einen anderen Zugewinn mehr als aufgewogen. Irgendwie ein guter Deal, der uns oftmals gar nicht so klar ist. Und schon gar nicht, dass wir ihn immer und immer wieder eingehen.

Man könnte auch sagen: Wenn Du einen ausreichenden sekundären Krankheitsgewinn hast, dann willst Du Depressionen oder Burnout haben, weil es Dir mehr bringt, als es Dich leiden lässt. Oftmals ist der Gewinn Aufmerksamkeit, Liebe, Zuwendung und Mitleid.

Allein dieser Gedanke kann ein absoluter Gamechanger sein und Dein Verständnis auf einen anderen Level bringen. An dieser Stelle will ich gar nicht weiter darauf eingehen, da hierzu bereits alles Nennenswerte gesagt wurde. Persönliches zu diesem Mechanismus habe ich ausführlich in dem Artikel “Drogen, Dämonen & Leitplanken: Mein Kampf und der Weg zur Selbstüberwindung” beschrieben. Der Artikel “Sei kein Patient” von Dr. Z ist ebenfalls lesenswert und bietet einen detaillierten Blick auf das Thema.

Wir halten fest: Alle sekundären Krankheitsgewinne müssen weg, wenn Du eine echte Chance haben willst, Dich langfristig aus Depression und Burnout zu befreien.

Bereits das ist aber gar nicht so einfach. Denn in den meisten Fällen sind die sekundären Krankheitsgewinne nämlich getarnt, mit Deinem Umfeld verwoben und obendrein noch als Gewohnheit tief in Dir etabliert. Zudem erlebt man oftmals ein Arsenal an Waffen der Kompensation und Verdrängungsmechanismen, die mit unglaublicher Finesse und Energie einen Schild um den Zugewinn aufbauen, da es diesen zu beschützen gilt.
 

ANGST VOR VERÄNDERUNG = ANGST VOR FREIHEIT

Betrachten wir mal eine depressive Episode, eine Depression oder Burnout als Indikator für eine notwendige Veränderung im Leben. Als eine Art Freund, der einem versucht, indirekt sagen zu wollen, dass es so nicht dauerhaft weitergehen kann. An diesem Punkt gibt es im wesentlichen zwei Lager. Das eine ignoriert oder überhört die wohlgemeinten Ratschläge des Freundes (der eigenen inneren Stimme) und das andere kann sie hören, weiß aber nicht, wie sie diese umsetzen soll und erstarrt. In beiden Fällen spielt die Angst vor Veränderung und damit die Angst vor der “Freiheit” eine zentrale Rolle. Um es mit dem Philosophen Jean-Paul Sartre zu sagen: “Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt.”

Willst Du Dich also aus Depression und Burnout befreien und hast den sekundären Krankeitsgewinn bereits abgeschüttelt, musst Du echte Veränderungen an Deinem Leben vornehmen. Im Grunde hast Du hierfür eine Vielzahl an Freiheiten und Möglichkeiten, wovon oftmals die meisten nicht als solche anerkannt werden. Du kannst beispielsweise so weitermachen wie bisher oder von Suizid bis Selbstrevolution fast alles wählen. Aber genau diese Freiheit willst Du Dir nicht eingestehen, um in diesem Meer an unzähligen Möglichkeiten nicht mit der Fahne der Überforderung und Verzweiflung unterzugehen. Also veränderst Du besser nichts oder noch besser, leugnest alle potenziellen Lösungen, um den Status quo zu erhalten.

Zudem kann eine existenzielle Veränderung in Deinem Leben alles bisherige an das Du geglaubt hast, für das du gelebt und gewirtschaftet hast und alles was Du als gut und schlecht angesehen hast erschüttern. Dann steht Dein komplettes Wertesystem und Deine Weltsicht auf dem Kopf. Wenn Du Dich jetzt existenziell änderst, wer warst Du denn dann in Deinem bisherigen Leben, bzw. was hast Du geglaubt wer Du bist? Dabei dreht der Kopf frei. Und da psychische und körperliche Stabilität evolutionär wichtiger sind, als Veränderungen zugunsten eines erfüllten Leben, entsteht hierdurch eine Menge Angst.

Wir halten fest: Die Angst vor einschneidenden Veränderungen des Lebens ist immer auch die Angst vor der Freiheit, da Du Dich, Dein Leben und Dein Wertesystem hinterfragst oder ggf. veränderst.
 

ANGST DAVOR ALLES SO ZU LASSEN = ANGST VOR DEM TOD

Ja, das Leben ist endlich. Das ist kein Geheimnis. Sollte man zumindest meinen. Dennoch benehmen sich viele Menschen so, als würde es unendlich weitergehen. Und genau diese Endlichkeit macht oftmals auch in der Depression und bei Burnout zu schaffen. Willst Du das wirklich so weitermachen? Soll das Dein Leben sein? Ist dass das, was Du Dir unter einem glücklichem Leben vorgestellt hast? Die Antriebslosigkeit, Energielosigkeit und Sinnlosigkeit, die in einer Depression herrscht, kommt einem nicht gelebten Leben gleich und zieht damit den Tod in die Gegenwart. Genau so verhält sich dann auch der Betroffene im Alltag – wie tot. Das Unbewusstes weiß das und verweigern damit jeden Lebenswillen und Sinn. Damit blinzelt zeitgleich der große Sensenmann (der große Tod am Ende des Lebens) immer mal rein und weist darauf hin, dass weder Du noch ich noch irgendjemand unendlich lange auf diesem wunderschönen blauen Planeten sein wird. Dennoch sind die Rahmenbedingungen (z. B. Umfeld, Job, Partnerschaft, Finanzen etc.), auch wenn sie noch so schwerwiegend als “Problem” in die Depression einwirken, alte Bekannte und geben damit in einer unsicheren Zeit der Ohnmacht einen Sicherheitsanker. Diesen kennst Du nicht nur, sondern Du weißt auch mit ihm umzugehen, was unbewusst Sicherheit gibt.

Wir halten fest: In Depression und Burnout bist Du unweigerlich mit Deinem nicht gelebten Leben konfrontiert und damit mit der Angst vor dem “Tod”. Das drückt sich in Ohnmacht, Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit aus und lässt zudem die Angst vor “Ich kann doch nicht mein Leben lang so weitermachen” aufkommen.
 

DAS DILEMMA: ANGST VOR VERÄNDERUNG VS. ANGST ALLES SO ZU LASSEN

Es scheint so zu sein, dass egal was Du wählst, die existenzielle Veränderung oder alles so bestehen zu lassen, immer die falsche Wahl ist. Eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Unbewusst pendelst Du zwischen diesen Ängsten hin und her. Viele betroffene entwickeln hier auch Ambivalenzen und tendieren einmal zur absoluten Veränderung und Revolution, ein anderes Mal zur vehementen Verteidigung der aktuellen Situation.

Durch dieses ambivalente Dilemma leidest Du, da einerseits der Wunsch nach Veränderung besteht und andererseits diese Veränderung aber nicht wirklich umgesetzt werden kann. Meiner Meinung nach entstehen hieraus unterschwellige Schuldgefühle, sogar Selbstverachtung, Selbstabwertung und Selbstzerstörung. Denn egal welche Wahl man trifft, man ist immer schuldig, nicht ein eigenes, erfülltes und authentisches Leben gelebt zu haben. Entweder Du wirst stetig durch das andauernde Leiden und die Angst in der unveränderten Situation darauf hingewiesen oder durch die existenzielle Veränderung Deines Lebens, was gleichzeitig auf das “falsche und authentische” Leben der Vergangenheit hinweist und erhebliche Selbstzweifel sowie Misstrauen streuen kann.

Diese Dynamik läuft oftmals unverstanden und unbewusst ab. Sie reißt Dich ein bisschen hin und her und sperrt Dich aufgrund der massiven Ängste in einen Käfig. Dieser scheint unüberwindbar, die Tür ist nicht zu öffnen und Du hast keine Chance herauszukommen. Niemand kann wirklich helfen und schon gar nicht Du Dir selbst. Alle Veränderungen und Bemühungen scheinen zwecklos.
 

ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN = NEIN SAGEN & VERZICHTEN

Offensichtlich findet sich in beiden (oder mehreren) Entscheidungsalternativen etwas Anziehendes und etwas Abstoßendes wieder. Genau das macht die Entscheidung so schwierig. Zudem ist diese missliche Lage eines Dilemmas nur sehr schwer mit Pro und Contra-Abwägungen und rationalen Erklärungen zu lösen. Nicht selten dreht sich so alles im Kreis: Einerseits ist dort die Angst vor dem Unbekannten und damit eine einhergehende Unsicherheit, die mit einer Veränderungsentscheidung einhergehen kann. Andererseits ist auch das nicht Treffen einer Entscheidung eine Entscheidung. Und alles so zu belassen schürt die Angst eines nicht gelebten eigenen Lebens, welches oftmals dem Tod gleichkommt.

Weitere, in diesem Zusammenhang wichtige Ängste sind die Angst vor dem Verzicht, die Angst etwas zu verpassen (FOMO = fear of missing out) und der damit verbundenen Angst vor Unwiederbringlichkeit. Das Problem ist nicht, das wir nicht “Ja” zu etwas sagen können, sondern dass wir nicht “Nein” zu der Vielzahl an Möglichkeiten sagen wollen, welche durch ein einziges “Ja” ausgeschlossen werden. Und diese durch ein “Nein” abgelehnten Optionen können sogar unwiederbringlich sein. Quasi ein Verzicht für immer (zumindest meinen wir das).

Du stehst also an der Weggabelung oder Kreuzung und kannst Dich nicht entscheiden, welchen der Wege Du nimmst. Wenn Du den linken nimmst, kannst Du den rechten nicht gehen, vielleicht nie wieder, denn die Zeit, die Du einmal mit dem Beschreiten des linken Weges verbracht hast, lässt sich nicht zurückdrehen und in den rechten investieren. Deshalb bleiben viele Betroffene (und vielleicht auch Du) Ewigkeiten einfach an der Weggabelung oder Kreuzung sitzen und wägen alles weiterhin schön brav ab. Alles in der Hoffnung, dass sich irgendwann und irgendwie beide Wege zu einem verschmelzen lassen und man weder eine Entscheidung treffen, noch auf irgendetwas verzichten muss. Ja gute Nacht Johanna.

Eine wundervolle Vermeidungsstrategie, die nur das eigene Leiden in der Situation vergrößert, aber wenn dieses Leid immer noch geringer ist als das durch die Angst vor Veränderung unbewusst empfundene Leid, dann bewegt sich da bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag auch nichts. Dann bleibt nur zu hoffen, dass eine dieser Ängste irgendwann einen so unerträglich großen Schmerz verursacht, dass dieser Dich bewegt, alternativ das ein Schicksalsschlag den nötigen Wandel in Deinem Herzen auslöst oder dass Du Dir der Situation bewusst wirst und aufgrund Deiner Lebensprinzipien und Lebenswerte den Mut aufbringen kannst, trotz Angst zu handeln. Denn solange Du nicht handelst, hast Du auch keine Entscheidung getroffen. Du hast darüber nachgedacht und abgewogen aber bei einer echten Entscheidung ist eine Handlung immanent.

Dr. Z, was meinst Du dazu?

“Lieber Leser, der Tod ist mehr als ein Muss. Er ist ein Freifahrtschein zum Leben. Jeder darf sterben, kann sterben und der Tod löscht alles aus. Er ist der große Schwamm, der all Ihr Versagen, Ihre Fehler und Peinlichkeiten von der Tafel des Lebens wischen wird.”

Wir halfen fest: Das ambivalente Angst-Dilemma zwischen “Freiheit” (alles Ändern, über den Haufen werden und neu definieren) und “Tod” (alles so lassen wie es ist und weiter darunter Leiden ein ungelebtes Leben zu leben) kann Dich in eine vermeintlich ausweglose Dilemma-Situation bringen und massive Schuld-, Sinnlosigkeits- und Ohnmachtsgefühle auslösen. Die Angst vor dem Unbekannten, der Unsicherheit und die Angst vor dem Verzicht spielen eine massive Hauptrolle.
 

VERSUCHE DER STABILISIERUNG

Wie bereits erwähnt, wird immer ein Zustand von psychischer Stabilität angestrebt. Platt gesagt: Du brauchst eine Erklärung, warum es so ist, wie es ist und warum Du diese Situation erduldest. Dies beinhaltet sowohl, wie Du in die Depression oder den Burnout gekommen bist, als auch warum Du ihn nicht überwinden kannst. Hierbei spielt die Ohnmächtigkeit und Opferperspektive eine zentrale Rolle. Denn dies ist die einfachste und plausibelste Möglichkeit, psychisch stabil zu bleiben: Du bist das Opfer der Situation und alles geschieht mit Dir. Daher hast Du keine Macht und Möglichkeit, irgendwas zu verändern. Niemand kann helfen und bereits der Versuch ist zwecklos. In dieser Version bist Du wehrlos und schuldlos. Unbewusst kann es aber sein, dass Du Dir trotzdem die Schuld an Deiner Situation gibst und Dich dafür verurteilst und hasst. Dieser Konflikt kann innerlich zerfleischen.

Selbstredend wird sich dieser Stabilisierungsversuch nun auch in Deinem Körper und Alltag widerspiegeln. Natürlich setzt nun Antriebslosigkeit, Lethargie, Energielosigkeit, körperliche Probleme und innere Leere ein. Der Hahn zum Lebenswillen und Lebenssinn wurde soeben abgedreht und es gibt keinen Ausweg. Entsprechend geht die Natur auch so damit um und nimmt Dich aus dem Spiel. Sich selbst durch Suizid aus dem Spiel zu nehmen ist in einem solchen Zustand oftmals der einzige erscheinende Ausweg.
 

DIE SUCHE NACH DEM LEBENSSINN ALS LÖSUNG?

Wenn also der Hahn zum Lebenswillen und Lebenssinn durch das Angst-Dilemma bei Depression und Burnout abgedreht wurde, dann musst Du doch einfach nur einen neuen Lebenssinn finden und alles ist wieder Tutti, oder?

Um es mit nem Fetten Brot zu sagen: Äh Ja, äh, Nein, ich meine Jein!
Aus philosophischer und evolutionärer Sicht gibt es keinen immanenten Lebenssinn in dieser Welt. Auch nicht im Leben und in uns als Menschen. Alles entwickelt sich einfach nur immer weiter und emergiert. Das Leben und dieser Planet ist der riesige Spielplatz im Kosmos, auf dem dieses Chaos bzw. Spiel stattfindet. Es gibt aber keine geheime verschwurbelt Lebensaufgabe, die nur in Dich von heiligen Sankt-Blasius am Ronnstag um drölfzig Uhr hineingelegt wurde und darauf wartet, dass Du sie endlich ausbuddelst. Jeglicher Wert und Sinn ist durch den Menschen erschaffen und in die Welt gebracht und damit ist auch Dein eigener Lebenssinn durch Dich selbst erschaffen. Wir definieren, was lebenswert ist, was gut und schlecht, was sinnvoll und sinnlos ist. Auf gesetzlicher, staatlicher, sozialer und kultureller Ebene definieren wir das sogar für Millionen von Menschen. Wir kommen sogar weltweit damit überein, dass ein 500 Euro Schein deutlich wertvoller ist, als sein Materialwert von vielleicht 20 Cent.

Für das Universum und die Natur macht es aber überhaupt keinen Unterschied, ob Du heute noch einen Tag lebst oder bereits heute Abend stirbst. Who cares? Komplett drauf geschissen, denn aus Sicht der Evolution sind wir eh nur absurde Spielbälle, die nach einer durchschnittlichen Lebenserwartung von ca 85 Jahren sterben werden. Wie 99,9 % aller Spezien auf diesem Planeten ausgestorben sind, werden auch wir dem gleichtun. Ob uns das gefällt oder nicht. Ob wir nach einem höheren Sinn suchen oder nicht. Und selbst wenn Du diesen findest, wird er Dich nicht vor Deiner Sterblichkeit bewahren. Nicht mal die Erde wird überleben, da sie in Millionen von Jahren aufgrund der sich zu einem sogenannten roten Riesen aufblähen Sonne verschlungen wird. Ich weiß, klingt nach Geschwurbel, ist aber nach aktuellem Stand der Kosmologie so vorgesehen.

Natürlich haben wir andererseits genetische Prädispositionen, Prägungen und Talente, die uns beeinflussen und uns zu Individuen machen und hieraus lässt sich sicherlich etwas das Individuum definierendes ableiten. Allerdings steckt in der Suche nach dem Lebenssinn eine riesige Kompensation. Nämlich die, keine Entscheidung treffen zu müssen, nicht zu Handeln, da Du ja immer noch nach Deinem Lebenssinn suchst. Wenn Du aber möglichst lange auf der Suche bleibst, dann musst Du ihn nicht definieren und gehst allem wunderbar aus dem Weg. Ehrlich gesagt tue ich mich deshalb auch mit vielem esoterischen und spirituellen Geschwurbel so schwer. Das ist mir oft zu passiv, zu abwartend, zu brav. Dem heiligen Sankt-Blasius sei Dank ist diese Welt aber nicht nur brav, lieb und abwartend. Ich denke, das kann jeder bestätigen, dessen Goldhamster mal gestorben ist oder der eine geliebte Person verloren hat. Diese Welt ist Chaos und Kosmos, Kampf und Kunst und so sind es auch wir.

Wir halten fest: Der eigene Lebenssinn wird nicht gesucht, sondern definiert und kann sich damit ändern. Du solltest Dich auf der Suche nach Deinem Lebenssinn nicht verlaufen und der Meinung sein, dass, wenn Du nur lange genug suchst, damit Deine Depression oder Burnout sich in Luft auflöst.
 

5 URSACHEN WARUM DEPRESSION / BURNOUT NICHT ÜBERWUNDEN WERDEN

Zusammenfassend und abschließend kommen wir nun zu den meiner Meinung nach hauptsächlichen Problemursachen, die verhindern, dass Du Deine Depression oder Deinen Burnout bisher nicht überwinden kannst. Ich gehe hierbei nicht auf Tipps und Tricks ein, welche Dich wieder irgendwie alltagstauglich machen sollen. Wie bereits gesagt, will ich so weit es geht an den Kern heran, denn mir hat es immer Kraft und Hoffnung gegeben, wenn ich diesen verstehen konnte und die darin herrschende Dynamik erkannte. dann hatte ich immer das Gefühl, dass ich tatsächlich etwas ändern kann.

Vorab war mir wichtig das Dilemma zwischen der Angst vor Veränderung und der Angst davor, das alles unverändert bleibt, zu erläutern. Aus dieser Dynamik resultiert das “Problem” mit all dem Feststecken in Hoffnungslosigkeit, der Ohnmächtigkeit und der Sinnlosigkeit. Die folgenden fünf Ursachen müssen meines Erachtens nach bearbeitet werden (am besten alle gleichzeitig), wenn Du aus diesem Dilemma entkommen und damit eine wirkliche Chance auf dauerhafte Überwindung von Depression, depressiven Episoden und Burnout haben willst. Die Punkte gelten auch bei der Prävention derselbigen.
 

URSACHE 1: SEKUNDÄRER KRANKHEITSGEWINN

Wie bereits zu Beginn erwähnt, kommt es im Zusammenhang mit Depression und Burnout oft zu einem sekundären Krankheitsgewinn. Dieser muss erkannt und vermieden werden, wenn Du alles überwinden willst. Der Vollständigkeit halber ist dieser Punkt an dieser Stelle noch einmal erwähnt.
 

URSACHE 2: WESENSKERN & INNERE STIMME NICHT BERÜCKSICHTIGT

Die Verdrängung des eigenen Wesenskerns oder man könnte auch sagen, der eigenen inneren Stimme ist eine weitere und die wesentlichste Ursache. Oftmals werden Regeln, Normen und Werte der Gesellschaft übernommen und nach Jahren, wenn Du Dich bereits regelmäßig in einer Depression wiedergefunden hast, stellst Du fest, dass Du scheinbar einen essentiellen Teil von Dir gar nicht in Deinem Leben berücksichtigt hast. Wenn es darum geht, ein glückliches und authentisches Leben zu führen, dann geht das nur, wenn Du Dich selbst lebst und auch weißt, wer Du bist, was Du willst und nach welchen Werten Du lebst. Genau dies ist aber oftmals nicht der Fall und gleichzeitig das Problem: Du versuchst das richtige Leben im Falschen zu finden.

Achtung: Auch in der Frage “Wer bin ich” steckt ein riesiges Potenzial der Kompensation und Vermeidung. Ebenso wie bereits im Abschnitt der Such nach dem Lebenssinn beschrieben. Bloß wird hier durch den Gedanken “Ich weiß ja noch gar nicht wer ich bin und was ich will” jegliche Entscheidung und Handlung vermieden und aus Angst einer wesentlichen Veränderung aus dem Weg gegangen.
 

URSACHE 3: DU ÜBERNIMMST KEINE VERANTWORTUNG FÜR DEINE SITUATION

Durch die Opferperspektive in einer Depression oder einem Burnout gibst Du jegliche Verantwortung für Deine eigene Situation ab. Du zeigst mit dem Finger auf andere und dabei zeigen mindestens drei auf Dich zurück. Die Übernahme von Verantwortung ist gerade in so einer Situation von höchster Bedeutung. Denn sie beinhaltet unterschwellig das bisher vernachlässigte für sich selbst Einstehen und ist der wichtigste Schritt aus der Passivität.

Achtung: Dein Umfeld kann Dir behilflich sein wollen oder sogar Mitleid mit Dir haben. Was gut gemeint ist, birgt aber auch die Gefahr, nicht gut gemacht zu werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn durch vermehrte Aufmerksamkeit und Liebe dem Betroffenen gegenüber der bereits angesprochene sekundären Krankheitsgewinn induzieren wird. Damit wird das Problem vergrößert und verhärtet, obwohl sie eigentlich nur helfen wollten.
 

URSACHE 4: “EIER, WIR BRAUCHEN MEHR EIER!” & WENIGER ANGST

Was der Torwart-Titan Oliver Kahn in seinem legendären Interview unverblümt zur Sprache gebracht hat, gilt auch hier: “Eier, wir brauchen mehr Eier.” Aufgrund der inneren Zerrissenheit und der Angst, zwischen “Tod” und “Freiheit” wählen zu müssen, wagst Du den Sprung nicht, Dich selbst zu erkennen und dies mutig (und teilweise kompromisslos) zu leben. Platt gesagt: Du wirst von Deiner Angst kontrolliert und brauchst noch mehr Mut eine Entscheidung zu treffen. Dies ist aber in solch einer Situation zugegebenermaßen leichter gesagt als getan. Deshalb stecken viele Betroffene fest und bleiben lieber der gute Junge oder das gute Mädchen und machen brav weiter das, was von ihnen verlangt wird. Und weil der nötige Mut und das Rebellentum oftmals nur sehr schwer aufzubringen sind, wird eine Depression oder ein Burnout als eine Art Trotzreaktion und Selbstschutz verwendet.

Achtung: Natürlich sind Vermeidungs- und Fluchtstrategien ideal, um alles so zu belassen, wie es ist und der Dilemma-Angst (und ihre Kernfragen) und jeglichem Veränderungsprozess aus dem Weg zu gehen. Neben der bereits angesprochenen Opferperspektive und der Abgabe der Verantwortung eignet sich auch der eigene Kontrollverlust vorzüglich als Vermeidungsstrategie. Denn durch den Verlust der Kontrolle über Dich und Deine eigenen Emotionen gibt es etwas im Außen, das nicht in Deinem Einflussbereich liegt und auch von niemand sonst beeinflusst werden kann. Somit wird jegliche Veränderungschance zunichte gemacht. Genial.

Auch exzessiver Termindruck und viel Arbeiten eignen sich vortrefflich, um sich so auszubuchen, dass keinerlei Zeit bleibt, sich dem eigentlichen Problem zu stellen.
 

URSACHE 5: HERUMDOKTERN AN SYMPTOMEN

Um Dich besser zu fühlen und die Hoffnung auf Veränderung und den Retter im Außen aufrechtzuerhalten, dokterst Du nur an Symptomen herum. Dabei wird das tiefe Problem verstärkt und erhärtet. Dabei wird häufig verleugnet, dass nur Du selbst Dich aus dem Dilemma befreien kannst. Oftmals erzählen sich Betroffene in diesem Zusammenhang auch Lügengeschichten. “Wenn ich erst mal den Job gewechselt oder mich von meiner Partnerin getrennt habe, dann wird alles anders. Ich muss mich nur mehr Bewegen und mehr für meine Work-Life-Balance tun, dann wird sich meine Depression oder mein Burnout schon verziehen.” Meiner Erfahrung nach: Bullshit und ich kann gar nicht sagen was für ein riesiger!

Denn wenn tief im innern der eigene Wesenskern immer noch unterdrückt und das “falsche” und “nicht authentische” vielleicht sogar “abhängige” Leben gelebt wird, dann werden auch Veränderungen an Symptomen und Satelliten-Problemen dauerhaft nichts bringen. Es kommt zu keiner existenziellen Entscheidung und Handlung, welche zu einer wesentlichen Veränderung der Situation beitragen würde. Alles bleibt oberflächlich und beim Alten. Fühlt sich aber kurzzeitig gut an.

Achtung: Gefährliche und riesige Falle. Weil es sich gut anfühlt, gibt es Dir Hoffnung, aber wenn das gleiche Problem trotzdem immer und immer wieder Auftritt und die Depression oder der Burnout episodisch zurückkommt, dann bist Du umso niedergeschmetterter und enttäuschter. Zudem bestätigst Du damit in einer selbsterfüllenden Prophezeiung, dass Dir nun endgültig nichts und niemand mehr helfen kann. Dies kann Dich für immer in dem Angst-Dilemma gefangen halten.
 

DAS ENDE VOM LIED

Mir hat es immer geholfen, Depression und Burnout als einen indirekten Freund zu sehen, der durch seine “Trotzreaktion” und“Lebensverweigerung” mich in einer zugegebenen verrückten Art und Weise darauf aufmerksam machen wollte, das hier etwas massiv nicht stimmte. Insgeheim meint er es aber nur gut mit Dir und will helfen.

Achso und für diejenigen die sich nun vielleicht wundern, warum ich mit keinem Wort Stress in diesem Zusammenhang erwähnt habe. Weil weder Burnout noch Depression von Stress kommen. Der Stress ist nur die Art und Weise wie es sich in Deinem Leben ausdrückt aber nicht die Hauptursache. Wenn Du also die viele Arbeit beiseite schaffst, wirst Du ziemlich schnell erneut Stress in Deinem Leben wiederfinden. Denn Du bist gestresst und ausgelaugt davon “Ja” zu sagen obwohl Du “Nein” meinst. Gestresst davon jemand sein zu sollen, der Du gar nicht bist und auch nicht (oder nicht mehr) sein willst.

Zusammenfassend: Es ist nötig, das alte falsche Selbst loszulassen und couragiert das echte Selbst zu leben, wenn Du Deine Depression oder Burnout wirklich dauerhaft loswerden willst. Ich bin davon überzeugt, dass die aufgeführten Punkte die wichtigsten sind und diese haben mir unzweifelhaft geholfen. Auch wenn es nicht immer einfach ist und der Weg ein steiniger sein kann, bleibt es dennoch einer, den es sich lohnt zu gehen.

Wenn Du Dich nun an der ein oder anderen Stelle angegriffen fühlst, dann ist das gut. Forsche dem mal nach. Hier kannst Du eine Menge über Dich lernen und direkt sehen wo es noch an Arbeit bedarf. Warum fühlst Du Dich angegriffen und bei welchem Textabschnitt? Bist du wütend? Auf wen? Auf mich und darüber wie man sich so eine Scheiße zusammenschreiben kann? Oder vielleicht doch auf Dich selbst?
 

ZUM SCHLUSS: DER DOPPELTE DR. Z

Der aufmerksame Leser hat vielleicht schon bemerkt, dass ich meine Artikel gerne mit Zitaten beende. Sie bringen die Gedanken auf den Punkt und untermalen sie. Es ist eine Handwerkskunst etwas gehaltvolles mit nur wenigen Worten zu sagen. Nietzsche war bekannt dafür mehr mit einem Aphorismus sagen zu können, als andere mit einem ganzen Buch. Heute kommen wir gleich in den doppelten Genuss von Dr. Z. Die Zitate passen in diesen thematischen Zusammenhang wie der besagte Arsch auf den Eimer:

“Festhalten erfordert Stärke, weit mehr noch benötigt man zum Loslassen. Das ist der Weg der Überwindung.”

“Was können Sie schon verlieren, was Sie nicht ohnehin verlieren werden? Nichts – und nichts sollte Sie davon abhalten, alles zu riskieren – für das bestmögliche Leben.”

“Wenn der Wesenskern [der intrinsisch gegeben ist] der Person verleugnet oder unterdrückt wird, erkrankt sie, manchmal in offensichtlicher Weise und manchmal in subtiler Weise … Der innere Kern ist empfindlich und subtil und wird leicht von Gewohnheiten und kulturellem Druck überwältigt … Obwohl er verleugnet wird, besteht er im Untergrund fort und drängt ständig nach Aktualisierung … Jedes Entfernen [von unserem Kern], jedes Verbrechen gegen unsere Natur wird im Unbewussten aufgezeichnet und veranlasst uns, uns zu verachten.”

Abraham Maslow

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Geschrieben von: Sascha

Hallo, ich bin Sascha von AMOR FATI. Ich lebe seit 12/2019 ohne Wohnsitz. Ich habe einfach losgelassen und das System verlassen, um mich auf eine freie und abenteuerliche Reise zu begeben. Eine Reise ins wirkliche Leben und durch die Welt. Eine Reise mit der Aufgabe: Werde, wer du bist! und der Frage: Was schafft ein erfülltes Leben? Mein Ziel ist es, AMOR FATI durch meine eigenen Inhalte und Impulse zu fördern und zu verbreiten. Ich möchte eine starke Gemeinschaft aufbauen, die auf den Werten und der Struktur von AMOR FATI basiert, und dadurch eine außergewöhnliche Gemeinschaft mit großartigen Menschen aufbauen.

5 Kommentare

  1. Avatar

    Hallo Sascha,

    für mich ein sehr berührender und zum reflektieren auffordernder Artikel, der mir viele meiner Versäumnisse / Fehler vor Augen geführt hat. Die Umsetzung der von Dir aufgeführten Erkenntnisse ist für mich bisher leider nicht einfach, da sich mit zunehmenden Alter die „eingefahrenen Gleise“ verfestigt haben. Oder es ist einfach nur Feigheit und die Suche nach Ausreden? Ich finde Deine/Eure Arbeit/Artikel sind wertvoll und immer inspirierend! Danke dafür! Eine andere Frage die mich bei dem Lesen Deiner/Eurer Artikel umtreibt ist, wie lebe ich „Amor Fati“, wenn ich als einzelne Person nicht über große Flexibilität verfüge, sondern z.B. durch kleine Kinder und die familiäre Situation gebunden bin?

    Antworten
    • Sascha

      Hallo Frank,
      danke für Dein Feedback. Ja, „Eingefahrene Gleise“ können eine Art Schutz-Ausrede sein. Grundsätzlich ist Veränderung aber keine Frage des Alters, dennoch stimmt es, dass je häufiger wir ein Verhalten/Mindset/Programm wiederholen, desto tiefer gräbt es sich unbewusst ein und wird neuronal verflochten. Hierdurch entsteht dann der Eindruck, dass alles „verfestigt“ ist und nicht aufgebrochen werden kann.

      Bezüglich AMOR FATI in das eigene Leben integrieren habe ich hier einen Artikel geschrieben: AMOR FATI = Wohnsitzloser Weltenbummler?

      Antworten
  2. Avatar

    Sehr sehr guter lebensnaher Artikel für akute Problemlagen und auch zur Prävention. Neben der sehr gut nachvollziehbaren Gefühlslage, den körperlichen Empfindungen werden im Artikel auch immer wieder Schritte zu einer Besserung aufgezeigt. Das macht den Artikel und auch die vorherigen Artikel von Dir sehr sehr sehr wertvoll. Freue mich schon auf weitere mit vielen Praxisbezügen. Wertvoll wäre auch mal ein Artikel/Sichtweise/Tipps von Dir zum Umgang mit schwierigen Menschen (speziell in der Arbeitswelt, da viele doch abhängig arbeiten) oder auch Vorgesetzten die alles auf links drehen wollen und teilweise ein nicht so guter Umgangston gepflegt wird. Man will ja nicht gleich kapitulieren und versucht eine Balance zwischen den AmorFati Werten und Lebensmethoden (Säulen) zu finden.

    Danke Sascha für Deine tolle Arbeit. Gleiches gilt natürlich auch für die Artikel von Christian. Eure Arbeit ist wertvoll !!

    Antworten
    • Sascha

      Hi Leander,
      ich bin schon häufiger gefragt worden, wie ich mit „schwierigen Menschen“ im beruflichen Kontext umgegangen bin und wie sich ein Weg des Umgangs auf AMOR FATI weise finden lässt. Ich kann mir vorstellen, hierzu meine Gedanken in einem kurzen Artikel aufzuschreiben. Danke für Dein Feedback und Worte.

      Antworten
  3. Avatar

    Starker Artikel

    Antworten

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