Dancing on my own

Sascha | AMOR FATI

von: Sascha

von: Sascha

Sind wir dafür gemacht alleine zu sein? Können wir als Menschen nur in einer Partnerschaft wirkliches Glück finden? Ist es für mich vorstellbar dauerhaft alleine durch die Welt zu reisen?
Diese Fragen habe ich mir vor einiger Zeit gestellt. Meine Auseinandersetzung und den innerlichen Kampf mit diesem Lebens-Wert „Partnerschaft/Beziehung“ beschreibe ich in diesem Artikel.

Wann warst Du das letzte Mal feiern? Wann bist Du so richtig abgegangen und hast drauf geschissen was die anderen denken und sagen? Wann hast Du die Energie in Dir gefühlt, bist mir ihr in Resonanz gegangen und hast, wie in einem Rausch, vergessen was gestern war und was morgen sein wird?

Dabei meine ich keinen stilvollen Walzer, sinnlichen Tango oder sexy Bachata. ich meine nur Dich, mitten auf der Tanzfläche. Alle anderen sind weggebeamt, als ob alles nur für Dich vorbereitet wurde. Du, die Musik, mit Deinem Bier, im Hier und Jetzt.

 

ALLEINE STEIL GEHEN – WIE IST DAS?

Lachst Du dabei? Bist Du befreit? Gigantisch, unbeschreiblich, geil …
Wie ist das in einem solchen Moment nur für Dich zu sein? Wenn Du Dich willentlich in den ersten Sekunden Deines Lieblingsliedes voller Mut, Leichtsinn und mit einem lauten “Hell Yes” auf die Tanzfläche stürzt als ob Dein Leben davon abhinge? Wie ist es für Dich in solch einem Moment alleine zu tanzen? Wenn Du absichtlich auf Dein heißes Date, Deinen süßen Schwarm, oder Deine große Liebe auf dem Dancefloor verzichtest, weil Du weißt, die nächsten 3,5 Minuten sind ganz alleine für Dich?

 

UND WAS IST WENN …

Die Musik nicht aus der High-End-Soundanlage kommt, sondern nur mit Spotify aus Deinem Handy? Wenn Dein Bier nicht nur keinen Alkohol hat, sondern auch noch aus Tee ist? Und wenn Die Location nicht Deine Lieblingskneipe oder -Disco ist, sondern nur das Wohnzimmer Deines gemieteten Apartments? In welchem Du nur für die nächsten vier Wochen bleibst, es nicht sonderlich wohnlich ist, und außer Dir darin niemand den Dancefloor rockt? Wenn Du dabei in einem der ärmsten Länder Europas bist, Du nicht ein Wort der örtlichen Sprache sprichst und auch nicht nach 3,5 Minuten zurück an den Stehtisch mit Deinen Freunden gehen kannst, um darüber zu lamentieren wer die nächste Runde holt?

Kannst Du auch hier grinsen, lachen und Dich tanzend wohlfühlen? Würdest Du auch den großen freistehenden Spiegel aus dem Apartment-Schlafzimmer holen und ihn direkt vor Deinen heimischen Dancefloor stellen damit Du dich sehen kannst? Könntest Du Dir dabei zusehen wie Du in so einem Setting tanzt, ohne Dich dabei beschämt, einsam und klein zu fühlen? Einfach weil Du fühlst wie geil es ist im Hier und Jetzt glücklich und dankbar zu sein?

Könntest Du, auch wenn es sich anfänglich vielleicht komisch anfühlt, dranbleiben. Deine Arme ausbreiten und alle Gefühle die in Dir hochkommen mit einem fetten “Welcome to my life” willkommen heißen? Schaffst Du es in einem solchen Moment AMOR FATI in Dein Leben zu lassen? Damit meine ich: Schaffst Du es in diesem Moment es nicht anders haben zu wollen? Nicht vorwärts, nicht Rückwärts nicht in alle Ewigkeit? Willst Du hier auch noch alleine tanzen? Könntest Du hier überhaupt alleine tanzen oder würde die Schockstarre Dich lähmen?

 

FÜR DEN SCHÖNSTEN TANZ DER WELT GIBT ES KEINE TANZSCHULE

Was in der einen Disco-Situation für manche das Geilste der Welt ist, ist in der Apartment-Situation für viele die Hölle. Dabei braucht wir um uns in beiden Szenarien gut zu fühlen: Nichts, außer ein Bisschen Leichtsinn und Mut, der Rest wird von alleine Gut. Das wusste schon Sarah Lesch in ihrem gleichnamigen Song “Nichts”.
Und natürlich abhängig davon, welchen Tanz wir tanzen wollen, brauchen wir noch die Schrittfolgen, den Rhythmus, Übung und einen passenden Tanzpartner.

Hier helfen Tanzschulen. Standardisierte Tänze, klare Regeln und Vorgaben, immergleiche Lieder und feste Trainingstermine. Viele finden das langweilig, spießig und altmodisch. Daher bevorzugen sie die “No Rules” Version mit Suff, Vorglühen und dem McDonalds-Menü danach. Frei abzappeln, ausrasten und alles ganz ohne Tanztraining. Einfach Augen zu und rein ins Vergnügen. Und in genau so einem Setting werden dann auch die oben beschriebenen 3,5 extatischen Minuten erlebt. Wunderbar und ohne Konsequenzen. Außer vielleicht der Kater am Morgen danach. Und wir lernen, dass es für den energetisierensten und sinnlichsten Tanz der Welt keine Tanzschule braucht. Oder doch?

 

DER TANZ DES LEBENS

ist eben genau der bereits beschriebene Apartment-Tanz. Von dem niemand so richtig weiß wie lange er noch geht. Der mal sinnlicher, mal härter ist. Der mal flüssiger und mal holpriger verläuft. Der mal grausam und schrecklich ist und mal warm und voller Liebe. Den man manchmal einfach mit einem fetten Lachen tanzt und ein anderes Mal mit tiefem Schmerz und unendlichen Tränen. Für einige scheint er eine Qual zu sein und für andere eine vom Schicksal geschenkte Glückseligkeit.

Letztendlich ist es aber immer ein Tanz. Ein begrenzter Tanz, der in der absurden Zeit zwischen bekannter Geburt und unbekanntem Tod abläuft. Und wenn ich mir überlege, dass erst der Tod dieses Leben so wertvoll und lebenswert macht, welche andere Option sollte es dann noch geben, außer sein Leben glücklich tanzen zu wollen?

Vielleicht ist die persönliche Erfüllung, die eigene innerliche Freiheit, das bei sich ankommen, die kindliche Leichtigkeit und das echte Lieben erst möglich, wenn man durch sein Leben tanzt. Zumindest glaube und fühle ich das. Aber welche Tanzschule bringt einem schon diesen wunderschönen Tanz bei? Wie tanzen wir unseren einzig echten und letzten Tanz?

 

“DAS GEHT NICHT, SASCHA!”

Ich habe keine Tanzschule gefunden. Kein Buch, keine Anleitung, keine Blaupause, kein Webinar, kein Podcast, kein Seminar. Nichts was in mir die Hoffnung für ein derartig kinderleichtes, unblockiertes, vielleicht sogar übermenschlich anmutendes Leben nur ansatzweise hätte aufkommen lassen.

Dafür viele Möchtegerne, Laberköppe und esoterisches Geschwurbel. Unzählige Fachidioten, Coaches die ihr Ego aufpolieren wollen und vermeintliche 8-Wochen Programme, die mich vollends zu mir führen sollten. Aber nichts darüber, wie man sein Leben ganzheitlich auf sämtlichen Ebenen des Lebens spielerisch meistert. Wie man lernt Jongleur zu werden und lachend alle Hürden und Hindernisse zu umtanzen. Und damit meine ich keine beschissene Work-Life-Balance: Ich meine ein integriertes, ineinandergreifendes erfülltes Leben welches ganzheitlich alle Lebensbereiche in Synergie miteinander verbindet und sich gegenseitig befruchtet. Ich meine Bereiche wie Beruf, Familie, Sexualität, Finanzen, Körper, Gesundheit, Geist, Seele, Rhetorik, Kommunikation, Investments, Humor, Schlagfertigkeit, Fitness, Kampf, Kunst, Wissenschaft, Liebe, Philosophie, Lebenspraxis ….

Ich habe Menschen gefunden die gesagt haben, dass Sie das alles erreicht haben, aber weiter davon entfernt waren als der Papst vom Kind. Und vor allem habe ich Menschen gefunden die gesagt haben: “Das geht nicht, Sascha! Es ist unmöglich alles haben zu können. Es ist unmöglich überall glücklich zu sein und ein solches Leben zu haben. Wähle einen Bereich aus und spezialisiere dich darauf. Akzeptiere das nicht alles geht.” Davon habe ich sehr viele gefunden.

 

WARST DU SCHONMAL VERLIEBT?

Irgendwas wehrte sich in mir gegen diese Sichtweise. Eine innere kleine Stimme schien mich immer zu Fragen: “Und was ist wenn doch? Wie würde sich das vermeintlich Unmögliche und Übermenschliche anfühlen? Wie wäre dein Leben dann? Wenn du sterben würdest, wie würdest du auf dein Leben zurückblicken?”

Meine meditative Antwort: “Dann wäre ich vermutlich wie frisch verliebt, mit unfassbarer Energie und mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Es wäre sicherlich nicht alles reibungslos verlaufen und ich würde nicht alles gutheißen was ich getan habe aber ich würde es nicht anders haben wollen. Denn das bin/war ich. Ich habe nichts versteckt und unterdrückt.”

Kennst Du das Gefühl vom frisch verliebt sein? Das Gefühl mit dem man Bäume ausreißen kann und nichts einen aufhält oder aus der Bahn wirft. In dem man so voller Vorfreude auf das nächste Treffen ist, dass man sich nicht mehr konzentrieren kann. Das Gefühl in dem man kindlich und freudestrahlend den ganzen Tag durch sein Leben rennt und allen etwas von dieser Liebe und dem bombastischen, kinderleichten Leben abgeben will. Das Gefühl in dem man gefühlvolle Zärtlichkeiten austauschen kann und gleichzeitig wie die Karnickel den ganzen Tag rammeln will. Welch magische und unerklärbare Energie. Panta Rhei.

Ich glaube so fühlt es sich an, wenn man den Tanz des Lebens lachend und leichtfüßig tanzen kann und weiß: “Das bin ich und ich l(i)ebe das.”

 

WER BIN ICH?

Wie die pragmatischen Philosophen Nietzsche, Dr. Z und das Leben mich gelehrt haben, gilt es hierfür eine der wohl wichtigsten Fragen zu stellen: “Wer bin ich und was will ich wirklich?”. Die eigene Maske abnehmen und ehrlich zu sich selbst sein: Stop fucking lying to yourself! Wo sagst Du ja, obwohl du nein meinst und wo sagst du nein, obwohl du ja meinst?

Ich selbst habe bisher die Erfahrung gemacht, dass man kein Leben erfüllt führen kann, indem man nicht möglichst alle wichtigen Lebens-Werte in sein Leben integriert und miteinander verknüpft. Sonst beginnt es an der ein oder anderen Stelle zu kochen, das Fass läuft über und man fühlt diese gesellschaftlich bekannte Erschöpftheit/Leere (Burn-Out), obwohl man doch im Außen so erfolgreich scheint. Nice try. Erfüllung, Freude und was einst ein energetischer Tanz werden sollte, verkommt zur Sinnlosigkeit und Stammellei (Depression).
Lebenswert? Negativ!
Menschenwürdig? Negativ!
Aber solange wir gesellschaftlich nach Überarbeitung suchen und versuchen mit Regenerationsmöglichkeiten Ausflüchte zu finden, um nicht an die Wurzel zu müssen: Bitte schön! Zur ewigen Wiederkehr verdammt!
Durfte ich alles selbst erfahren. Heute bin ich dankbar für diesen Lehrmeister.

Also merke: Success without fulfilment is the ultimate failure!

 

SCHLÜSSEL: WHAT YOU WRITE YOU INVITE

Falls Du es geschafft hast die “Wer bin ich wirklich Frage” zu beantworten, bleibt danach „nur noch“ die pragmatische Umsetzung. Wie lebst Du nun das was du bist und holst es vollumfänglich in Dein Leben? und zwar in allen Deinen Lebens-Werten/Bereichen. Eine umfangreiche Aufgabe, für alle die sich diese stellen. Für einige die reinste Überforderung, für andere kinderleicht, da sich diese Frage nie wirklich gestellt hat. Lucky them!

Ich habe mir diese Frage häufig gestellt und stelle sie noch immer. Vielleicht werde ich nie aufhören Sie zu stellen, denn für mich ist sie ein Schlüssel zu einem wirklich freien, erfüllten und glücklichen Leben. Sie zeigt mir das für mich einzig lebenswerte Leben auf und ich bin dankbar dafür, dass ich mir diese Frage stellen kann. Denn sicherlich haben ca. ⅔ der Menschen auf der Erde, die von 3$ am Tag leben, diese Möglichkeit so nicht.

Und weil ich gelernt habe, dass das was wir Schreiben durch den Prozess des Schreibens in unser Unterbewusstsein und unser Leben einladen, tippe ich diese Zeilen um 23:30 Uhr in Bukarest City. Aber diese digitalen Nullen und Einsen können gelöscht werden. Vom Blog heruntergenommen oder einfach vergessen werden. Daher habe ich mich bereits vor einigen Jahren dafür entschieden, dass es ein lebenslanges System braucht, um die wichtigsten Dinge des Lebens niemals zu vergessen. Eine sicheren Platz, um festzuhalten wer ich bin und was ich will. Sodass ich mich durch diesen inneren Kompass immer wieder selbst neu ausrichten, hinterfragen und kalibrieren kann.

Deshalb habe ich anstatt Papier Haut gewählt. Die ist ebenso geduldig, kann aber nicht vergessen werden. Habe es mir einverleibt und eingeritzt. Damit ich jeden Tag wenn ich in den Spiegel sehe daran erinnert werde: “become who you are”

 

TANZT DU LIEBER ZU ZWEIT?

Aber auch ich stelle fest, dass ich nur aus Mensch bin. Und das ist gut so.
Daher gibt es auch in meinem Leben immer wieder emotionale Lebens-Werte die mal wieder genauer unter die Lupe genommen werden wollen. Bei denen sich die Frage stellt: “Was davon bist du? Was davon willst du? Wie willst du das in deinem Lebenstanz machen?”

Eben genau diese Fragen ereigneten sich vor ca. 1,5 Stunden. Nachdem ich wunderbar mit musikalischer Begleitung mehr als eine Stunde über die letzten Tage meditiert hatte. Als plötzlich der Liebesschnulzen-Welthit “Dancing on my own” von Calum Scott gemeinsam vom Schicksal und dem Spotify-Shuffle-Algorithmus ausgewählt wurde. Are you kidding me?

In diesem Song geht es eigentlich um das hinterhertrauern einer gescheiterten Liebesbeziehung. Aber für einen Bruchteil einer Sekunde war in meinem Kopf ein anderes Bild. Es war das Bild davon, dass es vielleicht gar nicht so schmerzhaft sein muss, wenn man alleine tanzt. Dann war da die Frage nach: “Könntest du einfach hier und jetzt alleine tanzen oder willst du eine Tanzpartnerin? Wie soll dein persönlicher Tanz in diesem Lebens-Wert aussehen?”

Also habe ich wie oben beschrieben nochmal genau hingeschaut und bin zum nächtlichen meditativen Spaziergang herausgegangen.

 

BUT I JUST GOTTA SEE IT FOR MYSELF

Bukarest schläft nie. Auch nicht Nachts an einem Dienstag. Aber seitdem die Corona-Maßnahmen keine offenen Clubs, Restaurants und Bars mehr ab 23:00 Uhr erlauben, wird es erstaunlich ruhig in der Millionen-Metropole. Nachdem ich die zwei Prostituierten hinter mit gelassen habe, die mich zu einer “normalen” Massage überreden wollten, setzte ich mich in den leeren und kleinen Garten des Athenäums. Ein passender Ort zu dem mich das Schicksal geleitet hatte, denn es war einst ein Platz für eine Manege und ist heute ein wunderschönes Gebäude, in dem Konzerte des philharmonischen Orchesters gespielt werden. Also Vorhang auf und Bühne frei.

 

I’M JUST WANNA DANCE ALL NIGHT

In der dann folgenden einstündigen Meditation hätte ich dort tot im Garten liegen können, niemand hätte etwas bemerkt. Nichtmal die verliebten Paare die knutschend auf den Bänken am Parkeingang saßen. Die waren zu verliebt, zu beschäftigt. Ich habe Calum nochmal über Spotify für mich singen lassen und mir vorgestellt, dass wenn dieser kleine Garten in dem ich alleine Sitze, nun die zuvor beschriebene Apartment-Tanzfläche meines Lebens wäre, würde ich dann lieber mit der Liebe meines Lebens oder alleine dort tanzen? Und wie soll dieser Tanz aussehen?

Instantan kam die Frage in meinen Kopf, ob man nicht erstmal alleine tanzen lernen muss, bevor man überhaupt gemeinsam die Bühne des Lebens rocken kann. In diesem Moment wurde mir irgendwie klar, dass wenn man sich nicht erst selbst definiert, lebt, erlebt, ausprobiert und erforscht, dass dann daraus wohl kein guter Paartanz werden kann. Aber ich konnte fühlen, dass es trotzdem wunderschöne Dinge in einer Beziehung gibt. Ebenso wie außerhalb. Ich blieb an einer vermeintlich unbedeutenden Zeile in Calum Scotts Lied hängen: “I just wanna dance all night”.

Genau das war es. Ich wollte diese im ständigen Tanz enthaltene Liebe, Leichtigkeit, Freude und Freiheit. Auch wenn es unklar war wie man dorthin kommt, ob es sie überhaupt gibt und ob es sinnvoller ist diese alleine oder zu zweit zu suchen. Ich will tanzend leben und ich denke, dass dies für mich der einzig gangbare Weg ist. Vieles andere Wege habe ich schon probiert: Will ich nicht mehr. Und wenn tanzend leben nicht klappt, dann eben nicht. Der Tod regelt am Ende eh alles. No worries. Aber dann habe ich es wenigstens gelebt und bin den Weg gegangen. Bin losgezogen, um vielleicht was zu finden was kaum jemand hat oder vielleicht auch gar nicht gibt. Aber es bleibt auf keinen Fall dieser schwarze Fleck: “Ach hätte ich mal den Mut gehabt”.

 

ABENDS IM BETT

Um 02.00 Uhr liege ich im Bett. In 3 Sekunden wird mir vor dem Einschlafen klar, warum in mir überhaupt der Gedanke nach Zweisamkeit, Beziehung und der Frage, ob ich das in meinem Leben alles so mache wie es mir entspricht, überhaupt aufkommt: Liebe. Simple as that!

Aber was ist es wirklich, was ich in einer Beziehung liebe? Sind es alle Anteile?
Nein. Mir wird klar, dass es einige Dinge gibt, die für mich einen sehr hohen Wert haben.
Wundervoller leidenschaftlicher Sex und körperliche Nähe. Kuscheln, gemeinsam Einschlafen und Aufwachen ist wunderschön. Ich liebe tiefe Gespräche, gemeinsames Lachen und Spaß haben. Außerdem erlebe ich gerne gemeinsam neue Dinge und Unternehmungen. Der gemeinsame Nenner der mir am Morgen danach auffällt: Es ist der magische energetische Austausch der dabei zwischen zwei Menschen geschieht. Das man etwas gibt und zeitgleich noch mehr zurückbekommt. Vermutlich die schönste Art etwas zu teilen.

 

I’M SPINNING AROUND IN CIRCLES

Dennoch sind es nicht alle Teile einer Beziehung die für mich diesen Stellenwert einnehmen. Ich benötige kein Reihenhaus, keine Kinder, keine monogame Partnerschaft oder Ehe. Ich liebe meinen unbekannten Weg und das Abenteuer darin. Das Reisen, die Freiheit zu sein wo ich will, wann ich will. Das Erforschen und Entdecken des Lebens und der Welt. Daher entsteht eine große Ambivalenz in mir. Ein innerlicher Konflikt, der zum innerlichen Chaos führen kann. Diese Disruption fühle ich auch in mir. Kann ich ohne das Leben? Wie kann ich das integrieren? Aber dank Nietzsche wissen wir ja, dass man Chaos in seiner Seele braucht, um einen tanzenden Stern zu gebären.

 

WIE SOLL MAN SO GLÜCKLICH WERDEN?

Ist die Frage dir mir in diesem Zusammenhang häufig Freunde stellen und bereits gestellt haben. “Du willst nun alleine Reisen, ohne festen Wohnsitz durch die Welt tingeln? Wie willst du da denn glücklich werden? Wovor läufst Du weg? Wie geht es dir denn so ganz alleine? Wir Menschen sind nicht dafür gemacht alleine zu sein!”

Die Frage ist berechtigt und gut. Meine Gegenfrage: Wie wird man in einer Ehe, Partnerschaft oder mit Kindern glücklich, wenn man sich nicht ausgelebt und ausprobiert hat. Wenn man sich und das Leben nicht erforscht hat und all diese wundervollen Lebensweisheiten mit in eine Beziehung bringt? Wenn man weiß, dass man eigene Persönlichkeitsanteile die einem wichtig sind in der Partnerschaft hinten anstellt oder diese gar nicht mehr ausleben kann? Wie will man dann ein guter Vater, eine gute Mutter oder ein guter Partner sein? Kann man das dann überhaupt? Alles Fragen die mir durch den Kopf rasen.

Und zur Frage vor was ich weglaufe: Vor nichts mehr!

 

I JUST CAME TO SAY GOODBYE

Ich treffe eine Entscheidung und erinnere mich an meine Worte die ich mit einem der wunderbarsten Menschen in meinem Leben geteilt habe: “Wer wirklich liebt, kann loslassen.”

Also lasse ich von dem Gedanken los, dass es vielleicht doch besser sein könnte eine feste Partnerschaft einzugehen, mit wem auch immer. Ich lasse davon los, dass ich immer alles logisch für mich sein muss und ich immer Klarheit habe. Ich akzeptiere, dass wir in uns drin viele sind. Viele Persönlichkeitsanteile die alle ihren eigenen Willen und Macht haben. Und ich lasse davon los, dass ich mich jetzt für mein ganzes Leben entscheiden muss ob ich eine Ehe, Familie, Partnerschaft oder whatever haben will.
Wie Zippel sagen würde: “Es ist doch nur für Dein Leben, nicht für die Ewigkeit. Das kannste dir alles so bauen wie dir das gefällt. Easy going.”

Für so eine krasse “Scheiße” liebe und hasse ich Ihn. Ebenso wie die vielen Strömungen in mir die miteinander tanzen und kämpfen. Sie zeigen mir, dass ich noch lebe und dass ich mich fühlen kann. Sie zeigen mir, dass das erfüllte Leben Kampf und Kunst zugleich ist.

 

TANZSCHULE BAUEN?

Unglaublich viele Menschen stehen in Ihrem Leben vor solchen Ambivalenzen, Unklarheiten und innerlichem Chaos. Sie wissen nicht wer sie sind, wie sie das leben können und schon gar nicht glauben sie mehr daran, dass es ein tanzendes Leben gibt. Sie trauen sich nicht alleine voller Leichtsinn und Mut auf die Tanzfläche des echten Lebens. Gleichzeitig ist aber auch keine Hoffnung da, dass sie eine Tanzschule finden, die ihnen zeigt wie das gehen kann.
Bis ich hier selbst alle Schritte drauf habe, tanze und zeige ich die, die ich schon kann. Kreiere meinen eigenen AMOR FATI Tanz und baueeine eigene Tanzschule. Und da es dafür für mich erstmal notwendig ist alleine weiter tanzen zu lernen:

 

I KEEP DANCING ON MY OWN

„Schlüssel: What you write you invite“

Sascha

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Geschrieben von: Sascha

Hallo, ich bin Sascha von AMOR FATI. Ich lebe seit 12/2019 ohne Wohnsitz. Ich habe einfach losgelassen und das System verlassen, um mich auf eine freie und abenteuerliche Reise zu begeben. Eine Reise ins wirkliche Leben und durch die Welt. Eine Reise mit der Aufgabe: Werde, wer du bist! und der Frage: Was schafft ein erfülltes Leben? Mein Ziel ist es, AMOR FATI durch meine eigenen Inhalte und Impulse zu fördern und zu verbreiten. Ich möchte eine starke Gemeinschaft aufbauen, die auf den Werten und der Struktur von AMOR FATI basiert, und dadurch eine außergewöhnliche Gemeinschaft mit großartigen Menschen aufbauen.

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