Amor Fati Rückblick 2020 & Ausblick 2021

AMOR FATI Rückblick 2020 & Ausblick 2021 | AMOR FATI

von: Sascha

von: Sascha

In diesem Artikel berichte ich über mein (und teilweise auch Dr. Z’s) AMOR FATI Jahr 2020 und gebe einen kleinen Rückblick. Zudem gibt es auch einen Ausblick auf das bevorstehende Jahr 2021 mit unseren Ideen und Plänen.

Ich gehe auf folgende Punkte ein:

  • Was war für 2020 geplant?
  • Wie war für mich Reisen und Corona miteinander vereinbar?
  • War es dabei positiv oder negativ, das ich keinen Wohnsitz hatte?
  • Hätte ich gerne nach Deutschland zurück gewollt?
  • Wie hat sich Corona auf “Arbeiten” und “Geld verdienen” ausgewirkt?
  • Welche Ideen und Pläne haben wir für 2021?

 

PLANUNG 2020: INDIEN, SPANIEN & AF-REISEN

Wir hatten unser Meditation-Silvester 2019/2020 mit einem Treffen in einer alten Mühle in Salzburg abgeschlossen und das noch junge 2020 stand in den Startlöchern. Außer die Astronomen unter uns, genauer gesagt solche, die sich ausgiebig mit der Sonne beschäftigen, konnte mit Corona noch niemand etwas anfangen, was ein Verständnis außerhalb von “Bier” anbetrifft. Also alles wie immer.

Dr. Z hatte bis zum europäischen Frühjahr einen Ausflug nach Indien geplant. Hierbei wollte er nicht nur Yoga vertiefen, sondern neben der dreckigsten Stadt der Welt (Delhi) auch einen der bekanntesten Strände der Welt besuchen (Goa). Ich startete im südlichen Spanien (Malaga) und wollte die spanische Küste entlang in Richtung Barcelona reisen. Zwischenstopps in Murcia, Valencia oder wo es sich sonst noch lohnt und schön ist. We will see. Entspannt mit dem Bus, Slow-Traveling, ohne Stress, dafür mit Meer, Sonne und 20 Grad im Januar/Februar.

Dr. Z und meine Wenigkeit wollten uns ab circa Mai wieder treffen, rund um das Schwarze Meer reisen, solange es dort warm und schön ist und im Winter die Biege in Richtung Asien machen. Während der Reise um das Schwarze Meer waren auch AMOR FATI Treffen mit verschiedenen Schwerpunkten geplant. Beispielsweise standen Georgien (Tiflis, Poti), Ukraine (Kiew, Odessa), Rumänien (Bukarest), Bulgarien (Sofia) und wenn wir schon mal da sind, auch Ungarn (Budapest) auf dem Plan, auch wenn es nicht direkt am Wasser liegt.

Die Länder bieten supergünstige Lebenshaltungskosten, sind einfach erreichbar, haben tolles Wetter und sind massiv unterschätzt gegenüber den sonstigen Touristenhochburgen. Zudem bieten diese Regionen auch klasse Möglichkeiten, innerhalb eines Landes weitere Erkundungen anzustellen und z. B. neben den Städten auch Wälder, Meere und Gebirge zu sehen.

Schwerpunkte der AMOR FATI Treffen sollten unter anderem Kampfsport, Kraftsport und soziale Projekte, aber auch Meditation, Rhetorik und Diskussionsrunden zu anderen Themen wie “freies, digitales Leben” oder philosophischen Kontexten sein. Letztendlich ein Zusammentreffen von coolen Menschen zu spannenden Themen, um eine wertvolle Zeit auf gemeinsamer Reise zu haben. Selbstverständlich mit der nötigen Portion Philosophie, um sich selbst und sein Leben zu entwickeln, Blockaden zu lösen und Klarheit in persönlichen Fragen zu gewinnen (falls nötig). Alles vermischt mit einer dicken Portion Humor, Selbstironie und Unseriosität, die notwendigerweise dazu gehören. Aber …

Mountainbike-Tour in der Eifel 2019, Deutschland

Mountainbike-Tour in der Eifel 2019, Deutschland

Meditations-Silvester 2019 in Salzburg, Österreich

Meditations-Silvester 2019 in Salzburg, Österreich

12h Paintball-Marathon 2019 in Mönchengladbach, Deutschland

12h Paintball-Marathon 2019 in Mönchengladbach, Deutschland

DAS UNIVERSUM LACHT WENN MAN PLÄNE MACHT!

Uns so lernt die gesamte Welt, dass Corona eben nicht nur Bier oder die aus Plasma bestehende Aura der Sonne ist, sondern auch ein Virus, der die gesamte Welt zu dominieren scheint. Aber wie bereits schon Nietzsche lehrte: “Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man”. Und so nehmen wir alles, wie es kommt, grinsen und machen das Beste draus.

Ich bin zu dem Zeitpunkt bereits entlang der spanischen Küste gereist, habe die wunderschönen Felsschluchten entlang des einst gefährlichsten Wanderweges der Welt “Caminito del Rey” (The Kings Path) gesehen, die über diesen Schluchten kreisenden Geier mit bis zu 2,80 m Spannweite und die Alhambra in Granada. Aber ab jetzt sehe ich leider nur noch das Militär in den Straßen. Es herrscht strikte Ausgangssperre in Spanien und kein einziger Zivilist ist draußen zu finden (und ich meine wirklich null = 0). Es ist nicht möglich, das Haus zu verlassen und alles ist im Stillstand. Angst scheint mehr denn je die Regel zu sein und ich bekomme kein Apartment mehr in näherer Umgebung, da niemand mehr auf meine Anfragen reagiert. Selbst wenn, dann nur Schlüsselübergabe mit der Polizei, denn wie kann es denn sein, dass ich als Deutscher immer noch im Land bin. Hinfort, hinfort!

Dr. Z hat zu diesem Zeitpunkt des Corona-Starts den Smog von Delhi bereits überlebt, ist einen Monat lang durch das karge Rajasthan gereist und nach ein zwei Wochen in Bombay nach Goa geflogen, um dort ein Coaching zu geben. Inklusive eines zweiten Coachings wollte er knapp vier Wochen vor Ort bleiben und die berühmten Strände genießen. Doch seine chinesische Klientin kam nicht mehr aus dem Land. Der erste Lockdown machte sich weltweit breit und Dr. Z entschied spontan, einfach dort zu bleiben, wo er ist, statt in die globale Reisepanik der Festsitzenden und Flüchtenden zu verfallen. Und so blieb er in Goa, am Strand – für den Rest des Jahres.

Da in Indien gefühlt 20 Menschen auf 10 qm wohnen, auf 100.000 Menschen zwei Ärzte kommen, das Gesundheitssystem mit dem Elfenbeinturm aus Deutschland nicht zu vergleichen ist und die Inder einfach mal quasi über Nacht eine Vollsperrung des Landes verhängen (und auch verhängen müssen), ist in wenigen Tagen alles komplett dicht. Ins Krankenhaus geht man nur zum Sterben und außer in Schwarzmarkt-Schlangen vor dem illegalen Supermarkt und knüppelnde Polizisten, die versuchen, diejenigen zu “erziehen”, die sich nicht an die Vorgaben halten, ist der einst so weltbekannte Strand von Goa und die Gegend um diesem im Grunde ausgestorben.

Alle angedachten AMOR FATI Treffen und die Reisen rund um das Schwarze Meer fallen komplett ins Wasser. Corona machts möglich. Also …

Alhambra in Granada, Spanien

Alhambra in Granada, Spanien

Caminito del Rey Felsschluchten, Málaga, Spanien

Caminito del Rey Felsschluchten, Málaga, Spanien

Caminito del Rey, Hängebrücke zwischen Felsschluchten, Malaga, Spanien

Caminito del Rey, Hängebrücke zwischen Felsschluchten, Malaga, Spanien

HALT DU DIE OHREN STEIF UND ICH DEN REST

Während Dr. Z komplett 2020 in Indien Goa verbringen wird, seine körperliche Geschmeidigkeit durch Yoga auf ein nie da gewesenes Level katapultiert und komplett ohne bürokratische Schwierigkeiten ein unbegrenztes Visum erhält, betrete ich Anfang April den Geister-Airport von Barcelona.

Ich bin mit dem leeren ICE angereist und da Spanien tot ist, entscheide ich mich zurück nach Deutschland zu fliegen. Hier werde ich meine Oma und ein paar Freunde besuchen, sowie ein persönliches Coaching mit dem Schwerpunkt “Wie digitalisiere ich mein Büro und meine täglichen Arbeitsabläufe, sodass ich von überall auf der Welt effektiv und effizient arbeiten kann?” geben.

Beim Umsteigen vom Zug in die U-Bahn am Barcelona Hauptbahnhof fällt mir auf, dass alle acht U-Bahn-Wagen mit jeweils 420 Personen Kapazität leer sind und ich offensichtlich bei The Walking Dead mitspiele. Getoppt wird das nur bei der Ankunft im Airport selbst. Mehrere freundliche Soldaten mit Maschinengewehr begrüßen mich und ich stelle fest, dass es ganz einfach ist, den richtigen Check-in-Schalter unter den anderen 998 geschlossenen Countern zu finden. Ich muss einfach dorthin, wo die anderen 20 Menschen im Abstand von fünf Metern in der Schlange stehen. “Sie haben einen deutschen Pass, Sie dürfen mit”, sagt die Frau hinter der Maske, die gerade zwei Spanierinnen des Fluges verwiesen hat und mir wird, während ich mein bisschen Handgepäck von 9 kg aufgeben muss, noch mal bewusst, wie wertvoll ein deutscher Reisepass ist.

Den goldenen Frühling verbringe ich also in Deutschland bei 25 Grad. Raus gehen ist erlaubt und außer das Restaurants und der Einzelhandel geschlossen sind, ist alles wie immer. Definitiv lebenswerter als Spanien zu dem Zeitpunkt und mit genau so viel Sonne. Zum Sommer flacht die Corona-Kurve in Europa wieder ab und dann …

Verlassene U-Bahn, Barcelona Flughafen, Spanien

Verlassene U-Bahn, Barcelona Flughafen, Spanien

Apartmentaussicht mit Regenbogen, Köln, Deutschland

Apartmentaussicht mit Regenbogen, Köln, Deutschland

Dr. Z Meditation am Strand von Goa, Indien

Dr. Z Meditation am Strand von Goa, Indien

CIAO CIAO CEAUȘESCU

Ich fliege nach Bukarest in Rumänien, das sommerliche Wetter bietet 35 Grad und es gefällt mir bombastisch dort. Ich brauche neben einem gültigen Flugticket nur einen ebenso gültigen Reisepass. Corona-Test Fehlanzeige.

Nachdem der ehemalige kommunistische Präsident Ceaușescu 1989 gestürzt wurde und die Rumänen Bock auf Demokratie haben, finden sich moderner Aktionismus in der Großstadt wieder. Renovierte Altstadt-Fassaden und Gebäude, moderne Rooftop Bars, nirgendwo Müll und Graffiti, dafür freundliche Polizei und Kameras, die alles für die Touristen sicher machen. Ich denke, in den nächsten Jahren ist hier noch mehr zu erwarten. Das Internet im europäischen Vergleich auf Lichtgeschwindigkeits-Niveau und an jeder Ecke verfügbar. Alles super-günstig und die Menschen, denen ich begegne, sind sehr nett. Außer das eine Mal, als mir von der Frau im Abendkleid beim Austreten aus dem Aufzug der Eintritt in die wohl schönste Rooftop Bar der kompletten Stadt verwehrt wurde, weil ich mit Tanktop vor ihr stand. Ein schickes Hemd konnte auch das regeln.

Ein echtes Fundstück war auch die bislang schönste Bücherei, die ich betreten habe. Mitten in der Bukarester Innenstadt in einem vollständig renovierten Altstadt-Gebäude. Mehrere Etagen eines unfassbaren Flairs inkl. Café und ausgestattet mit englisch- und deutschsprachigen Büchern. Selbstverständlich schlage ich zu.

Dr. Z kann zu diesem Zeitpunkt auch wieder laufen und hat dank des Wunderwerks der Selbstheilung sein funktionierendes Knie zurück. Nächtliches Rollerfahren auf den Schlaglochpisten von Goa ist wohl eine Kunst für sich. Man darf sich in Indien mittlerweile auch wieder “bewegen”, allerdings nicht wirklich aus dem Land heraus. Zumindest gibt es keine Flüge und wenn sie käuflich sind, werden sie dennoch nicht durchgeführt.

In Rumänien bleibe ich länger und reise auch innerhalb des Landes. Ich besuche Vlad den Pfähler, der seitdem er keine Feinde mehr aufspießt, mit seinem Schoß Bram (Schloss Dracula) die größte Touristenattraktion in ganz Rumänien darstellt. Auf dem Weg dorthin kommt man an der wunderschönen Stadt Brasov vorbei, die sogar aufgrund der deutsch-rumänisch-ungarischen Kriegsverbündung den deutschen Namen Kronstadt trägt. Zudem besichtigte ich unter anderem auch das alte Königsschloss Peleș, welches einen derzeitigen geschätzten Gesamtwert von 1 Milliarde Euro hat, und schaue mir quer über Rumänien verteilt diverse Kloster an.

Rooftop-Bar in Bukarest, Rumänien

Rooftop-Bar in Bukarest, Rumänien

Bücherei in Bukarest City, Rumänien

Bücherei in Bukarest City, Rumänien

Königsschloss Peles in Sinaia, Rumänien

Königsschloss Peles in Sinaia, Rumänien

TRANSSILVANIEN, MUTTER NATUR & QUANTENMECHANIK

Ich verbringe auch Zeit auf dem Land in Transsilvanien. Hier bietet sich in den kleinen ländlichen Dörfern ein krasser Kontrast zur Großstadt. Die Tiere stehen einfach auf der Straße und sind der größte “Vermögenswert”, den dort eine Familie besitzen kann. Ich wohne in einer Pension, um die herum nichts existiert außer Berge und Natur. Wunderschön, so was habe ich nicht erwartet. Hier gibt es Häuser, die weder Strom noch fließend Wasser haben und alles wirkt im Vergleich zur Großstadt unberührt und raw.

Rumänien bietet auch Strand. Also besuche ich noch für einige Zeit die Schwarzmeerküste mit ihren verlassenen Abschnitten und modernen Beach-Bars. Ich mache noch einen Abstecher zum Glamping in die Bergen, besuche Privatpools und das zweitgrößte administrative Gebäude der Welt. Hier lerne ich Superlative kennen, dass zum Ausrollen eines Teppichs 40 Männer benötigt werden und das eine Gardine 450 kg wiegen kann. Mal abgesehen von der 1,5 km langen Straße zum Palast die komplett mit Fontänen und Brunnen zugepflastert ist und zeitlich den Weltrekord der längste Fountain-Show der Welt hält (2 Stunden). Nice to see.

Von Corona merkt man hier nix. Nur beim Betreten eines Supermarkts muss man eine Maske aufsetzen, sonst hat alles geöffnet. Später gibt es eine Sperrstunde um 00:00 Uhr für Bars und Clubs. Das ist alles.

Zwischendurch buche ich mich noch in der besten privaten Augenklinik im Land ein und lasse mir meine Augen als “Geburtstagsgeschenk” lasern. Höchster Standard, modernste Lasertechnologie (ein Hoch auf die Quantenmechanik) alle Menschen sprechen wunderbares Englisch und auch alle Unterlagen sind auf Englisch. Meine private Ärztin gibt mir Ihre private Handynummer und sagt, ich solle ihr über WhatsApp schreiben, wenn ich Fragen habe. So habe ich mir das vorgestellt. Medizintourismus lässt grüßen. (By the way: Ich war auch in einer privaten Zahnklinik, hier konnte ich mir die Sprache meines Arztes aussuchen und mein Doc begrüßte mich auf Deutsch.)

Apartmentaussicht in Transsilvanien, Rumänien

Apartmentaussicht in Transsilvanien, Rumänien

Augen-OP in Bukarest, Rumänien

Augen-OP in Bukarest, Rumänien

Strand am Schwarzen Meer in Constanta, Rumänien

Strand am Schwarzen Meer in Constanta, Rumänien

DR. Z ERFINDET SEIN COACHING NEU

Dr. Z hat sich bisweilen im Grunde “häuslich” niedergelassen. Auch wenn es nicht immer ein und dasselbe Haus ist wechselt er im Grunde zwischen verschiedenen Villen und Kolonialhäusern und zwischen Strand und Dschungel. Die Boten der Essenlieferdienste kennt er mit Vornamen und vor dem Haus schleicht der Python durch den Garten. Und wenn dann noch der eindrucksvolle Flughund vorm Fenster überm Ast hängt, dann fühlt er sich wohl.

Nach 18 Jahren persönlichem Coaching und durch den Druck festsitzender Klienten beschließt er, aufgrund von Corona, dem digitalen Coaching eine Chance zu geben. Die anfängliche Befürchtung, dass Nähe und persönlicher Kontakt fehlen und dem Coachingerfolg schaden könnten, verfliegt bereits nach der ersten Woche. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Die Distanz ermöglicht, dass Klienten sich schneller öffnen können und damit noch schneller zur tieferliegenden Wurzel vorgedrungen werden kann. Nach kurzer Zeit ist das digitale Coaching komplett erfolgreich etabliert und in der Zeit nach Corona wird es sowohl weiterhin digitale als auch persönliche Coachings geben.
 

REMOTE & DIGITALE ARBEIT = FREIHEIT & DANKBARKEIT

Sowohl der Großteil meiner Coachings als auch weitere Einkommensquellen hängen nur davon ab, wo ich meinen Laptop aufklappe oder mein Handy mit dem W-Lan verbinde. Und außer im tiefsten Jungle ist das so ziemlich überall auf der Welt möglich. Corona lehrt mich, diese Freiheit noch mehr wertzuschätzen und dafür unfassbar dankbar zu sein. Sowohl bei Dr. Z als auch bei mir wirkt sich die Lage der Pandemie entgegengesetzt zur allgemeinen Entwicklung sogar finanziell positiv aus. Hierdurch wird mir noch mal vor Augen geführt, wie vorteilhaft es einfach ist, wenn man seine Hausaufgaben macht, finanzielle Flexibilität erarbeitet, mehrere Einkommensströme und flexible Lebenshaltungskosten hat. Alles ohne sich 8-12 Stunden in einem Büro kaputt schuften zu müssen, sondern Herr über seine Zeit zu sein.
 

KEIN STRESS, KEINE MIETE, KEINE FIXKOSTEN, KEINE BÜROKRATIE

Keinen Wohnsitz zu haben und zwischen den Welten und Systemen zu tanzen, mag für manche Menschen sicherlich komisch und unsicher klingen, aber Risiko ist praktischer. Klar habe ich keine klassische Krankenversicherung, die ich wegen jedem Pups beanspruchen kann, und ich habe auch keine Rentenversicherung in dem Sinne. Aber dafür habe ich auch keine Mietzahlungen, keinen bürokratischen Stress mit Ämtern, keine teuren Lebenshaltungskosten und im Grunde nicht mal existierende Fixkosten.

Diese belaufen sich bei mir auf gerade Mal unter 120€ im Monat. Inklusiver internationaler Reisekrankenversicherung, internationaler Haftpflichtversicherung und Handykosten. Wenn man spartanisch leben kann, nicht jeden Tag essen geht und nicht jede Woche in ein neues Land fliegt, ist alles richtig günstig und entspannt. So passt man einfach seinen Lebensstandard an seine finanziellen Möglichkeiten an. Wenn man ausreichend verdient, muss man nicht mal hierauf achten. Zugleich bietet sich durch das geschickte Auswählen der Reiseziele die Chance, noch mehr für sein Geld zu bekommen (Stichwort: Geo-Arbitrage) und durch die ganze freigewordene Zeit kann man diese entweder genießen, oder z. B. in sein “Business” und die weitere Erhöhung seines Einkommens investieren (wenn einem das wichtig ist). Für ein erweitertes Verständnis ist hierzu der englische Artikel “Money is relative” von Dr. Z ebenfalls lesenswert.

Und als i-Tüpfelchen ergibt sich sogar, richtig gemacht, die Möglichkeit der komplett legalen Steuerfreiheit. Das heißt dann: Mehr Geld bei weniger Arbeit plus mehr Freizeit. Und während all dem reist man, sieht die schönsten Flecken der Erde oder sitzt einfach gemütlich in der Sonne beim Kaffee. Wenn man alles smart miteinander kombiniert und mit starker lebensbejahender Philosophie verstrickt, dazu sich nicht mehr von Angst und Sicherheit leiten lässt: 100 % Gamechanger!

Insofern war es sowohl für mich als auch für Dr. Z sogar von Vorteil, während der Corona Pandemie keinen Wohnsitz zu haben und einfach entspannt mit den eingeschränkten Möglichkeiten zu arbeiten.
 

SPÄTSOMMER, ATHEN & LOCKDOWN

Nachdem im Spätsommer viele Menschen versucht haben, ihren Urlaub in Europa nachzuholen und der Flugverkehr weitgehend wieder aufgenommen wurde, entschied ich, nach Griechenland zu fliegen. Erst mal Athen entdecken, gucken, was am Orakel von Delphi, dem göttlichen Pantheon und zwischen Ouzo und Gyros so abgeht. Außerdem gibt es hier neben dem Ursprung der Astronomie, Philosophie, Mathematik und Demokratie, den vielleicht besten Kaffee auf Eis: Freddo Espresso.

Die Einreise war problemlos, da ich einen negativen Corona-Test und ein zusätzliches Formular digital vorweisen konnte. Aufgrund der ausgebliebenen Touristen gab es auch nahezu keine Corona Fälle und Einschränkungen. Nur im Supermarkt die obligatorische Maske. Alles war geöffnet, Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Geschäfte und mich konnte sogar spontan ein sehr guter Freund für einige Tage besuchen.
Selbstverständlich besuche ich die Götter. Der Tempel von Zeus, ebenso wie die Akropolis mit dem weltberühmten Pantheon, ist nur ca 7 Gehminuten von meiner zentralen Unterkunft entfernt. Angetan hat es mir auch das Panathenaic Stadium (Kallimarmaro = made of beautiful marble). Ein einzigartiges, komplett aus weißem Marmor gebauten Stadion mitten in Athen. Hier wurden die ersten neuzeitlichen Olympischen Spiele veranstaltet und es fasst bis zu. 60.000 Zuschauer. Die Akustik ist der Wahnsinn und wenn man aus den Katakomben den engen Gang auf die Tartanbahn geht, bekommt man zumindest im Ansatz ein Gefühl dafür, wie sich frühere Athleten gefühlt haben müssen.

Selbstverständlich erlebe ich noch viele weitere Dinge über das gesamte Jahr 2020 und mache weitere tolle Erfahrungen in der Welt und über mich selbst. Hier will ich mich aber nur auf einige beschränken, um den Rahmen nicht zu sprengen.

Der Rest ist schnell erzählt. Bis zum Ende des Spätsommers war hier alles entspannt und uneingeschränkt möglich. Eines Tages, als ich die Nationalbibliothek und die Academy of Athens neben den Statue von Platon, Sokrates und Athena (Göttin der Weisheit & der Krieges) besuchen will, wunderte ich mich, das jedes zweite Geschäft plötzlich geschlossen hatte. Die Vorbereitungen zum Lockdown waren bereits im vollem Gange und damit auch mein Besuch beim Orakel von Delphi vorerst gestorben. Der in Deutschland kurz vor Weihnachten verhängte Full-Lockdown, ist hier bereits 6-7 Wochen eher eingetreten. Man darf das Haus nur noch aus wichtigem Grund verlassen. Mit dem Hund raus gehen, zum Arzt, in den Supermarkt oder zum Joggen raus zählt dabei als solcher.

Da die zweite Corna-Welle ein Weiterreisen derzeit fast unmöglich macht, insbesondere wenn man es entspannt und bürokratiefrei machen will, habe ich mich entschlossen, über Weihnachten und den Jahreswechsel entspannt hier zu bleiben. Ich feier eh kein Weihnachten und im Winter 20 Grad und Sonne zu haben ist nicht das Schlechteste. Mal Abwarten, was die Impfung und das kommende Jahr bringen wird und ab wann die Fluggesellschaften wieder Flüge in die Ferne anbieten. Denn …

Kallimarmaro, Marmor-Stadion in Athen, Griechenland
Kallimarmaro, Marmor-Stadion in Athen, Griechenland
Academy of Athens mit den Statuen Sokrates, Platon & Athena

Academy of Athens mit den Statuen von Sokrates, Platon & Athena

Rooftop-Bar in Piraeus Hafen, Griechenland

Rooftop-Bar in Piraeus Hafen, Griechenland

PLANUNG 2021: ASIEN, KLOSTER, AF-REISEN

Sollte es bereits wieder im Frühjahr Flüge nach Asien geben und die Einreise nicht mehr mit so viel nervigen bürokratischen Mist gespickt sein wie zur Zeit der zweiten Corna-Welle, wird es dort hingehen. Ich will für mehrere Wochen in ein Kloster, den Dschungel erkunden, die Metropolen kennenlernen, einen Abstecher nach Thailand und Indonesien machen oder was sonst noch so auf dem Weg passiert. Außerdem werde ich natürlich auch Dr. Z wiedertreffen und ihn vielleicht sogar dafür begeistern können, mich ins Kloster zu begleiten. Sollte sich der Lockdown der Reisewelt länger hinziehen, steht Asien im Winter 2021 wieder auf der Liste und im Frühjahr/Sommer wird die bereits beschriebene Schwarzmeer-Tour wieder ins Auge gefasst.

Sobald die Welt wieder in Richtung “Normalzustand” pendelt und reisen wieder möglich ist, wird es auch die angedachten AMOR FATI Reisen mit thematischen Schwerpunkten geben. Wie beschrieben, entweder im Sommer um das Schwarze Meer herum, oder im Frühjahr bzw. Winter in Asien (Thailand, Philippinen, Indonesien, etc.). Die Entwicklung der Reisesituation und der Pandemie wird es zeigen. Aber insgesamt sieht es derzeit ja sehr vielversprechend aus. Sobald es hierzu konkrete Neuigkeiten und Inhalte gibt, werde ich diese natürlich hier veröffentlichen.
 

FROHES NEUES JAHR AUS GOA & ATHEN

Sowohl Dr. Z aus Goa als auch ich aus Athen, wünschen euch ein “Frohes neues Jahr”. Bleibt oder werdet gesund und freut euch auf 2021. Es wird bombastisch – Optimismus ist alternativlos.

Zudem möchte ich euch ergänzend zu den Neujahrswünschen noch mal den für mich in diesem Jahr in den verschiedensten Situationen so wichtigen Friedrich mit auf den Weg geben:

“Die Welt in ihrer Tiefe verstehen heißt, den Widerspruch verstehen.”

Und das gilt auch in Zeiten von Corona. Wo wir Lebewesen mit Bewusstsein einst erst durch die Entwicklung von Viren ermöglicht wurden, ja sie quasi Voraussetzung für menschliches Leben, die Photosynthese und damit den Sauerstoff auf unserem Planeten waren, scheinen sie durch Corona lediglich zerstörerisch gegen uns zu wirken. Dabei gibt es in der Natur kein gut und schlecht, kein fair und unfair. Es gibt einfach den Lauf der Dinge und unsere Reaktion und Interpretation hierauf. Insbesondere wenn diese vermeintlich alternativlos erscheint und Wut, Hass und Zorn hervorruft, sollten wir Friedrich erneut verstehen:

“Und als ich meinen Teufel sah, da fand ich ihn ernst, gründlich, tief, feierlich; es war der Geist der Schwere – durch ihn fallen alle Dinge.

Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man. Auf, laßt uns den Geist der Schwere töten!

Ich habe gehen gelernt: seitdem lasse ich mich laufen. Ich habe fliegen gelernt: seitdem will ich nicht erst gestoßen sein, um von der Stelle zu kommen. Jetzt bin ich leicht, jetzt fliege ich, jetzt sehe ich mich unter mir, jetzt tanzt ein Gott durch mich.”

In diesem Sinne beenden wir trotz aller Umstände das Jahr 2020 mit einem Lachen und heißen 2021 ebenso mit einem fetten Grinsen willkommen. Denn stets Lachen zu können ist eine wahre Kunst und ebenso unsere beste Waffe, egal in welchem Kampf. Wer diesen Teil der Kampf-Kunst zu beherrschen weiß, der kann überwinden und loslassen. Derjenige, der stets Lachen kann, ist wahrlich frei.

Thematisch passende Artikel:

Money is relative
Do we live in a mad world?

“Wenn man sich in Zeiten von Pandemie und Lockdown befindet, befindet man sich auch immer inmitten der existenziellsten Themen und Ängsten der Menschheit: Sterblichkeit, Freiheit, Einsamkeit und Sinnlosigkeit. Sie werden in unseren Fokus und unser Bewusstsein gerückt – dafür sollten wir dankbar sein. Wir müssen sie hinterfragen, definieren und uns ihnen spielerisch nähern, damit uns ihr unendliches Gewicht nicht zerquetscht oder die Luft abschnürt. Hierfür kenne ich kein bessere Lehrerin als die teilweise harte, teilweise zucker süße, aber stets wunderschöne, liebende und weise Sophie. Vorname: Philo.”

Sascha

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Geschrieben von: Sascha

Hallo, ich bin Sascha von AMOR FATI. Ich lebe seit 12/2019 ohne Wohnsitz. Ich habe einfach losgelassen und das System verlassen, um mich auf eine freie und abenteuerliche Reise zu begeben. Eine Reise ins wirkliche Leben und durch die Welt. Eine Reise mit der Aufgabe: Werde, wer du bist! und der Frage: Was schafft ein erfülltes Leben? Mein Ziel ist es, AMOR FATI durch meine eigenen Inhalte und Impulse zu fördern und zu verbreiten. Ich möchte eine starke Gemeinschaft aufbauen, die auf den Werten und der Struktur von AMOR FATI basiert, und dadurch eine außergewöhnliche Gemeinschaft mit großartigen Menschen aufbauen.

5 Kommentare

  1. Avatar

    Danke euch für tolle Einblicke in euer Leben und philosophische Denkanstöße die mich begleitet haben in meinem Leben, nicht erst seid diesem Jahr. Danke auch für die Veröffentlichung der beiden Bücher. …eine Freude. Wünsche euch ein noch besseres und aufregenderes Jahr 2021 ohne Einschränkungen auf euren Reisen und noch viele wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse, an denen ihr uns teilhaben lasst.
    Alles Gute euch!

    Antworten
  2. Avatar

    Hallo Sascha,
    vielen lieben Dank für deinen bzw. euren Rück- und Vorblick! Vor allem auf die AF-Reisen bin ich schon sehr gespannt.
    Ich finde es klasse, wie ihr beide die Situation angeht – nämlich mit einem fetten Grinsen, um das Beste draus zu machen.
    Ich finde es jedoch auch sehr wichtig mal nicht zu lachen, wenn mir nicht danach ist. Mal eine Schwere zulassen, mal Trauer, Einsamkeit, usw.
    Also nicht lachen, um ein gewisses Gefühl, was eventuell nicht so sexy ist, zu verdrängen. Weil dann ist es einfach nur Verdrängung.
    Denn meiner Erfahrung nach löst die völlige Hingabe zu den aufkommenden Gefühlen, welche das auch immer sein mögen, diese ebenso auf.
    Wie siehst du das?

    Habs gut und liebe Grüße!
    Andi

    Antworten
    • Sascha

      Hey Andi,
      ich denke, dass ein fehlender Umgang mit Emotionen und der Vermeidung der oftmals dahinterstehenden Angst sogar kontraproduktiv ist, wenn es darum geht, sich weiterzuentwickeln. Verdrängung macht hier also wenig Sinn. Ja, Erkennen, Annehmen und Durchleben der Gefühle, trotz innerem Widerstand und Angst ist hilfreich und ein wichtiger Schritt, diese aufzulösen. Ist aber kein pauschaler Garant dafür, dass dann alles „weg“ und „überwunden“ ist.

      Antworten
  3. Avatar

    Ein schöner Beitrag, Sascha.

    Das mit dem Lachen in nicht so leichten Zeiten klingt sehr plausibel, auch Dr. Z propagiert das ja immer. Wenn ich es versuche, scheint es leichter gesagt als getan zu sein – eine Kunst des Er-lebens.

    Alles Gute!

    Antworten
  4. Avatar

    Danke für den Text und die Einblicke in euer 2020.
    Wie man sieht, kann man aus allem etwas positives ziehen.
    Guten Rutsch an dich und Christian

    Freue mich auf weitere Beiträge 🙂

    Antworten

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